Hamburg, 7. Januar 2014

Rathaus Hamburg

Vor mehr als zwei Jahren waren wir das letzte Mal gemeinsam auf der Reise. Nein, wir haben es in den letzten beiden Jahren nicht vermisst, denn es waren andere Dinge angesagt, über die wir beide heute sehr dankbar sind. Im November 2013 kam unsere Reiselust wieder zurück. Ganz vorsichtig schmiedeten wir Pläne und berieten uns wohin unsere erste Reise nach dieser Zeit hingehen sollte. Wir haben zwischen und Wien und Hamburg gewählt. Und schlussendlich haben wir uns für Hamburg entschieden, denn es war uns wichtig, dass wir in eine Stadt reisen würden, die wir gut kannten und in der wir uns wohl fühlen. Hamburg ist für uns eine Stadt in der wir immer wieder neues entdecken können, aber auch die Veränderungen wahrnehmen, die in den letzten Jahren geschehen sind.

Aber der Reihe nach. Gemütlich sind wir am Montag mit dem Zug nach Hamburg gereist. Die Zeit verging wie im Fluge, denn wir hatten so viel zu bereden, sodass die Fahrt sehr kurzweilig war. Nachdem wir uns mit der Hamburgcard eingedeckt hatten, nahmen wir die erste Fahrt Richtung Reeperbahn in Angriff. Bei der Davidswache auf der Reeperbahn kurz vor unserem Hotel, sahen wir viele Polizisten in Bereitschaft. Komisch, dachten wir, und dies an einem ganz normalen Montag und erst noch einem Feiertag. Wir dachten nicht viel dabei und bezogen unser Hotelzimmer. Es ist das gleiche Zimmer wie vor drei Jahren, als wir das letzte Mal hier waren. Und wieder staunten wir, der Hafen, die Lichter ... einfach traumhaft. Wir waren beide aufgeregt, wie kleine Kinder und staunten und staunten. Die vielen Lichter und Lampen ... einfach herrlich. Wir hatten plötzlich den Eindruck, nie weg gewesen zu sein. Nach einer unruhigen und nervösen Nacht schliefen wir am Morgen aus, obwohl Peter grossartig erklärte, dass er am Morgen, sollte, ich noch schlafen, in den Fitnessraum gehen würde. Tja ... jedenfalls haben wir es knapp geschafft vor der Deadline von 10.30 am Frühstückstisch zu sitzen. Ein herrliches Frühstück erwartete uns und so liessen wir den Tag gemütlich angehen. Wohin gehen wir heute? Dies wie jeden Tag die Frage. Wir hatten keine konkreten Pläne, ausser einem Hafenspaziergang, denn dieser muss jedes Mal sein. Na ja, da ich mal wieder die Computermaus und das Lankabel vergessen habe, war ein Besuch im Saturn Pflicht. Doch vorher schlenderten wir zu den Landungsbrücken und standen dann auch mitten in der Hafen City. Wir staunten nur noch, denn als wir vor rund zehn Jahren das erste Mal in Hamburg waren, sah hier alles noch anders aus. Man wusste damals schon, dass sich hier einiges verändern wird, teure Wohnungen, aber auch viele Firmen siedelten sich in der Hafen City an. Die Geschäft sind gediegen und auch die Souveniershops sind etwas edler als an andern Orten. Eine neue U-Bahn gibt es auch, die wir beim herumschlendern fanden. Mit der U4 fuhren wir bis zum Jungfernstieg ins Zentrum von Hamburg, und als wir das Rathaus sahen, fühlten wir uns nun tatsächlich angekommen.

Nespresso einkaufen, Jeans für Frau Bernasconi finden und dann natürlich ab in den Saturn die fehlenden Teile einkaufen. Nach rund 5 Stunden Hamburg herum huntern, fuhren wir ins Hotel zurück in unseren Adlerhorst. Vor dem Nachtessen kam es Herr Maibach tatsächlich in den Sinn noch fitten zu gehen - auch gut. Eigentlich wollten wir im Hotel essen, doch irgendwie zog es uns nach draussen. Nachdem wir uns beim Griechen verpflegt haben, wanderten wir in der Vergangenheit und marschierten Richtung Fischmarkt wo unser früheres Hotel ist, gleich gegenüber der Schellfischposten von dem jeweils Inas Nacht übertragen wird. Eigentlich wollten wir mit dem Schiff zurück, doch plötzlich sahen wir die vielen Blaulichter der Polizeiautos.

