Zu früh gefreut

Der letzte Tag, der Tag der Rückreise begann friedlich. Unserem Zug-Aberglaube wegen Reisepannen und so war Genüge getan, hatten wir doch am Vorabend unserer Rückreise von den Krammers in letzter Minute erfahren, dass der Abfahrtsbahnhof der neue Hauptbahnhof am Südtiroler-Platz sei und nicht mehr der ursprünglich anvisierte Westbahnhof. Das war ja gerade nochmal gut gegangen!

Etwas wehmütig verliessen wir das schöne Appartement mit dem grünen Apfel. Wir waren zuversichtlich, dass die Reise Vergnügen pur sein würde, von Wien nach Zürich und dann nach Bern, das kannten wir. Lesen, schlafen, reden, WLAN im Zug und die Provianttasche bereit, Herz, was willst du mehr?

Und so war es auch, bei Salzburg und Innsbruck schauten wir faul aus dem Fenster, suchten uns bekannte Stellen. Stunden später: Die Fahrt durch Täler und Schluchten hinunter nach Feldkirch war wild romantisch. Seit Salzburg war unser Wagen nicht mehr überfüllt, eine entspannte Reisegemeinschaft näherte sich der Schweizer Grenze.

 

Bei Buchs sahen die Ortschilder wieder heimatlich aus, der Schaffner sprach Mundart – wir hatten es geschafft; bald wieder zu Hause.

Bald zu Hause, aber leider nur fast. Die Fahrt sollte eigentlich gleich weitergehen. Die Zug Türen piepsten nervös. Ebenso hektisch tönten die Durchsagen: "Technisches Problem, arbeiten an einer Lösung, kleine Verspätung, kein Problem mit den Anschlüssen", wir hörten gar nicht richtig hin. Erst als die Kondukteurin verkündete: "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung!", war Herr Maibach klar: das gibt nix mehr. Er kennt das von seinen Computern. Und tatsächlich, der Zug tat keinen Wank mehr. Wir wurden aufgefordert, in die S4 umzusteigen. Die war aber wegen dem Feierabendverkehr platschvoll. Doch wir hatten so viel "Arbeitstechnik" von Thomas abgeguckt, dass wir dank etlichen Zaubertricks Sitzplätze ergatterten.

Dann schaltete ein SBB-Disponent in einer fernen Zentrale den Turbo ein: Er lenkte uns an Sargans vorbei weiter nach Ziegelbrücke, nahe bei Rosmaries Heimat, und liess uns dort in eine fast leere S25 umsteigen, die auf dem Rückweg nach Zürich war.  Dort wars dann einfach: noch einmal umsteigen auf den Intercity nach Bern, Einkaufen im HB-Bern und ab ins Taxi. Als wir die Wohnungstüre hinter uns schlossen, fielen wir uns in die Arme – es und wir waren geschafft. Einfach Ferien! Dankbar, dass wir so gesund wieder zurück gekommen sind.

Das hat uns auf dieser Reise gefallen

Das hat uns auf dieser Reise gefallen

 

  • Wir hatten wirklich Glück mit den Unterkünften – die Kabine auf der Melodia war nicht sehr gross, aber zweckmässig eingerichtet. Grosse Fenster boten einen schönen Blick auf die Donau.
  • Das friedliche Gleiten über die Donau und nichts zu tun als Lesen, Schlafen und fein essen – und zwischendurch eine freiwillige Besichtigung. Ein komfortables Gefühl, dass das Hotel immer mitreist.
  • Trotz Mehrfach-voll-und-viel-Verpflegung blieb der abschliessende Blick auf die Waage im Rahmen.
  • Wir wissen jetzt klar, dass wir für Flussreisen noch zu jung und für Kreuzfahrten nicht geeignet sind.
  • In Prag überzeugte die Lage und das schöne Bürgerzimmer nahe der Burg. Keine schmutzigen und stinkenden Teppiche - wir fanden einen schönen Riemenboden vor. Sehr gut für Allergiker geeignet. Die Aussicht war einmalig.
  • Ein paar Schritte vom Hotel haben wir im vegan's ausgezeichnet gegessen. Eine neue Erfahrung für uns.
  • Das verträumte, nächtliche Prag, die krummen Gässchen, die sanfte Beleuchtung. Wir genossen das «Gässlen».
  • Die VCA Cityappartements in Wien holten uns voll ab: gross, schön und praktisch eingerichtet und an bester Lage - auch hier für Allergiker geeignet. Die Betreuung in den VCA City Appartements war ein wundervoller Abschluss der Reise.
  • Wie, wie immer ist Wien "ein nach Hause kommen" und auch wieder schön, die Schilder lesen zu können!

 

Das hat uns weniger gut gefallen

  • Im Anschluss an die Flussreise wurde doch recht energisch um Trinkgelder angehalten. Sicher freiwillig, aber schon ein etwas seltsamer Brauch für Helvetier auf einer Schweizer Schifffahrt. Aber die Mitarbeitenden scheinen daraus angewiesen zu sein.
  • Neben der gebuchten Reise kommen dann etliche Nebenkosten dazu, die man beim Reisebudget dazu rechnen muss.
  • Ehrlicher wären, wenn die vielen Trinkgelder vermerkt würden.
  • Die nicht eingenommenen Mahlzeiten wurden auch nicht vergütet und vegetarisch ist auf dem Schiff nach wie vor "Zufall" ...
  • Dürnstein ein wunderschöner Stift, ist hoffnungslos überlaufen. Ob das wirklich gut ist?
  • Bei den Hotspots in Prag unglaublich viele Leute und lange Wartezeiten. Etwas in Ruhe ansehen oder einigermassen entspannt zu essen ist nur ausserhalb dieser Zentren möglich. Oder in Randzeiten. Denn manchmal gab es bei der Karlsbrücke kein Durchkommen.
  • Drei Reisetage mit Zugsreisen – drei Mal Pannen, die nicht passieren dürften, sei es in Tschechien, in Deutschland und in der Schweiz. Da überlegt man sich schon, ob Zugreisen wirklich so cool sind. Dabei haben wir uns dieses Mal gegen das Flugzeug entschieden.

herzlichen dank

Danke an Vaglio Reisen AG, Sergio und Jeannine, die uns unterstützt haben.
www.vaglio-reisen.ch

 

Danke auch an Bibiana und Thomas, für eure Begleitung in Prag. Danke an Barbara und Alfred Krammer von den VCA – Vienna City Appartements in Wien, (www.schottenring33.com) für die vielfältigen Infos über Wien. Herzlichen Dank auch allen, die mit uns mitgefiebert und virtuell mitgereist sind.