28. Mai 2020 - Alltägliches

Alltägliches: Nun, der Bundesrat hat entschieden, dass sich vieles wieder lockert. Daniel Koch geht in den verdienten Ruhestand – und ich gehe wieder zurück in die Normalität. Doch halt, so einfach ist es denn doch nicht, merke ich gerade. Abstand halten, Händewaschen, Desinfizieren das bleibt noch eine Weile … Und was bleibt noch? Jetzt wird es schwieriger dem Bundesrat, dem Herr Koch, dem Staat oder irgend jemandem die Schuld zu geben. Den Politikerinnen und Politker vielleicht Eigenverantwortung tönt doch sehr kuul, finde ich, Ich bin wieder selber verantwortlich für meine Freiheit für meine Strukturen, für mein Sein. Ich kann wieder problemlos einkaufen gehen, mit oder ohne Maske, das ist meine Freiheit und meine Eigenverantwortung – oder doch nicht? Muss ich jetzt aufpassen, für diejenigen, die ihre Verantwortung nicht wahrnehmen und ihnen sagen was sie zu tun haben? Oder gebe ich jemandem die Schuld, wenn ich nicht schuld sein will
Ich finde es einfach schön, dass vieles wieder offen ist und ich freue mich auch wieder Anlässe durchzuführen. Das muss ich ehrlich gestehen hat mir schon gefehlt – und jetzt gilt es für mich ganz einfach wieder einmal mehr im «Hier und Jetzt» zu sein – was gewesen ist will ich nicht zurückholen und was kommen wird – darauf freue ich mich sehr. Ich wünsche allen eine gute, lockere Zeit und Händewaschen nicht vergessen 😉))))))) Bliibet xsund

19. Mai 2020 - Löschpapier

Alltägliches: Für was man WC-Papier alles brauchen kann. Nein, nein ich habe kein WC Papier gehamstert, habe ganz normal WC Papier auch im Geschäft. Heute kamen Madeleine und Rolf in den Laden und holten die bestellten Bücher für die Bibliothek ab. Madeleine fragte mich: «Du kann ich auch gleich die Bücher stempeln, damit wir wissen, dass diese in unsere Bibliothek kommen.» «Natürlich, kein Problem», erwiderte ich. Wir packten die Bücher aus den Folien und dann begann Madeleine mit stempeln. «Ou, das schmiert», meinte sie. Rolf kam uns zu Hilfe. «Hast du WC-Papier?» Was für eine Frage, dachte ich für mich. «Ja klar, habe ich das», erwiderte ich lachend. Ich holte also eine Rolle Reservepapier und übergab diese Rolf. Erst jetzt dämmerte es mir was er machen möchte. «WC-Papier = Löschpapier. Ich lachte schallend. Madeleine stempelte und Rolf legte jeweils ein Blatt dazwischen, dreilagig versteht sich. Die Produktion lief wie am Schnürchen. Keine verschmierten Bücher, dank dreilagigem WC-Papier. Eine wirklich kuule Idee.
Ich liebe meinen Laden und bin immer wieder überrascht was in diesem Laden alles möglich ist 😉

16. Mai 2020 - alles Käse oder was?

Alltägliches: Nach rund 10 Wochen fand ich wieder einmal den Weg auf den Bärner-Märit. So stieg also klein Rosmarie aus der Matte mit dem Rucksack in die Stadt hinauf auf grosse Fahrt. Mit dem Mattelift – alleine im Lift – versteht sich - auf grosse Käseeinkaufstour.
Ich muss noch dazu schrieben, dass Peter gestern einen feinen Kohlrabi/Kartoffelgratin gekocht hatte – irgendwann kam gestern Nachmittag ein SMS – «Duuuu – ist das noch der einzige Käse im KS?» Ich wunderte mich etwas. «Darf ich den noch aufbrauchen?» Ich war etwas erstaunt, über seine spezielle Frage. Wir hatten wohl Anfangs Corona Zeit auch ziemlich viel Käse gehamstert und so dachte ich eben das dies für die Ewigkeit reichen würde. Dem war im Fall nicht so, deshalb musste ich unbedingt auf den Märit
Schön, dass die meisten Händler wieder zurück sind. Abstand halten gilt auch auf den Märit. So wurden einige Stände auf den Münsterplatz ausgelagert … Gute Idee, finde ich. So gibt es genug Platz für alle oder so. Wo sonst der Duft von Käse, Brot und Kaffee vorherrscht ist die Luft nun hochgeschwängert mit Desinfiziermittel. An jedem Stand hat es das Übliche – Papier, Desinfiziermittel etc. Abstand halten – Abstand halten – aber wo um Himmelswillen soll ich anstehen? Jedenfalls bekam ich bei meinem Lieblingskäser mein Käse und so schlenderte ich durch die schmale Gasse von der Münstergasse. So schmal ist sie eigentlich nicht, doch im Moment ist bei jedem Stand noch einen Meter Abstand – und in der Mitte zum Durchmarschieren ist auch wieder ein Meter. Also kreuzen kann man sich nicht. Jedenfalls war es ein witziges Erlebnis unter völlig anderen Umständen einzukaufen. Ein Hallo hier, ein Grüessech da– schön, dass die Leute zurückkommen, schön auch sich auf dem Märit zu begegnen. Man tänzelt durch die Gassen und ist bemüht Abstand zu halten und man winkt sich zu. Manchmal aber nur manchmal ist es etwas komplizierter.  Und es geht und es macht Spass und am Schluss bin ich mit ziemlich viel Käse nach Hause gekommen.