Nächtliches Hamburg

Schon von weitem sahen wir überall Polizei so wie gestern bei unserer Ankunft nur noch stärker. Als wir über die Reeperbahn ins Hotel zurück marschieren wollten sahen wir uns von Polizisten eingekesselt. Wir hatten kein mulmiges Gefühl, wir waren eher erstaunt über das Riesenaufgebot der Poilzei auf der Reeperbahn

Bereits gestern Abend haben wir uns gewundert, dass die beliebte Esso Tankstelle auf dem Kiez geschlossen war. Wir hatten aber nicht im Traum daran gedacht, dass dies mit den Krawallen zu tun haben könnte. In den Nachrichten hörten wir, dass diese und die Häuser rund herum wegen Einsturzgefahr geräumt werden müssen. Es waren Sozialwohnungen und viele Menschen, die in diesen Wohnungen lebten, sind entweder in Hotels oder bei Privaten untergebracht. Heute Abend marschierten dann auch massenhaft Demonstranten durch die Reeperbahn und das Polizeiaufgebot war riesig. Wir fanden uns wie in einem Film wieder überall wo wir durchmarschieren wollten, sahen wir Polizisten. Ich hoffe, dass ich nicht davon träume, sonst bleibe ich wach und schaue über den Hafen und träume vom schönen Hafen in Hamburg.

Was wir am Mittwoch machen werden, wissen wir noch nicht. Vielleicht besuchen wir morgen Abend noch das Phantom der Oper, sollten wir noch Tickets zu einigermassen normalen Preisen bekommen!

Hamburg, 8.1.2014 - Hafen, Queen Elisabeth

Peter Kreuzfahrtschiff

Heute liessen wir es etwas gemütlicher angehen. Schliesslich haben wir ja nicht Hamburg in 24 Stunden gebucht, wenigstens ich nicht, bei Frau Bernasconi bin ich da nicht so sicher. Auch Frau Bernasconi hatte es diesmal nicht im Sinn in 24 Stunden durch Hamburg zu rasen - unsere Vorsätze sind auf guten Wegen! Jedenfalls regnete es in Strömen heute morgen und so lag ein gemütliches und langes Frühstück drin und siehe da, kaum waren wir endlich satt, verzogen sich die Regenwolken ins Landesinnere und eine zaghafte Sonne erweckte im Hamburger Januar Frühlingsgefühle.

Nicht für uns, denn wir mussten Tickets für das Phantom besorgen. Ab zur Neuen Flora. Dort unterhielten sich die Kassiererin und Rosmarie innig, bis, Stunden später Frau Bernasconi mit den besten Tickets diesseits des Äquators, mit roten Backen und strahlend mich vom gefühlt 100 Rundgang durch das Theaterfoyer abholte.

Nach etlichen mehr oder weniger freiwilligen (Die Buslinie war korrekt, leider aber die Richtung nicht) Kilometern durch die Aussenbezirke, nicht gerade dort, wo Hamburg am schönsten ist, landeten wir beim Hafen, wen wundert's. Mit der Bus-Bootslinie ging es weiter nach "unserem" Finkenwerder, einfach gemütlich durch den Hafen tuckern und sehen, was sich auf dem Wasser so tut. Doch lange blieb es nicht ruhig im Kratten. Denn die Queen Elisabeth hatte angelegt. Zusammen mit zahlreichen Schaulustigen erwiderten wir dem eleganten Ozeanriesen unsere Referenz. Wir staunten einfach und irgendwie bleiben wir unseren Grundsätzen treu, eine Reise auf einem solchen Schiff ist wohl wirklich nichts für uns.

Hamburg Landungsbrücken

Als wir dann endlich die Augen von diesem grossen Schiff lassen konnten, marschierten wir wieder Richtung Fischhalle. Die Sonne bescherte uns ein besonderes Licht und so genossen wir die Sonnenstrahlen noch bei einer kurzen Strecke vom Fischmarkt zur Landungsbrücke. Dann haben wir uns in unseren Adlerhorst über dem Hafen zurückgezogen und freuen uns auf einen gemeinsamen Musicalabend.

