19. April 2020 Geduld ist gefragt

Das Wort zum Tag: Heute ist es genau 39 Jahre her, seit meine Mutter gestorben ist. Für mich ist das ein nachdenklicher Tag. Mutter ist immer Mutter – auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass ich vieles, was meine Mutter damals sagte, erst später begriffen habe. Und irgendwie erinnern mich die Kämpfe mit meiner Mutter an die jetzige Zeit. Gestern hörte ich: «Oh, jetzt beginnt dann wieder Homeschooling, da kann dann die Mutter wieder schauen.» Ich muss, glaube ich, ziemlich komisch drein geschaut haben – nun – es geht nicht darum, Vater gegen Mutter auszuspielen. Es geht auch nicht darum Wirtschaft gegen Gesundheit auszuspielen. Ich erinnere mich einfach daran, wie oft ich wütend wurde, wenn meine Mutter sagte «Das darfst du nicht und das auch nicht und ärgere nicht den Lehrer, sonst haben wir wieder Elternabend im kleinen Kreis.» Das kam öfters vor, mehr als mir lieb war. 

Und damals, ja damals, wenn ich wieder etwas angestellt hatte, musste ich nachsitzen und die andern konnten nach Hause zum Spielen. Heute muss ich nicht nachsitzen und bin dankbar, wenn ich ab und zu nach draussen darf. 😉 Wie verkehrt doch manchmal die Welt ist … Und ich bin dankbar so wie es ist – Punkt!
Jedenfalls wünsche ich euch einen guten Wochenstart mit allen Vor- und Nachteilen – und den Kindern, Lehrer und Eltern viel Geduld beim Start ins Schulleben. 😉

18. April 2020 Erster Spaziergang

Das Wort zum Tag: Nachdem Peter gestern bei seiner Ärztin war, gab sie ihm grünes Licht wieder nach draussen gehen zu können. Seit dem 8. März blieb Peter wirklich zu Hause. Heute war es nun soweit. Wie kleine Kinder marschierten wir Richtung Längmuur und via Altenberg wieder zurück nach Hause an die Schifflaube. Es war ein spezieller Spaziergang, die Magnolien und die Kirschblüten sind schon fast verblüht, der Frühling ist weit fortgeschritten. Es ist eigenartig nach fünf Wochen wieder mal durch die bekannten Gegenden zu spazieren. Wir staunen über die Pracht der Natur, wir geniessen das beruhigende Geräusch der Aare …

 

Ja es hat sich viel verändert. Man nimmt Rücksicht – auch die Jogger komme nicht mehr zu viert oder noch mehr daher. Die Leute weichen aus. Früher, ja früher, wenn jemand ausgewichen ist, dachte man, dass etwas nicht in Ordnung sei. Jedenfalls ist es so schön wieder durch die Natur zu marschieren. Nein, nein übermütig sind wir nicht, denn die Grenzen sind klar.

 

Ich wünsche euch einen schönen Samstag und noch einen schöneren Sonntag – bliibet xsund.

 

16. April 2020 Bücher hamstern

Das Wort zum Tag: Heute soll ja der Bundesrat bekanntgeben, wie es weiter gehen soll mit den Geschäften. Ich bin gespannt und ich bin auch neugierig, wie es bei mir im Buchladen weitergeht. Den Verkaufsraum habe ich schon ziemlich umgeräumt, wie ihr wisst, und Desinfektionsmittel habe ich auch parat. Um Platz zu schaffen und als Aufmunterungsgeste habe ich etliche gute Bücher auf den Fenstersims zum Mitnehmen hingelegt. Gedacht hatte ich mir eigentlich: Ein bis zwei Exemplare aufs Mal. Gestern allerdings habe ich mich gefragt ob wirklich alle etwas davon haben könnten. Ich war im Laden und sah eine junge Frau stöbern. Dann hat sie hat einfach den ganzen Fenstersims geleert und marschierte mit dem Bücherstapel davon. Ich war grad etwas sprachlos und das heisst etwas bei mir 😉. Jedenfalls wusste ich nicht ob ich reagieren sollte oder nicht. Ich habe es dann sein lassen, habe mich aber etwas geärgert, dass einige Menschen einfach alles raffen, was ihnen in die Finger kommt. Klar, könnt ihr jetzt sage «Hauptsache die Bücher sind weg.» Jedenfalls weiss ich jetzt, dass ich Bücher im Sortiment habe, die ziehen!

13. April 2020 Brot backen

Das Wort zu Tag: Bereits hat die fünfte Woche im Lockdown begonnen. Wie geht es euch so damit? Ich muss ehrlich sagen, gestern hatte ich persönlich das erste Mal so richtig die Schnauze voll. Ich muss aber auch gestehen, dass ich Ostern nie wirklich mochte. Jedenfalls bin ich einmal mehr froh um meinen Laden, denn es ist schon spannend immer wieder neu einzurichten. Am Abend war ich erschöpft vom Bücher schleppen. Und weil ich so viel Mehl zu Hause habe 😉))))
Ich bekam viele Tipps was ich alles aus Mehl machen könnte: Brot, Knöpfli, Kuchen backen etc. also machte ich einen Pizzateig. Mein Bruder meinte noch:» Aber gell Romy, du weisst den Teig aufgehen lassen» «Ja, ja ich weiss …» Das machte ich dann auch und als wir das Resultat sahen war ich doch eher perplex. Und wie immer schickte ich meinem Bruder per WhatsApp das Resultat. «An dir ist eine Bäckersfrau verlorengegangen.» Ob er das ehrlich oder ironisch meinte? – Ich bin mir da nicht ganz sicher … 😉 Jedenfalls wollte ich eigentlich ursprünglich Köchin lernen … doch das ist eine andere Geschichte. Bliibet xsund und en fröhliche Oschtermäntig.