Mittwoch, 25.1.2017

Ein schöner Tag ist zu Ende und wenn man der Wetterapp glauben schenken darf, dann ist es morgen schön – oder so. Jedenfalls haben wir heute so etwas wie einen Hauch blauer Himmel gesehen und uns vom schönen Wetter leiten lassen. Nachdem die letzten beiden Tage ganz im Zeichen vom Hafen und der Elbphilharmonie standen, haben wir uns heute vorgenommen, die neue Hafen City zu erkunden. Aber vorher gings noch in meinen geliebten Jeansladen, um mich  mit neuen Jeans einzudecken. Ich liebe dieses Geschäft, denn hier finde ich meine Jeans auf Anhieb und muss nicht stundenlang probieren, denn das mache ich also gar nicht gerne. Mit Sack und Pack fuhren wir dann mit der Buslinie 6 ins Hotel zurück und luden unsere Einkäufe ab.

 

Oft fragen mich Menschen, was ich den an Hamburg so gerne mag. Ich wusste es nicht wirklich genau, denn irgendwie hat mich diese Stadt schon seit unserem ersten Besuch 2005 fasziniert. Unzählige Male waren wir schon hier und ich stelle fest, dass meine Faszination nicht nachgelassen hat. Mich beeindruckt die Veränderung, die Wandelbarkeit, die Hafen- und Handelsstadt und bei jedem Besuch entdecke ich wieder neues und auch altes. Ich mag Hamburg, wegen der Vielfalt und natürlich auch wegen dem Hafen. 

 

Nach einer kurzen Pause zog es uns wieder nach draussen, den mittlerweile drückte die Sonne durch den Nebel. Wir entschlossen uns zum Schiffsterminal zu bummeln. Ich staunte nicht schlecht – wir marschierten an unzähligen Baustellen vorbei. Als wir damals, ja früher, vor rund 12 Jahren das erste Mal den Schiffsterminal besuchten war die Sicht frei, kein Gebäude, kein Haus – gar nichts. Jetzt ist die Hafencity zu einem grossen Zentrum gewachsen und wird immer grösser. Hotels werden gebaut, Büroräumlichkeiten, Wohnhäuser, Geschäfte und vieles mehr. Unglaublich was hier in Hamburg in den letzten Jahren alles verbaut und gebaut wurde. Ich finde es unglaublich spannend wie diese Stadt wächst, wie sie sich verändert, wie beweglich Hamburg tatsächlich ist. Ich werde wieder nach Hamburg kommen – und lieber Rolf, vielleicht wandern wir ja tatsächlich mal aus!

 

Ich kann Menschen verstehen, die meine Faszination teilen. Nadine, Irene, Leslie, Andrea,  Brigitta – ich nehme euch in Gedanken gerne mit und denke oft an euch, wenn ich durch Hamburg «striele».

 

Nachdem Besuch durch die Hafencity war unser Tag noch lange nicht fertig. Am Abend fuhren wir mit unserer geliebten Buslinie 111 zur Reeperbahn und besuchten ein weiteres Highlight dieser Woche.

 

Hinterm Horizont

 

Ein amüsantes Liedchen-Potpourri haben wir nicht erwartet. Wir waren positiv überrascht, wieviel aktuelle deutsche Geschichte in die fiktive Liebesgeschichte zwischen Jessy und dem jungen Udo L. gepackt wurde.

 

Die Recherchen einer engagierten Reporterin bringen es ans Tageslicht: Da gab es früher eine junge blonde Frau im Leben von Udo. Die Zeitreise beginnt im Osten des damals noch geteilten Berlins, als die junge Pionierin Jessy sich in den jungen, schrägen Wortakrobaten und Musiker aus Westdeutschland verliebt, Sie treffen sich später nochmals in Moskau. Unbeholfen wirkende, aber umso fiesere Schergen der DDR zwingen die inzwischen schwangere Jessy zu Spitzeldiensten. Nach dem Fall der Mauer treffen sich Udo und Jessy im Westen, doch die Liebe zerbricht an den noch langen nachwirkenden politischen Intrigen. Bis die Reporterin, Jahre später, die Geschichte aufrollt.

 

Neben den bedrückenden Szenen der Unfreiheit und den historischen Filmeinblendungen werden die Songs von Udo Lindenberg wieder plastisch und real. Wir fühlten uns beide in die Zeit zurückversetzt, als wir um die 25 Jahre alt waren und unser eigenes Bild von Ost- und Westdeutschland aufzubauen begannen. Den Mauerfall in Berlin 1989 zu erleben, war ein grosser Moment, wir klebten an den Fernsehapparaten.

 

Hervorragende Musik, eine tolle Band und mitreissende Tanzeinlagen sorgten für eine willkommene Ablenkung und begeisterten das ganze Theater. Und über der Bühne schwebt ein überdimensionaler, schwarzer Hut.