Aus medizinischer beginnt der Aufenthalt zufriedenstellen. Ich muss mich manchmal gegen den Sog der Grossstadt stemmen und eine Pause mehr als gewohnt einlegen. Regelmässig genug trinken nicht vergessen ist manchmal eine Herausforderung, doch es "fägt", wieder unterwegs zu sein, der Elbe nach hinunter zu blicken, Richtung Amerika, wo noch viele Reiseziele liegen.

Hamburg 9.1. Hafen und Museen

Heute sind wir ziemlich müde, denn das Wetter ist anstrengend ... oder ist es Hamburg? Jedenfalls wollten wir uns einen eher gemütlichen Tag machen, aber das wollen wir immer mal wieder, wenn wir hier sind. Es gelingt uns nur bedingt. Hamburg ist eine wirklich faszinierende Stadt mit allen Höhen und Tiefen. Es ist schon speziell in dieser Zeit hier zu sein. Der Alltag in Hamburg ist ein anderer, als im Sommer oder Herbst, wenn alle Touristen da sind. Das Leben am Hafen ist kurzweilig und doch täuscht es nicht darüber hinweg, dass das Geld wie auch in andern Ländern nicht auf der Strasse liegt. Wir wundern uns eher, dass an vielen Ecken Obdachlose in dicken Wolldecken am Boden liegen, die Bierflaschen in der Nähe und die vielen Bettler, ein eigenartiges Bild, bei dieser Kälte. Auch in den kleinen Läden, die die ganze Zeit geöffnet haben, kommen die Obdachlosen mit Leergut und holen sich eine neue Flasche Bier. Der Besitzer des kleinen Türkenladen gleich neben dem Hotel  geht mit den Menschen damit ziemlich relaxt und normal um, während wir vielmehr darüber staunen. Auch beschäftigt uns, dass die grosse ESSO-Tankstellen, die jahrelang als Vorzeigetreffpunkt galt, nicht mehr ist. Die Tankstelle ist geschlossen, der grosse Wohnblock dahinter gleicht mit seinen abgestürzten Balkons einer Ruine, das Leben rund herum geht weiter. Und doch scheint mir, dass ein grosses Stück alte Reeperbahn verschwindet. Was anstelle dieser Gebäude hingestellt wird, das steht noch nicht fest oder man weiss es weiterhin nicht genau. Auch haben wir uns daran gewöhnt, dass wir am Abend jeweils bei der Davidswache an vielen Polizisten vorbei müssen. Aber ... und das ist das Schöne, Hamburg bietet viel und der Hafen ist für uns nach wie vor das Kernstück von Hamburg, deshalb war es auch heute klar, dass unser erster Gang nach dem Frühstück zum Hafen war. Eigentlich wollten wir ins Gewürzmuseum, http://www.spicys.de/. Als wir allerdings das Schiff der Linie 62 nach Finkenwerder vor unserer Nase hatten, stiegen wir einfach ein und genossen fürs Erste die Fahrt nach Finkenwerder. Dort wo gestern die Quenn Elizabeth stand, war der Platz leer. Übrigens war der 8. Januar der einzige Tag im in diesem Monat, wo ein Kreuzschiff für einen Tag anlegte - und wir waren da. Ich habe zu Beginn der Woche gesagt, dass ich gerne ein solches Schiff sehen würde - und siehe da.
Jedenfalls genossen wir die Schifffahrt nach Finkenwerder. Der Wind blies mir um den Kopf, als ich auf dem Oberdeck fotografierte. Ich zog es dann auch vor zu Peter nach unten in die Wärme zu gehen und die Aussicht aus der Wärme zu geniessen. Nach gut einer Stunde war diese Reise zu Ende und wir standen wieder an den Landungsbrücken.