Ja ich habe Käse gehamstert - ich gebe es zu. Und ich freue ich auf Gschwellti mit Käse, Käse zum Zmorge, Käse nach dem Birchermüesli - einfach Käse.

15. Mai 2020 - Erlebnisse im laden

Alltägliches: So die erste Woche ist schon fast geschafft. So langsam, aber sicher habe ich mich neu eingetunt. Wenn Kunden kommen, tänzeln wir herum und schauen, dass wir den Abstand einhalten können. Und das geht in meinem Laden ganz gäbig. Und ich habe mich auch über die vielen Besucherinnen, Besucher, Freunde, Freundinnen, Kunden, Kundinnen gefreut.
Ab und zu gibt es allerdings auch Kunden, die nicht so genau wissen wie sie sich verhalten sollen. Diese Woche kam eine Kundin in den Laden. Sie hatte die Maske um den Hals gehängt. Dann kamen zwei Menschen zusammen in den Laden – dann zog sie die verspuderte Maske hoch. Das kann jetzt nicht der Sinn der Maske sein – mit Distanz halten kann man auch solchen Momenten ausweichen oder? Und übrigens meine Spuderiwand ist kussecht – das habe wir diese Woche auch ausprobiert. Die Kundin nimmt danach aber auch gleich die Desinfizier-Flasche zur Hand und die Spuderischeibe ist wieder sauber. Und die Kinder, die ab und zu ein Schöggeli bekommen haben es schon intus – Hände desinfizieren und Griff ins Schoggiglas. Übrigens auch die Grossen ...
Und so langsam gewöhne ich mich tatsächlich an die neue Wirklichkeit und bin gespannt wie es weitergeht. Angst ist nicht wirklich das was im Moment gefragt ist, sondern eher Vorsicht. Und für alle die nach Freiheit schreien, würde ich mir wünschen, dass sie sich ihre Freiheiten selber erschaffen. Ich komme immer wieder auf dieses Thema zurück, weil ich oft höre, dass wir in unserer Freiheit eingeschränkt sind. Ist es nicht so, dass die Freiheit in unserem inneren sein soll? Tja das Leben geht weiter – und was jeder draus macht steht in seiner eigenen Verantwortung – tönt gut - oder?
Ich wünsche euch ein freies Wochenende und viele schöne Momente – und zur Abwechslung wieder mal chly Bücher 😉

12. Mai 2020 - wieder im Laden

Das Wort zum Abend: So der erste Tag nach rund 8 Wochen Absenz im Laden ist geschafft. Heute Morgen, als ich aufstand, war ich schon etwas nervös. Was würde mich erwarten, wie würde es weitergehen? Und was kommt auf mich zu? Es waren viele Fragen, die ich nicht zum Voraus beantworten konnte. Also wieder einmal mehr im «Hier und Jetzt» zu sein und zu schauen was passiert. Als ich kurz vor zwölf meinen Computerrucksack bereit machte, stellte ich fest, dass ich den tatsächlich seit 8 Wochen nur gerade den Compi herausgenommen habe und dann weder aus- noch eingeräumt hatte. Zum Glück hatte ich nicht noch einen Apfel drin, denn der wäre jetzt vermutlich verfault.
Ich zog also meine Ladenuniform an – Jeans und Hosenträger - Jeans passten immer noch ;-) So schlimm waren also die letzten 8 Wochen trotz feinem Brot backen, Kaffee und Kuchen geniessen doch nicht … Ich war gespannt auf den Nachmittag.
Es war anders, denn die 8 Wochen liegen nicht nur bei mir dazwischen, sondern auch bei den andern. Ich erlebte einen schönen Nachmittag mit vielen lustigen Begegnungen. Auch der Kaffeeschwatz mit Brigitta und die Begegnung mit Isa freuten mich sehr. Lana, die 5-jährige kam mit ihrer Mutter in den Laden und zog sich die viel zu grossen schwarzen Handschuhe an, die am Eingang bereit lagen. Als sie dann noch eine Maske anziehen wollte, machte sie ihre Mutter drauf aufmerksam, dass dies etwas kosten würde. So gab sie sich mit den schwarzen Handschuhen zufrieden. 😉
Angela brachte Stiftgartenprodukte und erwähnte, dass die Erdbeeren in etwa drei Wochen wieder reif würden. Darauf freue ich mich schon jetzt.
Die Kunden bezahlten, ohne zu murren mit der Kreditkarte und auch der Abstand war kein Problem. Es ist eine neue Wirklichkeit – und mit gegenseitigem Respekt und Akzeptanz ist vieles möglich, auch wenn man in Gesprächen gegenteiliger Meinung ist.
Ich liebe meinen Laden.