Berlin Potsdam Birthdayboy

Jedes Mal, wenn wir erzählten, dass wir in die Ferien reisen, bekamen wir ein wissendes Lächeln zurück. «Hamburg?», war jeweils die erste Frage.  «Nein», lächelte ich dann zurück. Ab und zu ein erstauntes «Aha». Nein dieses Mal würde die Reise nach Berlin und Dresden gehen. Wir haben Freunde in Wannsee. Oli, Silke, Jasonas und Janek kommen seit rund vier Jahren in die Matte in die Ferien. So beschlossen wir an einem schönen Sommerabend im Fischerstübli, nach Berlin zu fahren.

Nun – da sind wir jetzt – also. Rund eine Stunde vom Berliner Zentrum weg in Potsdam. Das kannte ich nur auf der Landkarte. Jedenfalls waren wir gespannt, in der Nähe von Berlin und Silke und Olli und den Jungs zu sein.

Nach der langen Zugreise wurden wir liebevoll umsorgt und betreut und schlussendlich in ein cooles Boardinghouse an der Schiffbauergasse im Holländischen Viertel abgeliefert. Schiff und Wasser, wir fühlten uns sofort wie zu Hause.

 

Gestern erkundeten wir die Umgebung. Potsdam ist für mich eine Mischung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass diese Stadt nach der Wende nicht so recht zum erblühen kommt. Auf der einen Seite gibt es prunkvolle und schöne Bauten, andererseits sehen wir auch verwahrloste Villen und uralte Plattenbauten. Die Vergangenheit ist spürbar. Doch gehen wir zuerst einkaufen: eine Überraschung waren die grossen Biomärkte, nicht nur Lidl und Aldi sind präsent, sondern eben auch die Bio Company. Da standen wir nun vor den Regalen und liessen uns mit waren von Höfen und aus aller Welt für das Frühstück am nächsten Morgen inspirieren. Produkte, die wir nicht kannten und zu Preisen, bei denen wir nicht sicher waren, ob diese auch stimmen. Denn, wenn ich zu Berner Preisen einkaufen müsste, dann wäre wohl mein Ferienbudget schnell aufgebraucht

 

Peter auf der Route 66

Und dann, weil Peter «Birthday Boy» war, hatte Silke die Idee, dass wir das Geburtstagsessen im Käfer Feinkost im Restaurant im Reichstag geniessen könnten. Eine geniale Idee, wie sich zeigen sollte. Am Nachmittag brachte uns die S7 nach Berlin. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind easy und so ist man knapp in einer Stunde von Potsdam in Berlin, mitten im Kuchen. Selbstverständlich mussten wir an die Friedrichsstrasse, erwiesen dem Tränenpalast, dem ehemaligen Grenzübergang zur DDR unsere Referenz. Dann marschierten wir weiter zum Brandenburger Tor. Eigentlich wollten wir mit der Linie 100 noch eine Fahrt quer durch Berlin machen, doch eine weitere Demo von Klimaaktivisten verhinderten eine Durchfahrt. Tja – mit Demos, aber auch mit Bauarbeiten muss aktuell in Berlin jederzeit gerechnet werden.

So verbrachten wir die restliche Zeit mit einem Bummel zum Reichstag, wir waren gespannt was uns erwarten würde.

Als dann um 19.00 unsere Freunde eintrafen, durften wir durch den Sicherheitscheck durch, wurden mit einem riesigen Lift nach auf das Dach des Reichtages geführt und betraten bei der Glaskuppel das Restaurant, um Peters 66sten zu feiern. Das Essen war hervorragend und sehr fein und erlesen, wenn auch Jasonas und Janek sicher lieber Pommes mit Ketchup gehabt hätten

Bevor wir das gastliche Haus verliessen, liessen wir es uns nicht nehmen nochmals einen Rundgang auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf die Skyline von Berlin zu werfen, bevor wir dann durch die Dunkelheit zum HB fuhren, um mit mir der S7 wieder nach Potsdam zurückzufahren. Immer hin haben uns, unsere Freunde nicht in der Dunkelheit stehen lassen, denn wir hätte nicht gewusst wie wir zum Bahnhof gekommen wären 😉Müde und beeindruckt sassen wir im Auto, Oli brachte uns in unser Appartement zurück.

Und herzlichen Dank allen, die an den «Birthday Boy» gedacht haben.

 

9. Oktober Babelsberg Filmpark

Heute wollte Frau Bernasconi eigentlich noch einmal nach Berlin zum Lädele. Im letzten Moment entschlossen wir uns aber, den Filmpark bei den Filmstudios Babelsberg zu fahren. Babelsberg liegt in der Nähe von Potsdam und so hatten wir für einmal einen kurzen Anfahrtsweg.

Wir lieben die Filmparks. Auch wenn Babelsberg in die Jahre gekommen ist, ist es doch immer wieder spannend für eine Weile in die Filmwelt einzutauchen.

Die vielen Filmfiguren erinnern an frühere Zeiten. Und wer kennt es nicht «Das Sandmännchen», seit vielen Jahren immer dasselbe – es war für uns ein Highlight, ebenso wie für die staunenden Kinder. Oder der Königspalast, in dem sich jungen Schönheiten als Königinnen oder Prinzessinnen verkleiden konnten. Sie wurden geschminkt und schwebten dann in prächtigen Roben durch die königlichen Räume.

 

Nach den royalen Grazien musste es zum Abschluss eine Stuntshow sein! Gerne liessen wir uns in eine postapokalyptische Welt verfrachten. In einer recht konstruierten Story explodierte und brannte es und die Artisten wirbelten nur so herum. Die drei braven Mädchen in der Reihe vor uns rückten immer näher zu Papa und Mama Neben der Inszenierung bewunderten wir vor allem die Sportlichkeit der Darsteller und die dramatischen Stunts.

Die Führung durch die Filmstudios war leider total überbucht, es hatnicht mehr zu einem Besuch gereicht. Über eine Stunde anstehen, das war es uns dann doch nicht wert.

Nun sind wir wieder in unserem schönen Adlerhorst über dem Tiefen See zurückgekehrt. Schnell ist es dunkel geworden un d auch der See ist in der Nacht verschwunden.

Morgen wollen wir Park und Schloss Sanssouci besuchen – wenn alles so läuft wie wir es uns heute vorstellen.