Erstens kommt es anders als zweitens Rosmarie surft ...

Fast hätte es gereicht für einen erholsamen Ferienbeginn. Nachdem uns letztes Jahr das Hochwasser aus den Ferien zurück rief war dieses Jahr Erholung pur angesagt. Auf dem Internet fand die fingerflinke Rosmarie unser Traumschloss in den Kitzbühleralpen. Hoch über Zell am See sollte ein Appartement im Sonnberg für uns reserviert sein – sogar mit eigener Sauna. Nach einer heissen langen Anreise stellten wir unser braves Auto in den Schatten vor dem Hotel. Der Ausblick war himmlisch! Wir wurden von der Rezeptionistin in Empfang genommen. Uns beiden fiel die gedrückte Stimmung und Leere in der Hotelhalle auf. „Leider wird das Hotel geschlossen“, teilte uns die Empfangsdame mit „der Inhaber ist am Freitag überraschend verstorben“. Etwas ratlos sahen wir uns an. Was nun? Wir waren müde und verschwitzt und stellten uns bereits vor, dass wir unter der Brücke am See übernachten mussten.
Gottseidank trat dann Herr Lumpi, eiligst herbeigerufen, in unser Leben und organisierte uns eine Unterkunft.
Jetzt sitzen wir wieder aufgestellter mitten in Zell am See in einem rustikal renovierten Altstadthaus, das eigentlich erst Anfangs Juli für Gäste bezugsbereit wäre. So wird tüchtig improvisiert, die gesamte Familie Lumpi unterstützt uns aufs liebenswürdigste Art. Glücklicherweise befindet sich im Erdgeschoss ein Feinkostgeschäft, so dass ein stillvolles überleben gewährleistet ist. Und was natürlich von grosser Bedeutung ist, am zweiten Tag wurde von Thomas, dem Hausinformatiker, Wireless Lan installiert, so dass Frau Bernasconi wieder mit der ganzen Welt verbunden ist.
Wenige Schritte von unserem neuen Zuhause befindet sich die Stadtkirche von Zell. Als wir heute endlich aufstanden läuteten die Glocken zur Beerdigung des Verstorbenen Hoteldirektors. Ohne zu wissen wieso und warum, zog es uns automatisch in die Kirche, mitten in die Trauerfeierlichkeiten. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Ergriffen folgten wir dem kirchlichen Ritual des Abschiednehmens. Wir lauschten gebannt den ehrlichen Ausführungen des Priesters, die eigentlich nicht für unsere Ohren bestimmt waren. Für uns beide war es das erste Mal, dass wir an einer Beerdigung eines Unbekannten Menschen teilnahmen.
Später, beim Abendessen versuchten wir herauszufinden, was uns mit diesem Menschen verband. Seltsam, wären wir ein paar Tage früher in die Ferien gereist, wie wir es eigentlich geplant hatten, hätten wir diesen Mann noch kennen gelernt. Wir sassen am See und tranken ein feierliches Glas Wein. In wenigen Augenblicken entfesselte sich ein mächtiges Berggewitter und aus dem heissen Sommertag wurde ein kühler Regenabend.



Zell am See 2006
20.06.06 erste Tage
21.06.06 Sonnenwende
22.06.06 auf der Alm
23.06.06 um den See
24.06.06 Fussball
26.06.06 Grossglockner
27.06.06 Internetcafé
28.06.06 Zell am See
Abschluss Salzburg