Zweisimmen zu Zweit

«Diese Nacht war die schönste seit langem!», verkündete Herr Maibach am frühen Morgen. Tatsächlich, die ganze Nacht durch zogen heftige Gewitter talauf und talab. Der nächtliche Regen hing bis gegen Mittag in den Hängen und so war ein Ausrücken leider leider nicht möglich, zum grossen allseitigen Bedauern. So genossen wir ein feines Frühstück und liessen uns in der herrlichen Bibliothek des Hotels nieder bis das Zimmer bereit war. Die Bibliothek ist wunderschön, doch die Bücher sind arg verstaubt und irgendwie hatte ich den Eindruck, dass da schon lange kein Buch mehr aus dem Regal gezogen wurde.

 

Dem Ruhetag à la Rosmarie stand somit nichts im Weg, endlich war genug Zeit, alle Mails abzuarbeiten und tausend kleine PC-Jobs zu erledigen.

 

Am Mittag, als sich erste Sonnenstrahlen hervortrauten, stürzten wir uns ins Fitness und ins Bad und chillten uns dann durch den Nachmittag. Irgendwann aber, nach gefühlten 20 Minuten Entspannung kam wieder dieses Flacken in Frau Bernasconis Augenwinkel und allen war klar, dass der gemütliche Teil des Ruhetages bereits vorbei war.

 

Immerhin entschieden wir uns diesmal von Anfang an für das Bähnli und reisten gemütlich nach Zweisimmen, schon fast eine Grossstadt nach dem beschaulichen Schönried. Peters Hut blieb im Zug liegen und pendelt jetzt wahrscheinlich mit unzähligen asiatischen Touristen im Golden Pass Express hin und her.

 

Ein Grund mehr, um Zweisimmen zu beshoppen: ein neuer Hut, mindestens ein Quadratmeter Pflästerli, neue Schlarpen und ein Buch aus der charmanten Buchhandlung Pfander – «Allergattig Gschichtleni, Ufgschribe vo-mene alte Bärgpur usem obere Simetal» packten wir in den Rucksack, bevor wir wieder zurück in die Abgeschiedenheit zurückreisten.

 

Ah ja, und Energieriegel haben wir auch noch gepostet. Wobei man sich im Falle von Frau Bernasconi durchaus über deren Notwendigkeit unterhalten könnte.

 

Und für einmal liessen wir uns beim Nachtessen vom überschwänglichen Duft einer Lady «einnebeln», deren Parfüm den ganzen Raum ausfüllte. Jedenfalls mussten wir uns nach der Speisekarte orientieren, um zu wissen was wir tatsächlich auf dem Teller hatten.