Montag, 23.1.2017

Jedes Mal, aber wirklich jedes Mal schwören wir uns, es langsam anzugehen. Jedes Mal erfolglos. Also, auf dem Weg zum Hafen schauten wir bei der Stage-Company rein und fanden zu fairen Preisen Muscical-Tickets, das Abendprogramm für unsere Hamburgwoche ist gesichert. Dann wollten wir eigentlich nochmals zum Hafen, marschierten dann aber zum Rathaus, weil’s so nahe war. Und weil dann die Läden so nahe beim Rathaus lagen, gingen wir shoppen. Warme Socken, denn die waren in Bern geblieben, dann Saturn sowieso. Dort staunten wir ab der gut bestückten Vinyl-Abteilung. Ein langes vermisstes Gefühl zuckte wieder durch die Finger: Einen Ausstellungstrog voller LP durchblättern – viele schöne Erinnerungen im LP-Format. Unglaublich – und alles kommt wieder – in meiner Erinnerung sehe ich mich 40 Jahre früher im Musikgeschäft Jecklin wieder!

 

Dann zog es uns doch noch zum Hafen, die U3 lag gleich vor der Nase und kurz darauf tanzten wir über die La La Landungsbrücken und wussten nicht so recht wo weiter. Doch zum Glück rausche das Schiff nach Finkenwerder heran und wir liessen uns noch so gerne durch den Hafen schaukeln, hin und zurück, unser Evergreen.

 

Natürlich mussten wir beim Fischmarkt aussteigen, denn wir wollten herausfinden, wo genau die Buslinie 111 durchführte, bis sie endlich in der Nähe des Hotels einen Bogen schlug. Das Hotel schon in Sichtweite träumte Herr Maibach von so wirrem Zeug wie Siesta, Kaffeepause und ähnlichem Schabernack. Dabei lag doch der herzige Souvenirladen mit den süssen Kaffeetässchen gleich bei der Bushaltestelle. Nichts wie rein. Doch leider waren die Tassen nicht mehr vorrätig. Vor Schreck kaufte Frau Bernasconi ihre gefühlt 500ste Hamburger Kapuzenjacke. Die Verkäuferin wies uns auf einen Laden in der Nähe hin, der die richtigen Tassli habe. Den fanden wir zwar nicht. Dafür aber einen anderen, mit den richtigen Tassen.  Kaum wieder auf der Strasse sahen wir jetzt den ursprünglich gesuchten Laden. Der führte auch Tassen, hatte leider aber bloss noch eine in der passenden Grösse. Frau Bernasconi kaufte sie aus Mitleid und legte sie zu den anderen. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir, dass die nahe Elbphilharmonie ab Mitte Woche überlaufen sei. Also nichts wie hin, denn die öffentliche Plaza im Zwischengeschoss können gewöhnlich Sterbliche besichtigen.

 

So schwebten wir auf der schier endlos langen, gewölbten Rolltreppe hinauf in Hamburgs Jahrhundertbauwerk. Wir waren beeindruckt von der Architektur, den eleganten, schwungvollen Linien und der Terrasse, die rund um das Gebäude führt. Hamburg sahen wir aus einem ungewohnten, neuen Blickwinkel. Nach so vielen Jahren Elbphilharmonie aus der Ferne standen wir jetzt mittendrin und staunten über so viel Eleganz und Leichtigkeit. Bei einem unserer nächsten Besuche wollen wir versuchen, eine Führung zu buchen oder sogar ein Konzert zu besuchen.

 

Und übrigens: auf dem Heimweg zum Hotel erstand sich Frau Bernasconi noch eine weitere Hamburg – Jacke. Wer wird’s je begreifen (Kommentar Maibach). Bei dieser Kälte ist man um jede Jacke froh :-)