Hamburg Speicherstadt

Erst jetzt nahmen wir den Weg zum Gewürzmuseum unter die Füsse und marschierten an einigen portugiesischen, spanischen und italienischen Restaurants vorbei. Stunden später stiegen wir die schmalen Treppen hoch und mussten nur der Nase nach gehen, um an unser Ziel zu gelangen. Wir waren vor rund zehn Jahren schon mal in diesem Museum und uns faszinierte es auch heute wieder. Die vielen Gerüche der Gewürze blieb uns den ganzen Tag in der Nase hängen. Wir staunten über die unterschiedlichen Paprikasorten, aber auch die Vanillesorten hatten es uns angetan. Nachdem Rundgang waren wir schon etwas high und so fanden wir, dass wir dem Speichermuseum gleich nebenan http://www.speicherstadtmuseum.de/  einen Besuch abstatten könnten. Wir wurden nicht enttäuscht. Die nette Dame an der Kasse servierte uns auch noch einen Kaffee und nach den vielen Eindrücken und einem Schokoriegel verliessen wir die Speicherstadt Richtung Innenstadt. Jetzt hätten wir das Wunderland auch gleich noch besuchen können, doch das unterliessen wir, denn die Modelleisenbahnanlage besuchten wir schon einige Mal, sodass wir es uns dieses Mal verklemmen konnten.

Gemütlich, bei Wind und leichtem Regen marschierten wir zum Rathaus. Hier stand ein leerer Stadtrundfahrtbus, auch hier also keine Touristen, der Chauffeur fragte uns, ob wir einsteigen wollten. Wir fanden, dass der Bus für uns alleine viel zu gross sei, sodass wir den Weg zum Jungfernstieg zu Fuss absolvierten. Nachdem wir nach wie vor den Geruch der vielen feinen Gewürze in unserer Nase hatten, suchten wir den berühmten Schubeck, denn wir in der Nähe vom Saturn fanden und deckten und  uns mit leckeren Gewürzmischungen ein. Noch nicht ein Mal ganz vier Uhr nachmittags und bereits begann das Einnachten.
Die Europassage haben wir abgeklappert und trotz Müdigkeit musste Frau Bernasconi unbedingt noch in den Nikeshop, in den Rossmann - Laden ... in den Appleshop, dies aber nur wegen dem Wlan ...
Müde kamen wir in unseren Adlerhorst zurück. Die Ruhe dauerte nicht allzu lange, denn Herr Maibach wollte noch etwas fitten und Frau Bernasconi ins Dampfbad. Auch gut! Und dann gings darum das Abendessen zu jagen. Vor drei Jahren hatten wir eine kleines Restaurant ganz in der Nähe entdeckt, dies wollten wir besuchen. Auch dieses ist verschwunden, stattdessen steht dort ein grosser Fleischtempel. So marschierten wir den wieder durch die Reeperbahn zurück und hielten nach einem andern Restaurant Ausschau. Wir wurden fündig und genossen ein leckeres Essen. Zum Glück haben wir noch Geld aus dem Automaten gelassen, denn auch in diesem Restaurant konnte man nicht mit Kreditkarte bezahlen. Wir sind etwas erstaunt, dass man hier an vielem Orten bar bezahlen muss, weil die Gebühren der Kreditkarten offenbar ganz einfach zu hoch sind.  Nichts desto trotz das Essen war lecker und morgen werden wir sehen was wir alles anstellen werden. Der Hafenbesuch ist sicher ... und wie weiter das steht in den Sternen.

Hamburg, 10.1. HafenCity und Museen

Schild Frau Engel
Schild Frau Engel

Wieder begann der Tag mit viel Regen. So schön die Aussicht vom 19. Stock auf den Hafen auch ist, so gespenstig ist es, wenn der Regen und der Wind an die Scheiben peitscht. Gut neun Uhr, es war wie Nacht, der Tag hat irgendwie noch gar nicht begonnen, ich reibe mir mal den Schlaf aus den Augen und betrachte das Treiben im Hafen. Was wir heute unternehmen würden, das wussten wir noch nicht genau. Peter liess mich schlafen und als ich erwachte lag ein Zettel auf dem Nachttisch. "Ich bin im Fitnessraum und etwa um 09.30 wieder da." Auch gut, dachte ich und schlurfte zur Nespressomaschine und genehmigte mir mal einen Kaffee. Zuerst einmal frühstücken und dann schauen was wir machen wollen, so begannen wir den Tag ohne Stress und in aller Ruhe.

