Sonntag – Markttag |
| Ausnahmsweise haben wir heute nicht ausgeschlafen – im Gegenteil. Kurz vor sieben standen wir auf dem Fischmarkt, nur wenige Schritte von unserem Hotel entfernt. Es wehte ein eiskalter Wind, aber es blieb immerhin trocken. Rosmarie als Marktexpertin war besonders gespannt, wie der sonntägliche Frühmarkt aussehen würde. Ich muss zugeben, wir waren beide überrascht und beeindruckt. Wie aus dem Nichts war über Nacht auf den ruhigen Strassen und dem Fischmarktplatz ein Gewirr von Gemüse-, Obst- und Fischständen aufgebaut worden. |
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| Bereits um sieben Uhr früh rockte eine Band in der Fischmarkthalle und zu den heissen Klängen liess manch einer die durchzechte Nacht an der Reeperbahn hier ausklingen. So hielten sich Bier- und Kaffeetrinker etwa die Waage. Ab acht Uhr strömten die Marktbesucher immer zahlreicher zu den Ständen. |
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| Die vorher etwas verschlafen wirkenden Marktschreier kam auf Touren. Vor den Augen der erstaunten Zuschauer wurden mit lautem Kommentar Körbe und Taschen abgefüllt: „Und noch zwei Sweet-Ananas, und noch Trauben ohne Kern und noch ein Bund Bananen und noch eine Mango dazu und einen Bund Radieschen obenauf und noch einen Karton Papayas dazu!“ für – inkusive der Tasche – 10 Euro. Die sparsam rechnende Jungfrau in unserer Ehe geriet ins schwärmen und stellte bereits ein 500 Jahre Budget auf. Gleich gings beim Fisch stand zu und beim Fleischstand! Wir versuchten uns zu beherrschen, so kauften wir einem Strassenmusikanten für 1 Cent Glück ab, erstanden zehn Brötchen für 1€50, zehn Orangen fur 2€ und als Leckerbissen 300 g Wildlachs für 10€.Noch während unserem ausgedehnten Sonntagsbrunch schwärmte Rosmarie von den witzigen, charmanten Verkäufern, so dass ich fast ein wenig eifersüchtig wurde. - Es war für mich ein Traum, den Marktschreiern zuzuhören, wie die alles an die Frau und den Mann brachten – läck du mir – da konnte ich nur noch staunen. Ich stand einfach da und schaute dem ganzen Schauspiel, amüsiert und begeistert zu – und freute mich mit Peter auf ein hervorragendes Frühstück … |
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| Erneutes Hudelwetter nötigte uns zu einer ausgedehnten Siesta, aber als es gegen drei Uhr wieder heller wurde und blauer Himmel die Regenwolken ablöste, sausten wir zur S-Bahn und fuhren hinaus nach Blankenese (http://www.blankenese.de/). Am Steilhang zur Elbe hinunter klebten verträumte kleine Häuschen, verbunden durch steile Treppen und schmale Wege. Nach dem Marktrummel war die stille Sonntagsruhe eine Wohltat - Der Blick über die Elbe ist wirklich einmalig. Die mächtigen Schiffe wirken ausserhalb des Hafens noch imposanter; gemächlich ziehen sie Richtug Hamburg an uns vorbei. |
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| Ziemlich verforen – Das Winter-Tief Lanzelot kündigt sich bereits an – waren wir froh um die Buslinie 48, die uns den steilen Aufstieg ersparte und bequem wieder zurück zur S-Bahn brachte. Bei der Reeperbahn gleich um die Ecke, holten wir bei Lidl noch unsere Tagesration Mineralwasser, Aldi hat am Sonntag geschlossen, und marschierten in unsere schöne Wohnung am fein säuberlich aufgeräumten Fischmarkt zurück. |
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Kaum zu Hause fuhr ein Polizeiauto durch die Strasse – und aus dem Megaphon ertönte es wieder einmal: „Achtung, Achtung – Hochwassergefahr – bitte Autos wegstellen.“ In kürzester Zeit waren auch wieder alle Türen im Quartier hochwassersicher geschlossen … |