Jüdisches Museum - Feuervogel - Abschluss

8.10.2017 bis 10.10.2017

Kaum waren wir vom Fassl-Wirt zurück im Zentrum und in unserem Bijou-Appartement eingenistet, wurde Herr Maibach überfallartig 64 Jahre alt: Der 8. Oktober brach an. Nach der fröhlichen Tischrunde rund um Anita, Alfons und Dominik blieben so ein paar Momente Rückblick und etwas Ausblick. Schon einige Geburtstage hatten wir in Wien verbracht und wir freuten uns auf einen ruhigen Sonntag, übersetzt: Auf ein volles Programm.

Doch zuerst hiess es ausschlafen und spät frühstücken – ungestört in unserer Idylle am Schottenring. Nächstes Ziel war das jüdische Museum in der Nähe des Zentrums. Mehrere Stunden liessen wir die aufwühlende und umfangreiche Dokumentation der Geschichte der Juden in Wien auf uns einwirken. Der Museumsbesuch knüpfte an vorherige Stationen auf dieser Reise an. Und er passte ausgezeichnet in die traditionell eher nachdenkliche Stimmung an unseren Geburtstagen.

Wir zogen noch etwas durch die Gassen und fanden uns wie von Zauberhand geleitet wieder am Schottenring ein.

Am Abend profitierten wir von der günstigen Lage zur Volksoper. In der Tasche knisterten die Tickets für den Ballettabend des Wiener Staatsballetts: Petruschka, Movements to Stravinsky und der Feuervogel wurden gegeben. Wie jedes Mal liessen wir uns von der Theaterathmosphäre verzaubern, genossen die zarten und kräftigen Klänge der Musik und bewunderten das perfekte Ballett, die subtil erzählten Geschichten. Wie plump und schwer wir wirkten, als wir uns aus den Sesseln hievten um mit der Strassenbahn zurück zu rattern. Die Anmut der Tänzerinnen und Tänzer faszinierten uns, denn wir würden uns wohl eher in einem Yogibär-Balett bewegen können. Heftige Herbststürme tobten in den Gassen, es wurde kalt. Blätter wirbelten durch den Schottenring, es begann zu regnen. Wir liessen uns einen letzten Bummel nicht nehmen, die Stimmung passte zum emotionalen Musikabend.

Ein neuer Tag – kalt und strahlend sonnig. Wir nahmen eine neue Strecke unter die Füsse und zogen dem Donaukanal entlang zur Friedensbrücke. Ein schöner Herbstbummel mitten in Wien war genau das richtige für diesen letzten Morgen. Noch dem Stephansdom auf Wiedersehen sagen, eine Kerze für uns und unsere Freunde anzünden. Danke sagen, dass alles so gut geklappt hat – und die wenigen Dinge, die nicht geklappt haben, vergessen wir eh schnell wieder.  Einen Apfelstrudel und ein Würstel im Kaffee Mozart – dem Geheimtipp von Marie-Luise und schon mussten wir ans Packen denken und an die letzten Stunden vor der Abreise.

Obwohl wir diesbezüglich etwas abergläubisch geworden sind, haben wir es dennoch ausgesprochen: «Uns nimmt wunder, was die Bahn für unsere Rückreise an Überraschungen ausgeheckt hat?» Wir werden es nicht verschreiben und verschreien und glauben daran, dass alles klappen wird.

Nun ein bisschen wehmütig sind wir schon, uns von dieser schönen Reise zu verabschieden und wieder ins Leben B zurückzukehren. Wir sind froh haben wir diesen Blog, so können wir in aller Ruhe nachlesen was wir alles gemacht haben.