Bratislava Dürnstein Passau

 

Bereits ist es Freitagnachmittag. Einen herrlichen, sonnigen Tag haben wir uns ausgesucht, um zurück nach Passau zu tuckern.  Wir sehen nochmals den Stift Melk im hellen Sonnenlicht und fahren an herrlichen Herbstwäldern und Landschaften vorbei. Ein angenehmer Abschluss dieser Flussreise – doch vorher noch einiges zum gestrigen Tag:

Bratislava

Bratislava ist eine wirklich schöne, gepflegte Stadt. Man erkennt, dass in der Slowakei viel dazu beigetragen wird, damit es dem Land gut geht.

Kurt, unser Buschauffeur wartete schon auf uns, als wir aus dem Schiff an Land hochstiegen. Ebenfalls wartete auch Philipp, unser Stadtführer. Gemeinsam fuhren wir durch die unterschiedlichen Welten von Bratislava. Durch «Millionenviertel» aber auch durch «normale» Gebiete. Philipps sonore Stimme erschallte in unseren Ohren, mit einer subtilen Ironie: «Banken hat es mehr als in der Schweiz – bloss kein Geld!» Er lachte laut. Weiter gings mit dem Bus zur Burg. Glücklicherweise waren wir früh unterwegs, denn diese Burg ist sehr beliebt und so wird wenig später fast kein Durchkommen mehr sein. Wie an vielen touristischen Orten, die wir auf dieser Reise kennen gelernt haben.

Kurt fuhr uns wie immer sicher wieder zurück in die Stadt und gemeinsam mit Philipp gings zu Fuss durch die Altstadt weiter. Dem Krönungsweg entlang fanden wir uns auf dem grossen Hauptplatz wieder. Vorbei an Denkmälern, schönen Häusern und vielen Geschäften. Natürlich besuchten wir auch den «Schachtmann» - und vor dem warteten bereits einige Touristen, um diesen zu fotografieren. Geduldig, nein das ist Frau Bernasconi nicht wirklich.  Sie suchte sich einen Weg durch die Menge und knipste wie verrückt, wenn für ein paar Sekunden niemand neben dem «Schachtmann» stand. Philipp erzählte uns - nicht ohne Stolz, dass die VW-Werke rund 14 000 überdurchschnittlich bezahlte Arbeitsplätze geschaffen hat und dass dieser Konzern einer der grössten Arbeitgeber Bratislavas sei.

 

Nach der Führung und den Erklärungen von Philipp hatten wir noch etwas Zeit durch Bratislava zu schlendern. Diese Stadt hat wirklich Charme, erst recht, sobald man vom Touristenstrom etwas wegkommt. Es gibt einige Gebäude, die sind noch verwahrlost, weil offenbar kein Geld für die Renovation vorhanden ist, aber das ist eher eine Seltenheit.

 

Viel Zeit blieb uns nicht, bevor wir wieder an Bord sein mussten. Punkt vier legte das Schiff ab, Richtung Wien und Passau. Bevor wir wieder bei Wien vorbeikamen, wurde das Galadinner als Höhepunkt des Bordlebens zelebriert. Schon im Prospekt stand, dass Turnschuhe und Jeans nicht erwünscht seine. Tja – da stand ich doch vor einem grösseren Problem – immerhin hatte ich für einmal keine Hosenträger an. Die Männer warfen sich in Schale und die Frauen kamen schön «aufgebrezelt» daher. Bei der einen oder andern war die Parfümwolke, doch etwas dominierend. Jedenfalls waren Peter und ich sehr gespannt – und um ehrlich zu bleiben doch echly kritisch, wie sich dieser Abend gestalten würde. Zuerst gingen wir wieder zu Sabine in die «Schule» um die weiteren Informationen für den Abend und über das heutige Programm entgegen zu nehmen. Sabine versprach uns noch eine Überraschung. Natürlich waren alle gespannt, was das denn sein würde. Herr Maibach jedenfalls brummelte etwas von «Ja keine Gesellschaftsspiele, dann bin ich im Rettungsboot».