Im September werde ich wieder mit einer Gruppe von TAB-Thurgau hier in Hamburg sein und so machten wir uns auf den Weg zu einem Hotel, das möglicherweise in Frage kommt. Das Hotel Wedina liegt ungefähr 500 Meter von Hauptbahnhof weg und so suchten wir mit Hilfe von Google Maps - und fanden das Hotel denn auch schnell. Irgendwie war heute nicht so unser Tag, denn Herr Maibach wollte etwas anderes als Frau Bernasconi, eigentlich wusste Frau Bernasconi nicht, was sie eigentlich wollte und so schlug den Herr Maibach einen weiteren Museumsbesuch vor. Museen gibt es hier in Hamburg wie Sand am Meer. Peter konnte mich von der Ausstellung "Die Flut" überzeugen. Die Flut, die vor rund 50 Jahren Hamburg in Angst und Schrecken versetzte.

Bevor wir mit der U4 in die Hafencity fuhren, entdeckte ich das Ohnsorg-Theater am Heidi Kabel Platz gleich neben dem Hautbahnhof. Heidi Kabel war oft in unserer guten Stube in Linthal aber auch in Bern anzutreffen. Das Ohnsorg-Theater gehörte wie das Millowitsch-Theater aus Köln oder der Komödienstadel aus München zu den Samstagunterhaltungen. Tja früher ... jetzt sind wir auch schon so weit, dass wir sagen können "Ja früher." Heute ist alles anders - das Ohnsorg-Theater ist an einem neuen Standort, die Schauspieler, die ich im TV bewundern konnte, sind die meisten schon gestorben und eine neue Crew spielt nun im neuen Ohnsorg-Theater. Ein bisschen Nostalgie ist immer dabei, wenn wir in Hamburg sind, denn es ändert sich doch vieles. Nun, als ich einige Bilder vom neuen Theater, von der Statue von Heidi Kabel gemacht habe, konnten wir endlich aufbrechen und mit der U4 an unser nächstes Ziel fahren.

Die Flut www.die-flut-hamburg.de ein verrücktes Zeitdokument, und wenn man wie wir in der Matte leben, dann berührt einem diese Ausstellung schon. Viele Menschen mussten 1962 ihr Leben lassen, aber auch ihr Hab und Gut hinter sich lassen. Die Ausstellung ist wirklich spannend und macht einem auch nachdenklich, denn hier wird auch sichtbar, was Wasser alles anrichten konnte. Gut - es sind mehr als 50 Jahre vergangen und Hamburg hat aufgerüstet, der Hochwasserschutz ist vorbildlich und die Regierung hat ihre Hausaufgaben wirklich gemacht, dies sieht man überall am Hafen, in der Hafencity - überall. Wir denken natürlich oft an die Matte und haben auch Hochwasser erlebt, doch wie muss es diesen Menschen damals ergangen sein?

Historisches Telefon

Nach dieser emotionalen Ausstellung genehmigten wir uns einen Kaffee und Herr Maibach fand, dass wir nun auch noch www.internationales-maritimes-museum.de besuchen könnten, das gleich im andern Gebäude ist. Mini Närve ... wir dachten, dass dies eine kleine schnüggelige Ausstellung ist - doch weit gefehlt - eine Riesenausstellung, die es sich aber lohnt, anzusehen. Alles was mit Wasser, Schifffahrt, dem Leben auf dem Wasser, rund um die Binnenschifffahrt - Modellschiffe ... etc. - wirklich verrückt wie immens diese Ausstellung tatsächlich ist. Alles haben wir nicht anschauen können, den es war so viel - mich erstaunte eher, woher all die Museumsstücke herkommen. Die Malereien, die Uniformen, Schiffe, Modellschiffe, Waffen ... jedenfalls kann man einen ganzen Tag in dieser Ausstellung verbringen und man hat noch lange nicht alles gesehen. Faszinierend! Nach mehr als zwei Stunden waren wir dann doch etwas erschöpft und zogen es vor, Richtung Hotel zu ziehen. Müde und mit vielen Eindrücken sind wir wieder in unserem Adlerhorst gelandet.

