Dresden wir sind da, 13. 10. 2019

International bekannt ist Dresden als eine Kulturstadt mit zahlreichen bedeutenden Bauwerken wie dem barocken Zwinger, herausragenden Museen wie der Gemäldegalerie Alter Meister und berühmten Klangkörpern wie der Sächsischen Staatskapelle oder dem Kreuzchor. Die Dresdner Altstadt wurde in großen Teilen rekonstruiert und durch verschiedene architektonische Epochen geprägt, neben dem Zwinger beispielsweise mit der Frauenkirche am Neumarkt, der Semperoper und der Hofkirche sowie dem Residenzschloss. Der 1434 begründete Striezelmarkt ist einer der ältesten und bekanntesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Dresden wird auch Elbflorenz genannt, ursprünglich vor allem wegen seiner Kunstsammlungen; maßgeblich trug dazu sowohl seine barocke und mediterran geprägte Architektur als auch seine malerische und klimatisch begünstigte Lage im Elbtal bei.


Weil hier viel von damals gesprochen wird, erlaube ich mir heute auch kurz von «unserem» damals zu sprechen. 2005 fuhren wir mit dem Auto nach Hamburg und dann weiter nach Rügen in die Ferien. Unser Ziel war es damals, danach mit dem Auto via Dresden wieder zurück in die Schweiz zu reisen. Und manchmal kommt es ganz anders, als man denkt. Am 22.8.05 überraschte ein heftiges Hochwasser die Berner Matte und so war es für uns klar, dass wir so schnell als möglich wieder nach Hause fahren wollten. So fiel dann auch unser Besuch in Dresden buchstäblich ins Wasser. Deshalb hatten wir jahrelang noch eine Pendenz offen. Nun – jetzt sind wir endlich da. Nachdem wir unseren Ruhetag in Berlin genossen haben, freuten wir uns auf’s weiterreisen.

Wir bestiegen den Zug nach Prag – in rund vier Stunden wäre man von Berlin in Prag, doch wir stiegen wie geplant im Dresdener Hauptbahnhof aus. Es scheint alles so in einer anderen Dimension und doch so nah. Damals, vor zwei Jahren als wir Prag besuchten, war dies eine halbe Weltreise.Wir denken gerne auch an Thomas und Bibiana zurück, die wir im Zug nach Prag kennenlernten und mit denen wir unzählige lustige Momente erlebt haben.

Wieder zurück in die Gegenwart, so von Berlin aus trafen wir nach gut zwei Stunden in Dresden ein. Dick eingepackt, weil es in Berlin morgens doch noch recht kühl war, traf uns der Klimaschock, es war so sommerlich warm, dass uns der Schweiss nur so von der Stirn floss. Zum Hotel marschierten wir, die dicken Jacken über dem Arm, durch die sommerliche Pragerstrasse und checkten am Neumarkt in unser Hotel ein. Der Ausblick aus dem Zimmer ist einfach sagenhaft. Mitten im Zentrum, beim Kulturpalast und die Sehenswürdigkeiten gleich in der Nähe. Einfach kuul.

 

So schoben wir die Koffer ins Zimmer und, nichts wie los auf die Gasse. Besser gesagt in die Touristeninfo. Und weil wir das in jeder Stadt machen, die wir noch nicht kennen lösen wir ein Hop-on/hop-off Ticket für eine Stadtrundfahrt für 24 Stunden. Und um ehrlich zu sein, wir blieben einfach sitzen, weil wir zuerst einfach einen ersten Eindruck gewinnen und die Stadt geniessen wollten. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Fahrer erzählte uns die ganze Stadtgeschichte seit Adam und Eva hinauf und hinunter – aber wir kennen das ja! Irgendwie schien die Zeit still zu stehen oder grosse Sprünge zu machen.

Die Bauwerke und Sehenswürdigkeiten werden wir dann morgen in aller Ruhe betrachten, die Oper, den Zwinger, die Kirchen, die Molkerei Pfund (Danke für den Tipp, Mona) und selbstverständlich werden wir die gläserne Manufaktur von VW anschauen, denn dort werden jetzt vor allem, «Staubsaugerautos» hergestellt. Vielleicht waren sogar solche hier gebaut worden, die im Sommer durch Bern’s Gassen am E-Prix surrten!

Die beschauliche Bustour fand ein jähes Ende – denn einmal mehr musste Frau Bernasconi so etwas von dringend für kleine Mädchen. Aus dem Bus gestiegen in ein umliegendes Restaurant gesaust.  Volle Blasen irren sich nie – das Lokal entpuppte sich zudem als sehr feines italienisches Restaurant. So blieben wir und genossen eine halbe Pizza. Eine halbe Pizza?  Nein, eine Pizza wie ein halbiertes Wagenrad. Leider hatten wir keine Zeit, um ein Bild von der riesigen Pizza zu schiessen – aber lecker war sie, dass könnt ihr uns glauben.

Nun sind wir im Hotel mit Blick in die Pragerstrasse, dem riesigen Platz des «Altenmarkt und der Kreuzkirche gegenüber.

Dresden hat uns bereits in unseren Bann gezogen. Und Rolf, irgendwo sind mir heute schon Christstollen und eine Million Kalorien begegnet 😉

 

Ab 15. Oktober 2019