Abschlussbummel

Der letzte Tag hier in Schönried begann mit schwülwarmem Wetter, nicht recht regnerisch, nicht recht sonnig. Wir entschlossen uns für einen gemütlichen Bummel hinunter nach Gstaad und dann nach Saanen – und für die Regenjacke.

 

Kaum aus dem Haus verschwanden die Regenwolken und die Sonne brannte wie im August auf den Panaromaweg und auf unsere Köpfe. Herr Maibachs Regenhut war hier eindeutig die suboptimale Kleiderwahl. Frau Bernasconi ging ganz oben ohne und vertraute auf ihren harten Glarnergrind – mit Folgen. Tja – mein Glarnertüechli blieb in Bern und wieder einmal mehr – wer nicht hören will muss fühlen.

 

Jedenfalls verlief unser Weg am gleichen Ort durch wie der Winterwanderweg und auf den Wegweisern begleiteten uns lustige Schneemänner auf einem Teil des Weges.

 

www.tomsbiohof.ch hat die ausgezeichnete Idee, einen Kühlschrank an den Wegrand zu stellen, mit allerlei Gstaader Leckereien und kühlem Mineral! Eigentlich war es ein richtiger kleiner Krämerladen, mit Taschenrechner, Kässeli, Papiertüten und allem Drum und Dran. Unsere Rettung.

 

Seltsam wie sich die Landschaft verändert, zwischen Winter und Sommer. Ab und zu glaubten wir, unseren Winterweg wieder zu erkennen und dann bummelten wir wieder über neue Wege. Nicht vermisst haben wir dann die fehlenden Pelzmäntel-People in Gstaad. Beinahe sommerlich Gelassenheit lag über dem Dorf und Herr Maibach erinnerte sich gerne und immer wieder an seine Jugendzeit, die er oft mit den Grosseltern dort in einer kleinen Ferienwohnung im Postgebäude verbracht hatte. Die Post wird nächstens grösser umgebaut und auch diese Erinnerungen werden wie alle anderen verblassen.

 

Dann nahmen wir die letzten paar Kilometer den Yehudi-Menuhin-Philosophenweg zwischen Gstaad und Saanen unter die Schuhe. Es gab noch so viel zu diskutieren und zu besprechen – der Philosophenweg war einfach viel zu kurz dafür.

 

Doch zurückmarschieren mochten wir auch nicht und so beschlossen wir den nachdenklichen Teil bei einem weltlichen Ysgi abzuschliessen und bummelten ganz touristisch durch Saanens hübsche Gässchen.

Inzwischen schien ein Twitterbild von Frau Bernasconi Furore zu machen. Der 20-Minuten-Reporter liess nicht locker, bis er die Story rund um das Rasenmähervelo recherchiert hatte. Wie Mike Haldi aus Schönried zu diesem erstaunlichen Gefährt kam – hier steht es: Fit in den Sommer mit dem Velo-Rasenmäher. Tja im Berner Oberland sieht man immer wieder lustiges – so begegnete uns auch ein «Wimmelbild» von Zwergen – der pinkige aus meinem Laden hätte wohl bestens dazu gepasst.

Das Postauto brachte uns zurück nach Schönried – ein paar entspannte Momente bleiben noch.

 

Morgen werden wir wieder nach Bern zurück kättelen.