Hafenrundfahrt und Schiedam

 

Spido war unser erstes Ziel heute. Wir erstanden Tickets für die Hafenrundfahrt, einerseits Hamburg zuliebe, und weil sie so empfohlen wurde und überhaupt. Es blieb noch etwas Zeit bis zur Abfahrt, gerade recht für einen Bummel durch das Quartier rund um den Veerhafen. Dann gings der Maaspromenade zurück zum Spido. Inzwischen hatten sich gefühlt alle Schulklassen von Rotterdam und Umgebung an der Anlegestelle besammelt. Kaum waren die Tore geöffnet, wurden die Schiffe von den jungen Piraten geentert. Wir älteren Herrschaften zogen uns ins ruhigere Bordrestaurant zurück, um den Hafen bei einem Tässchen Kaffee zu bewundern.

 

Zu sehen gab es wirklich viel. Der grösste Hafen Europas lebt von den Superlativen. Wir ersparen euch all die eindrücklichen Statistiken, wir genossen einfach eine schöne Fahrt durch riesige Hafenbecken, an Krananlagen vorbei und nicht zuletzt auch an der Skyline von Rotterdam.

Wir bewunderten auch die beiden jungen Männer, die während unserer Hafenrundfahrt am Schiff herumturnten, um eine Türe zu reparieren.

 

Der Dunst über dem Hafen war nicht zu übersehen, trotz klarem, sonnigem Herbstwetter. Wir haben uns überlegt wieviel Schadstoffe da tagtäglich in die Luft gehen. Das hat uns sehr nachdenklich gestimmt.  Also für uns ist klar, dass wir nicht mir der Queen Mary nach New York tuckern werden. Einerseits mir zu liebe und andererseits der Umwelt zu liebe. Die Grösse des Rotterdamerhafens hat uns natürlich tief beeindruckt. Ach übrigens rudern kommt für uns auch nicht in Frage!

 

Wir hatten (noch) zu viel Energie, um den Tag so ausklingen zu lassen, fanden wir, als wir das Boot verliessen. Nach ein paar «U-Bahn-Bebeeps» waren wir schon unterwegs nach Schiedam. Eigentlich hatten wir bloss ein paar malerische Gässchen erwartet, taumelten aber dann durch herbstliche Pracht des schmucken Städtchens. Von Kippbrücken zu Windmühlen, von verträumten Gässchen zu historischen Schiffen – ein Fotosujet reihte sich an das nächste.

 

So waren wir überhaupt nicht überrascht, plötzlich vor der «Bonten Koe» zu stehen. Das Schokoladenparadies voller prächtiger Überraschungen hatte uns im Nu erobert. Nach dem ersten Pralinenrausch liessen wir uns eine Tasse heisse Schokolade schmecken, von der die Ernährungsberaterin um Himmels Willen nichts erfahren darf!

 

Nach der letzten Windmühle des Tages entdeckte Rosmarie eine Tramlinie an die Centraal und wir rumpelten durch die Strassen dem Zentrum entgegen. Dabei sahen wir bereits «China Town» am Kruisplatz, wo wir in wenigen Stunden Nachtessen wollten.

 

Doch für den Moment war der Erschöpfungspegel auf «gereizt» abgesunken. Bis ins Hotel zickten wir uns wie ein altes Ehepaar, man könnte meinen wir seinen bereits 30 Jahre verheiratet. Höhepunkt der ganzen Misere war dann, als Herrn Maibach eine Mineralwasserflasche explodierte, was endlich Gelegenheit bot, das neuerworbene niederländische Schimpfwortarsenal durchzuspielen. 

 

Doch Ende gut alles gut, nach dem ausgezeichneten Menü im «China Town» und einem ausgedehnten Bummel zurück ins Hotel wichen alle Tagessorgen der Müdigkeit.

 

Morgen werden wir Den Haag unsicher machen wir freuen uns darauf.