Eine Tage in Grindelwald

Ruhige Tage in Grindelwald

 

Nachdem wir uns Wochen- und monatelang beraten hatten, wo wir einige Tage entspannen wollen, kam uns einiges in den Sinn. Wien und Hamburg liegen in diesem Jahr nicht drin und das lästige, fast unsichtbare Virus hat unsere Pläne für dieses Jahr, wie bei vielen kräftig durcheinander gewirbelt.

 

Das ist, astrologisch gesehen, für Jungfrauen (Frau Bernasconi) besonders schlimm, wollen doch die filigranen 500-Jahrespläne partout nicht mehr aufgehen.

 

So beschlossen wir, wenigstens die Jungfrau, den Mönch und auch den Eiger zu bestaunen. Da passten ein paar Tage in Grindelwald ausgezeichnet. Hier erinnern wir uns an längst vergangene schöne Tageausflüge und Wanderungen rund um das schmucke Dorf im weiten Talkessel. Im Vorfeld habe ich sämtliche Hotels gegoogelt – Ferienwohnungen, Hotels, Unterkünfte – bei einen passte das nicht beim andern waren Teppiche das Problem – und wollten wir überhaupt ins Berner Oberland?

 

Irgendwann, d.h. ganz kurzfristig entschieden wir uns doch nach Grindelwald zu fahren, eigentlich von Anfang an klar … aber eben die 500-Jahrespläne 😉

 

Als zogen wir am Dienstag mit voll bepackten Auto los, bezogen unser Hotel und schlenderten bei Bruthitze durch den schmucken Ort. Uns schien es, wie wenn die Welt stehen bleiben würde. Die Carparkplätze sind leer und doch …  irgendwie ist es wirklich anders …

 

Probehalber – und um das Material und die eingerosteten Gelenke zu prüfen spazierten wir vom Männlichen zur Kleinen Scheidegg. Eine Premiere, wir waren noch nie auf dem Männlichen gewesen. Die quirlige Buchhändlerin und der kleine Bub einer mitfahrenden Familie jauchzten jedes Mal, wenn eine als Liselotte, die Kuh, bemalte Kabine entgegenkam. Der kleine jauchzte vergnügt, wenn unsere Kabine über einen Masten holperte, Frau Bernasconi hingegen weniger.

 

Der Weg zur kleinen Scheidegg war angenehm zu absolvieren und trotz anfänglichen Abstimmungsproblemen fand wir bald in unseren gewohnten Wanderrhytmus zurück. Nun hangen wir im Hotel ab und Frau Bernasconi stöhnt und seufzt bei jeder Bewegung und beim Aufstehen. Ich mag mir nicht vorstellen, was unsere Nachbarn für Bilder im Kopf haben …

 

Und morgen ist der 17.9. und wir feiern Hochzeitstag! Den 29sten bereits. Wie die Zeit vergeht! Das war ja damals nicht zu vergleichen mit heute! Es gab zum Beispiel noch keine Handys. Was haben wir bloss den ganzen Tag über gemacht?

 

Egal, morgen wollen wir aufs Jungfraujoch reisen.

Peters Ärztin hat nicht nein gesagt und uns mit guten Tipps eingedeckt, merci vielmal dafür, wir werden gut auf uns aufpassen. Mehr dazu erfährt ihr morgen.
Meine Ärztin hat gesagt: «Sie können gerne aufs Jungfraujoch», doch würde ich Ihnen abraten, sich zu fest zu bewegen. Wir werden sehen.