Blankenese, Pride und Wurst

Heute hätten wir beinahe Hosen gekauft und Schuhe. Doch irgendwie waren die Shopping - Göttinen heute nicht so auf unserer Seite und abgesehen davon, dass Frau Bernasconi den Nike-Shop ausplünderte, zogen wir unverrichteter Dinge aus Hamburgs Läden.  Schnell mussten wir etwas gegen Langeweile unternehmen und so zogen wir mit Bahn und Bus elbabwärts nach Blankenese. Ein 100% humorbefreiter Buschauffeur kassierte einen Schnellbuszuschlag für die Dreissigerzone. Das war der intellektuelle Höhepunkt an diesem heissen Tag.

 

Irgendwie spielt dieser Ort eine zentrale Rolle im Leben von Rosmarie, seit den Gründertagen unserer Ehe geistert dieser Name im Kopf und in Gesprächen herum. Herr Maibach vermutet, es hat etwas mit Karnevalslyrik zu tun und gerupften Gummihühnern. Das ist aber nur so eine Theorie. Tja vielleicht ist es auch "Blankenese - Polonese" - oder so. Jedenfalls ist Blankenese schon früh in meinem Kopf herum gegeistert wie auch die "Trude aus Buxtehude" ;-)

 

Per Boot tuckerten wir gemütlich auf der "Kleinen Freiheit" zurück an die Landungsbrücken. Die motivierten Jungs von der Hanse Ferry hängten gleich noch eine kleine Hafenrundfahrt an. Es war spannend, sich auf einer anderen Route dem Hafen zu nähern.

Pride rund ums Alsterbecken - Conchita Wurst

Nach dem alltäglichen Cooldown im Schatten der Klimaanlage zogen wir aus, um die vielen Food- und Markstände ums Alsterbecken auszukundschaften. Die Pride hielt Hof und ein buntes Völkchen amüsierte sich auf diversen Dancefloors. Welches Geschlecht gerade Mode war, welcher Bienlein auf welche Blume gehörte, war uns älteren Herrschaften doch langsam aber sicher immer weniger klar. Doch  wen kümmert's? Es ist Sommer, so soll es sein. Zu spekulieren gab intern jedenfalls, warum die Polizei immer in gemischten Dreierpatrouillen unterwegs war.

 

Per Zufall ergab es sich, dass wenige Meter neben unserem Tischchen in einer Gartenbeiz ein Bühne stand, auf der in wenigen Minuten Conchita Wurst auftreten würde. Frau Bernasconi war gebucht. Herr Maibach amüsierte sich derweil beim zusehen, wie aggressivere Männerpaare die freie Sicht auf die Bühne verteidigten. Aber Pride ist ja nicht identisch mit Peace ... eigentlich schade, doch was wollen wir dem Energie geben, wenn soviele bunte Menschen sich des Lebens freuen. Und jedenfalls habe ich den Kurzauftritt von Conchita genossen, den der hat nach wie vor eine Hammerstimme.