Das Nachthessen haben wir in der Nähe von Baumwall gejagt, dort hat es ganz viele italienische, spanische und portugiesische Restaurants - eines neben dem andern. Wir entschieden uns für das Restaurant Pescador. Das Essen war vorzüglich. Nach dem Abendessen marschierten wir wieder Richtung Hafen und bestiegen das Schiff nach Finkenwerder. Bei der Docktstation stiegen wir aus und marschierten zügig Richtung Fischmarkt, via Reeperbahn wieder ins Hotel zurück. Für einmal war bei der Davidswache alles ruhig und das Polizeiaufgebot hielt sich im Rahmen. Was wir morgen, an unserem letzten Tag alles anstellen werden, keine Ahnung den es kommt wirklich auf das Wetter an und das ist hier in Hamburg unberechenbar. Und im Winter sind die Tage auch sehr kurz so wird es gegen neun Uhr hell und um halb fünf ist es bereits dunkel - und schon blinken Tausende von Lichter des Hafens.

Hamburg, 11.1. - Alsterrundfahrt

Vollen guten Mutes begannen wir unsere Shoppingtour heute Morgen aber nach rund drei Läden (für Peter waren es gefühlte 100 Läden) war es uns zu viel, denn nicht nur wir hatten den Plan bei diesem Regenwetter einkaufen zu gehen. In der Europapassge mit den vielen Geschäften waren so viele Leute, denn wer mag schon in der Kälte und im Regen durch Hamburg flanieren? Wir jedenfalls nicht und für einen Museumstag hatten wir auch keine Lust und nasse Füsse wollten wir auch nicht ... Jedenfalls sind wir beim Jungfernstieg über den Schiffsteg geschlendert und entschlossen und zu einer gemütlichen Alsterfahrt. Im Schiff war es angenehm warm, der Kapitän war gleichzeitig der Pausenclown und erzählte so das eine oder andere über die Alster, aber auch von den schönen Herrschaftshäusern, Prachtvillen und dass auch schon Queen Elizabeth in einem dieser Häuser gewohnt hatte.

Durch die Aussenalster fuhren wir an den besten Adressen und den teuersten Villen vorbei. Der Kapitän war von grosser Zurückhaltung so erzählte er uns nur, dass Otto Walkes in einem dieser Häuser lebt, denn dem ist es egal, dass die Leute wissen, dass er hier lebt. Andere Promis bleiben lieber unter sich und machen nicht öffentlich, wo sie wohnen. Der Kapitän meinte dann auch nur, dass wenn man hier eine Wohnung, ein Haus oder eine Villa ergattern möchte, dies nur geschehen kann, hier geboren zu werden oder eingeheiratet zu sein. Kompliziert ... jedenfalls hat mich dieses Viertel fasziniert, allerdings muss ich sagen, wäre es mir wohl hier viel zu langweilig, abseits vom pulsierenden Leben von Hamburg zu sein. Beim Rückweg sind wir bei unzähligen Botschaften vorbei getuckert, an der Zahl sind es rund 97 Botschaften, die hier in Hamburg sind. Und wie der Kapitän auch bemerkte, teilen sich die Österreicher und die Schweizer das Konsulat. Guter Plan, finde ich. Nach gut einer Stunde sind wir wieder am Bootssteg beim Jungfernstieg gelandet, es regnete immer noch und irgendwie hatten wir nun wirklich keine Lust mehr irgendwo durch den Regen zu hetzen und so zogen wir es vor via Reeperbahn ins Hotel zurückzukehren, um uns im Welnessbereich herum zu lümmeln. Peter auf dem Velo und ich in der Sauna. Jedenfalls freuen wir uns nun auf ein Abendessen im Hotel und vielleicht machen wir noch einen kleinen Spaziergang, wenn es das Wetter zulässt. Geplant ist morgen um 06.30 Tagwache, damit wir noch den Fischmarkt in der Nähe des Hotels besuchen können, bevor es dann wieder nach Hause geht. Es war eine tolle Woche und ich bin sehr froh hat Peter seine erste Reise nach der Transplantation so gut überstanden. Es ist nichts selbstverständlich und die kleinen zusätzlichen Pflichten, wie Medis rechtzeitig einnehmen, genügend Wasser zu trinken, ab und zu auch eine Pause einzuschalten ist glaube ganz gut gelungen. Dies bedeutet auch, dass wir eine weitere Reise planen können - wann das sein wird, das steht in den Sternen. Jedenfalls war es eine tolle Zeit und auch im Januar lohnt es sich nach Hamburg zu reisen.