Delft Rotterdam und Geburtstag

 

Ein neuer Tag, neue Energie und neue Ziele. Inzwischen hatten wir das ÖV-Ticketsystem entdeckt, eine Chipkarte aufgeladen und «Be-beepten» beim Einsteigen und Aussteigen in Tram und Zug wie die Einheimischen. Jedes Mal wird der Fahrtpreis vom Depot abgebucht und wir finden das superpraktisch.

So sind wir heute mit dem Zug nach Delft gefahren und sind früh, noch vor den Besucherströmen, durch die malerischen Gassen mit den Grachten spaziert, haben die unzähligen Lädeli bewundert und sogar eine Heisse-Schokoladenpause eingelegt (Frau Rosmaries Geschenk an das Geburtstagskind Peter).

Delfter Kacheln waren auch bei uns omnipräsent, sei es an prächtigen Kachelöfen, auf Salontischen oder als Rechauds. Aber auch Porzellanwaren wie Krüge, Teller und Tassen standen auf allen Tischen.  Diese blauen Landschaftsbilder haben sich in den Erinnerungen fest verankert. In Delft reihen sich denn auch Laden an Laden. Schöne Sachen aber auch viel Massenware - wohl nicht alles, was handpainted ist, stammt aus heimischer Produktion. Immerhin konnten wir der einen oder andern Kunsthandwerkerin über die Schulter schauen, diese waren allerdings etwas fernab von den Touristenströmen.

 

Dann turnten wir ein wenig um die holländische Sprache herum, die wir einen Bitz weit zu verstehen meinen, nur um uns dann gleich wieder im Labyrinth des Wortschatzes zu verlieren. Peter wundert sich immer noch, was ein «warme Bakker» ist. Wahrscheinlich träumt er von Apfelkuchen frisch aus dem Ofen, nehme ich mal an.

Zeit für uns, für die Rückfahrt. Nach viel Beeps in Train und Metro war eine Ruhestunde im Hotel das einzig Richtige, um für den Abend gerüstet zu sein.

Wir machen es wie immer nach einem anstrengenden Tag, Ruhepause und dann nochmals ausrücken und Essen «Jagen» - Wir marschierten durch den Innenhafen an vielen antiken Schiffen zur Markthalle. Alle sagen, dass man die Markthalle unbedingt sehen muss. Ja und es stimmt, die Markthalle muss man gesehen haben. Nachdem wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen und uns das Wasser im Munde zusammenlief, wollten wir zu einem Chinesen. Tja und wenn man einen Chinesen will, dann findet man keinen. So entschlossen wir uns zum Italiener zu gehen, um den Geburtstag von Peter würdig abzuschliessen.

Nun sind wir also als «Renterehepaar» unterwegs – manchmal noch ganz rüstig und manchmal auch schnell müde 😉 Jedenfalls geniessen wir die Niederlande und beide schweifen ab und zu in die Vergangenheit.

Wir haben ind Delft  auch an Li gedacht, die hier geboren wurde. An Silvana, als wir grad an einer Tui Filiale vorbeigekommen sind - auch an Andrea, die uns darauf hinwies, dass wir unbedingt nach Delftshaven müssen. An Eva, die gestern gesagt hat, dass ihr Sohn in Delft studiere ... Und mein "Crazy Husband" dankt allen, die um zum Geburtstag gratuliert haben - ach übrigens Hausmann - das ist wohl eher ein schöner Traum und wird ein Traum bleiben ;-)

 

Uns scheint, dass Rotterdam in den letzten Jahren sehr attraktiv geworden ist und irgendwie – ja wir müssen es zugeben – erinnert uns Rotterdam an Hamburg – wenigstens was der Hafen betrifft. Aber man soll nie vergleichen. Wir fühlen uns sehr wohl hier und was wir morgen machen werden – das werden wir sehen – es gibt noch so viele Möglichkeiten.