 

Zuerst durften wir aber noch einen feinen 8-Gänger geniessen. Das Dessert wurde von der ganzen Crew in einer grossen Parade präsentiert. Mit dem Radetzkymarsch lief die gesamte Mannschaft ein. Die Küchenmannschaft brachten die Eisbomben mit, die sehr fein aussahen und auch lecker waren. «Vollgefressen» – durften wir in der Lounge Platz nehmen und warteten auf die versprochene Überraschung.

 

Wieder marschierte die ganze Mannschaft nach dem Radetzkymarsch ein und sangen auf der Bühne: «Es Burebüebli» - die Stimmung war grossartig. Ob aber alle in der Crew verstanden, was sie sangen, das war allerdings Nebensache. Die gute Energie der Crew floss auch auf die Gäste über. Jedenfalls gaben sich die meist reiferen Semester der Passagiere sangesfreudig und zelebrierten das spöttische Liebeslied mit.

 

Dürnstein

29.9.2017

 

Früh mussten wir schon wieder raus. Zuerst dachte ich, es sei ein Scherz von Sabine, aber nach dem Besuch des Stifts verstand ich es, warum wir so früh zum Augustiner-Chorherrenstift pilgerten. Ein junger Guide nahm uns in Empfang und schleuste uns durch den Stift und durch die Stadt Dürnstein. Vor rund drei Wochen sah ich im WDR eine Sendung über Dürnstein. Touristen wohin das Auge reichte – überall und an jedem Ort. Wir hatten gemischte Gefühle gegenüber einem Besuch von Dürnstein. Tourismus ist schon kuul – aber so überlaufen – da fragen wir uns schon, ob das noch Sinn macht.

 

Nachdem uns unser Guide sicher und gut durch den Stift führte, sahen wir viele andere Reisegruppen, die draussen warteten. Unglaublich, diese vielen Menschen in einer so kleinen Stadt Platz finden. Er meinte nur, dass es auch wieder Schifffahrtsgesellschaften gibt, die Dürnstein nicht mehr anfahren. Und von Sabine erfuhren wir, dass der Anlegerplatz ein Jahr zum Voraus reserviert werden muss.  Wir sahen nebst den vielen Schiffen auch noch etliche Cars auf dem Parkplatz stehen.

 

Auch in den Geschäften merkt man, dass die Saison so langsam zu Ende geht und die Leute vielleicht gar nicht so unfroh sind. Ich kann das irgendwie sehr gut verstehen. Dennoch, der Stift ist wirklich sehenswert, die unglaublich vielen Symbole und die Energie in diesem Gebäude ist schon einmalig.

 

Um 12.00 waren wir wieder an Deck – ein letztes Mal zu Sabines «Info-Talk». Die letzten Informationen zur Ausschiffung, Rechnung, Trinkgeld folgten und schon bald ist unser erster Teil der Reise Geschichte.

 

Den eher Technikfans wurde das Steuerhaus vorgeführt, «Das Steuer gehört Ihnen, verehrte Gäste, aber bitte fahren Sie nicht zu schnell!» Herr Maibach erwartete eine maskuline Überzahl auf der Brücke. Weit gefehlt – das Gros der nautisch Interessierten war weiblichen Geschlechts. Das kann natürlich auch an den drei feschen Kapitänen liegen, welche die Melodia sicher nach Passau zurückführen.

 

Wir werden uns von unseren Tischnachbarn Anita, Anni und Robert verabschieden. Wir werden sicher unseren lustigen Kellner vermissen, der uns mit seiner manchmal etwas tollpatschigen Art zum Lachen brachte.

 

Vermissen werden wir sicher auch, dass wir jetzt dann wieder selber das Essen «jagen» müssen und nicht einfach um 19.00 an den gedeckten Tisch setzen können.

 

Herzlichen Dank Sabine, der Crew und allen, die uns in dieser Woche begleitet haben.

 

Morgen reisen wir mit dem Zug nach Prag und melden uns wieder.