Grindewald First zum 3.

Bachalpsee und die Geschichten

 

Und nun als zu den versprochenen Geschichten rund um den Bachalpsee. Im Winter 2013 steckten wir voll in den Vorbereitungen zu Peter und Andys Nierentransplantation. Jeden Tag um 21:00 musste Peter an den Cycler angeschlossen werden, der über Nacht die reinigende Funktion der kaputten Nieren übernahm. Dennoch wollten wir in die Berge fliehen, auf gut Glück. So standen wir damals im verschneiten Grindelwald, dann auf dem First, dann vor dem malerischen Bergsee. Auf demselben Weg zurück kommt für Frau Bernasconi nicht in Frage und so rollten und stoben wir Hals über Kopf durch den Schnee Richtung Zwischenstation Bort. Beinahe hätten wir das letzte Bähnli ins Tal verpasst, nur ein für unsere damaligen Verhältnisse fulminanter Endspurt rettete uns in die letzte Gondel.

 

Im Spätsommer im 2013, glücklich mit einer neuen Niere unterwegs, wagten wir dieselbe Route nochmals, aus Dankbarkeit, aus Freude – und mit deutlich weniger Zeitdruck.

 

Und heute also, sieben Jahre später waren wir auf derselben Piste unterwegs. Was nicht alles seither geschehen ist, was uns dank der Organspende nicht alles ermöglich ist, es ist einfach nur fantastisch! Und wo wir, Andy, Peters Bruder, Peter und ich die Energie her hatten? Jedenfalls war es ein Geschenk. Soviel Energie wie damals hatten wir heute nicht mehr.

 

Und doch nach dem gestrigen Tag auf dem Jungfraujoch, stand heute nun noch der First an. Nochmals auf gut 2200 M.ü.M. mit der Gondelbahn – es ist nun das dritte Mal, dass wir den First besuchten und immer unter anderen Umständen. Heute, ja heute haben wir nicht mehr soviel Energie wie damals, heute haben auch wir unsere Grenzen gespürt. «Gell wir marschieren nicht nach Bort, nur das dies gleich klar ist», ermahnte mich Peter. Hmmm … wieso eigentlich nicht, dachte ich behielt dies aber für mich. Wir mussten nirgends anstehen und kamen ein leichtes auf den First – mit der Gondelbahn! Wir marschierten Richtung Bachalpsee und so ziemlich in der Hälfte musste ich den Rückzug antreten ...

 

Mit einem leisen Bedauern? Vielleicht? Vielleicht aber auch zu erkennen, dass Grenzen gegeben sind. Nein, nein – wir wollen nicht jammern, denn wir haben den First in unterschiedlichen Momenten erlebt. So auch heute. Wir kehrten um und peilten den Clifftrail an und hatten dann genug Nervenkitzel für den Tag.

 

 

Die wunderschöne Bergwelt, das strahlende Wetter, die Aussicht und das Erkennen, dass vieles noch möglich ist – gab uns ein gutes Gefühl.

 

So besuchten wir die Bergbeiz und bestellten uns eine Riesenportion Pommes, denn wer etwas leistet muss auch etwas essen – oder?

 

Nachdenklich gondelten wir wieder hinunter ins Tal und in den Alltag von Grindelwald.

 Und hier noch der Link zur Geschichte von 2013
https://www.rosmariebernasconi.ch/wandern/grindelwald-2013/