Hochzeitstag und Grindelwald

Hochzeitstag in Grindelwald und Besuch auf dem Jungfraujoch

 

Ein Blick in die Familienchronik zeigt: genau heute vor 29 Jahren am 17. September 1991 sassen Rosmarie und ich im Zivilstandsamt der Stadt Bern, es war 11:00. Denn genau zu diesem Zeitpunkt gab die ultramoderne Uhr des Trauzeugen René Laut und klingelte, mitten in die erbauenden Worte der Zivilstandsbeamtin hinein, unsere Ehe ein. Und da René schon damals etwas hart hatte mit dem Hören und partout kein Hörgerät wollte klingelte das Laufwerk munter weiter. Als wir heute an diese Szene dachten, musste wir schmunzeln.

 

Heute genau um elf standen wir auf dem Jungfraujoch mit gefühlten Millionen alten Leuten wie wir, maskiert und langsam. Ein Tag voller Symbolik: immer noch gemeinsam Herzklopfen, wenn wir über Glatteis schlittern, kleine Schritte in der dünnen Luft und hinunter schauen auf die Welt. Wir fühlten uns grenzenlos wolkenwohl.  Natürlich auch, weil wir bereits eine so lange Zeit zusammenhalten, auch wenn für etliches Auf und Ab stets gesorgt war.

 

Egal. Wir sind hier und in wenigen Minuten sitzen wir bei einem feinen Z’Nacht, einem regelmässigen Fixstern in Frau Bernasconis wirbelnden Galaxie.

 

Und morgen ist fertig gefaulenzt, morgen geht es auf den First. Dort oben liegen noch ein paar Wandergeschichten vergraben, die wir aufspüren wollen.

 

Der heutige Tag war schon speziell. Ich habe festgestellt, dass Peter viel mutiger ist als ich. Er entschied gestern, dass wir aufs Jungfraujoch fahren. Ich hingegen hatte nach wie vor meine Bedenken. Noch heute Morgen war ich der Überzeugung, es nicht zu schaffen. Es waren wohl meine Gedanken, die sich um die 3500 Meter drehten und der 500-Jahresplan durcheinander wirbelte.  Als wir von Grindelwald auf die Kleine Scheidegg fuhren, sassen wir mit zwei Schwestern aus Zürich im gleichen Abteil. Die eine hatte die gleichen Bedenken wie ich und die andere strotzte vor Selbstsicherheit …

 

Jedenfalls war ich sehr gespannt, wie es mir gehen würde. Die ersten Meter durch den Tunnel war schon etwas komisch. Ich keuchte und dachte an die Worte meiner Ärztin. «Nicht zu fest bewegen». Nachdem wir den Tunnel hinter uns gelassen haben, staunten wir einfach nur noch.  Die Natur, der Schnee, die Berge, der Himmel, die Sonne … Und dann gings in die verschiedenen Souveniershops, auch dies musste unbedingt sein.

 

Eine Tasse kam mit ins Handgepäck und welche alten ich noch entsorgen muss, werde ich mir gut überlegen.

 

Und bei Lindt und Sprüngli mussten wir auch noch einen Halt machen, denn der Zuckerhaushalt schwankte so ziemlich …

 

Nun sind wir also wieder heil in Grindelwald angekommen – müde und zufrieden.

 

Und das Abendessen war top – und morgen wird wieder ein schöner Tag werden – und der First wartet auf uns …

 

Übrigens bekam ich heute eine FB Anfrage von Larissa - sie schrieb mir - ihr seit in dem Hotel wo ich gleich meinen Dienst beginnen werde. Larissa kenne ich seit sie etwa 6 Jährig ist- ich kenne sie auch als Vielleserin und mit Zahnspange. Heute ist Larissa eine junge, humorvolle und aufgestellte  Frau, die hier in Grindelwald ihre Ausbildung zur Hotelfachangestellten macht - so klein ist die Welt ...