Bericht von unseren Ferien in Österreich - 14.
Oktober 2003
Nach einer Odyssee durch Österreich und einem kurzen Aufenthalt
in der Dunkelheit, sind wir in einer wirklich schönen, schnuckeligen
und hellen Wohnung gelandet. Mit Fernsicht auf den beruhigenden, sauberen
und klaren Wörthersee.
Nachdem Peter nun endlich volljährig geworden ist, wir haben
im kleinen Kreis seinen Geburtstag gefeiert, fuhren wir am 9. Oktober
Richtung Österreich. Nicht gerade freundlich wurden wir im Ferienland Österreich
empfangen, denn es war kalt, grau und es regnete während der ganzen
Fahrt bis nach Innsbruck in Strömen.
In Innsbruck angekommen, bezogen wir unser Zimmer mit Aussicht auf die Altstadt.
Wir zogen unsere grossen Pelerinen über und machten die Altstadt unsicher.
Ich übertreibe natürlich wieder einmal masslos, denn eigentlich flüchteten
wir uns durch den Regen in ein feines Restaurant, um den Abend im trockenen
zu verbringen.
Am andern Morgen überaschte uns strahlender Sonnenschein in den Tirolerbergen.
Ein gemütlicher Spaziergang durch die hübsche Altstadt, bei trockenem
Wetter, liessen wir uns nicht nehmen. Und ein Laden hatte es mir besonders
angetan: Weihnachtsschmuck bis zum geht nicht mehr und Osterartikel so weit
das Auge reicht. Einen solchen Laden hatte ich noch nie gesehen. Nicht einmal
die Weihnachtsabteilung vom Harrods in London kommt gegen diesen Laden an.
Vorsichtig schlenderte ich durch die Gänge, denn eine falsche Bewegung
mit meinem erhöhten Schwenkbereich hätte genügt, um diese schönen
Kunstgegenstände auf den Boden zu werfen...
Weiterfahrt Richtung Velden am Wörthersee. Über die Brennerautobahn
ging’s weiter bis nach Brixten. Ich habe nicht gewusst, dass das Südtirol
in der Nähe ist, aber in Geografie hatte ich in der Schule tatsächlich
einen Fensterplatz, deshalb habe ich ja auch Peter dabei, damit ich sicher
an Ziel komme.
Wir kutschierten gemütlich durch das lange Pustertal und näherten
uns unserem Ferienziel. Wir hatten eine Ferienwohnung mit Blick auf den See
gebucht, da konnte bestimmt nichts mehr schief gehen, so dachten wir es uns
aus. Doch erstens kommt es anders und zweitens... ja, ja ihr kennt das sicher
schon. Die Wohnung ist dunkel, der Blick auf den See, verhindert durch den
bunten Blätterwald, ist nur noch im Prospekt und im Internet zu sehen.
Da sassen wir nun in der dunklen, kalten Wohnung. Die Computer waren bereits
aufgebaut und die Koffer ausgepackt. Nach der ersten Nacht war uns klar, dass
wir keinen einzigen Tag, geschweige den eine weitere Nacht in dieser Wohnung
verbringen würden. Graue Haare habe ich schon und mehr wäre für
den Moment schon fast zuviel...
Am Samstagmorgen standen wir weder mit gekämmten Haaren noch mit geputzten
Zähnen an der Rezeption und fragten ob wir eine andere Wohnung haben könnten.
Wild entschlossen waren wir zur Abreise bereit. Die Frau an der Rezeption,
war wohl gerade ein bisschen überfordert, wir auch! Sie musste das zuerst
mit ihrem Chef abklären. Wir schlurften also in die Wohnung zurück
und begannen unsere Koffern wieder einzupacken. Nach 10 Minuten kam die erfreuliche
Nachricht, dass wir am Montag umziehen könnten. Noch etwas unsicher haben
wir dann zugesagt. Ja, gut also, zwei Tage könnten wir es hier noch aushalten.
Wie die verrückten haben Peter und ich am Kochbuch Berner Weihnachtsmärkte
gearbeitet. So konnten wir die dunkle Zeit nutzen und das Resultat lässt
sich sehen...
Nun sitzen wir in einer traumhaft grossen, Wohnung mit einer anständigen
Küche, einem grossen Zimmer, mit einer grossartigen Aussicht und wir erholen
uns so langsam vom Stress, der letzten Tage. Aber es ist wohl unser Schicksal,
dass wir uns zuerst einmal an unsere Ferien gewöhnen müssen.
Und nun sitzen wir beide vor unseren Notebooks, schauen über den See,
was wir gar nicht erwartet hätten. Geduld bringt wohl doch Rosen oder
kreative Momente.
Das Kochbuch ist schon fast fertig, Peter schreibt an einem neuen Projekt und
ich habe endlich Zeit wieder einmal zu lesen und zu schreiben. |