Dresden 15.10.2019 - Dies und Jenes

Dresden mit den Verkehrsbetrieben

 

Ab heute gilt unsere Dreitageskarte der DVB – fertig mit dem behüteten Touristenbus und ab, hinein in den Dresdener Alltag. Um es gleich am Anfang zu sagen – die Bus- und Tramverbindungen sind wirklich optimal unterwegs und effizient. Dank einer pfiffigen App ist es schon fast ein Spiel, in Dresden herumzukutschieren.

Als ersten Test glitten wir auf leisen Schienen zum Strassburgerplatz. Schon beim Aussteigen erkannten wir VW’s gläsernen Manufaktur, die wir uns ansehen wollten. «Tut uns leid, aber heute ist die Manufaktur wegen einem Event geschlossen», wimmelte uns ein e-Heini ab. Weder auf der Internetseite noch am Eingang wurde dies kommuniziert. Irgendwie scheinen uns die «Staubsaugerautos» nicht zu mögen, und um ehrlich zu sein, hätten wir der Organisation wie VW eine bessere Kommunikation zuggetraut. Dann halt eben nicht. Dresden hat noch viele andere Möglichkeiten. Immerhin sind wir durch den Park getigert und haben ein paar Aussenaufnahmen geknipst, zum Trost.

 

Dort entdeckten wir die allerliebste kleine Bimmelbahn, in die wir sofort einstiegen.  Die Dresdener Parkeisenbahn führte uns über 5,6 Kilometer kreuz und quer durch den Grossen Garten, eine wirklich gross angelegte Anlage. Das Besondere sind die zahlreichen jugendlichen Helferinnen und Helfer, (ab 11 Jahren) welche die Erwachsenen Bahnfreunde tatkräftig unterstützen. Voll professionell wird das Stellwerk betrieben, Barrieren geschlossen, mit der Kelle «Zug fertig» und Abfahrt gewunken. Der junge Schaffner nahm in seinem Dienstabteil Platz und mit einem Grinsen verabschiedete er sich vom jugendlichen Bahnhofvorstand. Wir dachten uns, wenn die digitale Welt nicht will – wir steigen noch so gerne auf die 60-Jährige Parkeisenbahn um. Ein Erlebnis durch diese wunderschöne Anlage zu tuckern. Können wir allen nur empfehlen. Klar, kann auch gejoggt oder durch den Park gebummelt werden.

 

Mit der richtigen Strassenbahn gings nochmals an den Albertplatz, dort hatten wir noch eine Pendenz mit Erich Kästner, den wir gestern links liegen gelassen hatten. Frau Bernasconi fotografiert die Kästnerstatue im Park, danach wollten wir das Museum besuchen. Es wurde kompliziert: nach unzähligen Geboten, Verboten und Komplikationen wurde uns eine ausführliche Instruktion über die Archivierungsstruktur verabreicht, soweit Herr Maibach, bekennender Kästnerfan, das ganze begriff, wurde Kästners Werk in ein komplexes Schubladensystem gepresst. Nicht so unser Ding, «die Neukontextualisierung» Kästners. Allerdings sicher gut gemeint. Wir verliessen das bizarre Haus ebenso konsterniert wie fluchtartig.

 

Die nächste Tram katapultierte uns um Jahrhunderte zurück, wir widmeten uns einen ausführlichen lang dem Zwinger, kletterten Treppen hoch und wieder runter. Doch es war ein Vergnügen, durch die immense barocke Prunkanlage zu streifen. Frau Bernasconi vertiefte sich in der Mathematischen- / Physikalischen Ausstellung in die Astrolabien von faszinierender Eleganz. Danach streiften wir durch das Porzellanmuseum, von China bis Meissen verzauberten uns die Kostbaren Gefässe. Uns brummte der Schädel und wir übersprangen die Gemäldegalerie, es war einfach zu viel. Eis und Kaffee waren genau der richtige Abschluss dieses Prächtigen, milden Herbstages.

 

Wir entschlossen uns wieder zum Italiener zu gehen, nur einfach, damit Frau Bernasconi ein Bild von der Riesenpizza machen konnte. Ehrlich, solche Riesenpizzas habe ich tatsächlich noch nie gesehen und sie war echt Spitze und fein. Nach dem reichlich befrachteten Nachtessen bummelten wir noch ein wenig durch die nächtliche Altstadt und bewunderten die beleuchteten Fassaden, die das weniger Sehenswerte im Dunkel verschwinden liessen.