budapest estzergom bratislava

Nun schon ist der 4. Tag vorbei – irgendwie kommen wir gar nicht dazu, unsere Berichte zu schreiben, so viel ist los auf unserer Reise. Mich erinnert es an die Zeit, als ich selber «Lager» geleitet habe. Aufstehen – Morgenessen – Programm – Mittagessen. Bei Mittagessen jedoch haben wir uns ausgeklinkt.  So viel Essen, das schaffen wir einfach nicht. Abends dann wieder Programm und kurz vor dem Abendessen gehen wir zu Sabine in die «Schule», damit wir das Programm vom andern Tag erklärt bekommen. Tja, und dann ein feines Abendessen und kein Spassprogramm. Leider nein, Sergio, wir spielen am Abend kein Bingo, denn dazu sind wir definitiv zu müde und nach einigen Runden auf dem Sonnendeck – reicht es gerade noch, das Tagesprogramm von morgen nach zu lesen.

 

Gestern Abend fuhren wir mit unserem Lieblingschauffeur, dem Kurt «furt mit Kurt», durch Budapest. Mit dabei einer Reiseleiterin, die viel zu viele Informationen an die Frau und den Mann bringen wollte. So staunten und hörten wir zu, so gut es ging, und genossen das Lichtermeer oben am Aussichtspunkt, dort, wo noch gefühlt tausende Neugierige standen. Zufälligerweise konnten wir  einem wunderschönen Feuerwerk zuschauen. Vielleicht hatte jemand Geburtstag – wir wissen es nicht – aber toll war es.

 

Sichtlich müde sind wir nach dieser rund einstündigen Fahrt wieder in unser «Biwak» zurückgekehrt. Man muss sich schon an das «Lagerleben» gewöhnen. Trotzdem macht es auch Spass, wenn einfach alles organisiert ist. Sabine, die dafür sorgt, dass wir im richtigen Bus sind, die auch dafür sorgt, dass wir alle wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Die Chauffeure, die sich durch die Städte quälen und uns abholen und auch wieder zurückbringen.

 

Ich mag Budapest – es erinnert mich an vielem an Wien. Die Energie in Budapest ist speziell und auch sehr angenehm. Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, dass viele noch von früheren Zeiten träumen. Die Vergangenheit ist omnipräsent, doch neuere Geschichte ist kein Thema bei den lokalen Reiseführerin.

 

Wir sahen das Parlamentsgebäude, das Wahrzeichen von Budapest, auf das alle Ungarn sehr stolz zu sein scheinen. Wir sahen aber auch unzählige Kirchen und prächtigen Bauten und genossen den herrlichen Tag.  Eva, ich kann verstehen, dass du stolz auf deine Heimatstadt bist.

 

Nach rund drei Stunden, fahren, marschieren, der Reiseleiterin zuhören – die einten mehr, die anderen weniger, fotografieren, brachte uns Kurt wieder in unser fahrendes Hotel zurück. Bereits stand das Mittagessen bereit, aber auch heute haben wir uns wieder ausgeklinkt. Es ist einfach zu viel – obwohl sehr gut. So hatten wir immerhin eine Stunde Pause, in der wir uns ein bisschen erholen konnten bevor wir uns wieder aus unserem «Basislager» verabschiedeten. Die einen blieben auf dem Schiff und verbrachten einen gemütlichen Nachmittag. Herr Maibach und Frau Bernasconi wollten noch einiges sehen und so entschieden sie sich mit dem Bus nach Estzergom  zu fahren. Der Chauffeur brachte uns zuerst nach Szentendre.

Eigentlich ein hübsches, bescheidenes Dorf. Doch das kleine Dorf war vollgestopft mit Souvenirläden – und rappelvoll mit Touristen. In einer Seitengasse entdeckten wir eine kleine Handlung mit Meterware an schönem Blaudrucktuch. Die Inhaberin erklärte uns ausführlich, wie daraus Tischdecken und Schürzen genäht würden. Doch Rosmarie im Schurz, geschweige denn am Nähen wird Herrn Maibach immer unvorstellbar bleiben. Nach rund einer Stunde fuhren wir zum Donauknie. Wir hatten eine wunderschöne Aussicht über die enge Schlaufe der Donau. Von der Burg in Visegrad aus erkannten wir in weiter Ferne die Excellence Melodia, die unserem Bus gemütlich nach Estzergom folgte.

 

Der nächste Halt war bereits Estzergom. Dort besuchten wir die grösste Kirche von Ungarn. Trotz der diesmal sehr angenehmen Reiseleiterin waren wir mit Informationen übersättigt. So stellten wir die Audioguidekästli auf sehr leise. Wir wussten dann, wenn es noch «chräschlet» sind wir nicht zu weit von der «Herde» entfernt.

 

Unser langer Ausflug näherte sich dem Ende, der Bus fuhr uns zur Anlegerstelle. Von weitem sahen wir die Excellence Melodia, die uns an Bord nahm und nun durch die Nacht weiter nach Bratislava fährt.