Rotterdam Markt und Spazieren

Heute gab es keinen Frühstücksstress, denn das Buffet sollte bis 12:00 offenbleiben. Doch bereits kurz nach zehn hatte sich das Angebot deutlich gelichtet und aus dem Brunch wurde dann eine WYSIWYG-Mahlzeit: What you see is what you get. Das Servicepersonal schien entsprechend überfordert. Egal - wir brachten die notwendigen Kalorien und Kohlehydrate zusammen und starteten bald einmal zum grossen Markt, der rund um die Markthalle stattfand. Dort sollen gut 400 Stände aufgestellt sein, mit Waren aller Art und Gattung. Etwa 4000 Stände haben wir besichtigt, gerochen, gehört. Um uns einen Überblick zu verschaffen, liessen wir uns vom Riesenrad neben der Markhalle hoch über das Markttreiben schwingen. Nicht viel hätte gefehlt, und Frau Bernasconi hätte noch einen bunten Ballon und einen Lollipop dazu erhalten.

 

Leider können wir euch die Gerüche nicht rüberbringen. Von frischem Fisch über Frittiertem, Gewürze und viele andere Düfte liessen wir uns vom Markt verzaubern. Diese Grösse habe ich mir nicht vorstellen können. Und Brigitta, du hättest deine Freude gehabt, es gab Stoffe bis zum geht nicht mehr in allen Farben und Qualitäten. Es war unglaublich vielfältig und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

 

Nach einer Kaffee- und Mineralwasserpause zog es uns weiter zu den gelben Kubushäusern. Einfach verrückt! Wir haben schon das Gefühl, in unserer Wohnung sei alles schräg. Aber das ist nichts verglichen mit den wirklich zusammengewürfelten Wohnungen. Hier möchte ich jedenfalls keine Pendule aufhängen müssen. Doris Blum,  jetzt weiss ich was du gemeint hast, mit diesen Häusern. Es war unglaublich und sehr faszinieren und alles war gelb in Gelb. Jedenfalls möchte ich glaube ich nicht einem solch schrägen Haus wohnen! Mir wurde es schon sturm, diese von aussen anzusehen.

 

Nach ein paar Schritten waren wir bei Ouden Hafen, ein Café am andern, alle Tischchen und Stühle waren in die Sonne gestellt hatten. Kein freier Platz mehr nirgends. Wir zogen weiter, suchten den Fluss, die Nieuwe Maas. Über die knallrote Willelmbrug und dann die Koeniginnenbrug überquerten wir den Fluss, um dann zur eleganten Erasmusbrug zu bummeln. Wir waren nicht allein, Velos und Fussgänger liessen sich vom eleganten Charme des Bauwerkes verzaubern. Ich staune immer wieder wie Auto, Tram. Velofahrer und Fussgänger an einem Ort Platz finden ohne andere zu behindern. Sogar als die Ampel für die Fussgänger längere Zeit auf rot stand, kam es niemandem in den Sinn einfach die Strasse zu überqueren nicht einmal den Velofahrern.

 

Ein Prachtstag, Sommer mitten im Oktober, mild, sonnig. Er lockte alle auf’s Schiff oder Fahrrad und der Sonne nach. Eine richtig schön entspannte Samstagnachmittags-Stimmung übertrug sich auch auf uns und wir setzten uns zu gutem Kaffee und feinen Süssigkeiten ans Wasser und plauderten über alles, was uns in den Sinn kam. Und das war nicht wenig.

 

Am Abend zog es uns wieder zum Italiener, bei dem wir schon einmal gegessen hatten. Den Weg zum Restaurant fanden wir aber nur noch dank der Adresse auf dem Kreditkartenbeleg. Wenn es so weiter geht mit uns, werden wir unsere Reisen wahrscheinlich bald einmal anhand der Fotos und der Kreditkarte rekonstruieren müssen.

 

Nun, morgen ist unser letzter Tag in Rotterdam bevor wir am Montag nach Amsterdam weiterreisen, wenn wir den ein einigermassen passendes Hotel finden und nicht die Gefahr besteht unter der Brücke übernachten zu müssen.