Il Giardino di Daniel Spoerry - 20.9.2016

Giardino Spoerry, Toskana

Der heutige Tag begann sonnenhell und warm. Klarer Fall für Vollgas für Frau Bernasconi. Ziel war der Figurenpark von Daniel Spoerry, irgendwo weit weg auf der Karte. Die Fahrt auf den ersten 35 Kilometern verlief artig der SS 2 Richtung Siena nach. Dann bogen wir links ab und kletterten über Hügel, durchquerten Dörfer und schlängelten uns über gewundene, holprige Bergstrassen, durch Kastanienwälder, bis wir nach weiteren 35 Kilometern ziemlich geschafft in der Nähe von Seggiano auf den Parkplatz zum Figurenpark einbogen.

 

Eine saubere Toilette und ein Ticket später staunten wir baff in den Plan, der uns in die Finger gerückt wurde. Ein weitläufiges Gelände auf mehreren Terrassen war kleeblattartig um die Cafeteria und ein paar Häuser angeordnet.

Über hundert Skulpturen und Arrangements warteten darauf, entdeckt zu werden. Einzelne Figuren waren gut versteckt im Wald oder von Efeu überwuchert, andere breiteten sich grossartig auf einer Wiese aus, boten zudem einen prächtigen Blick über Dörfer und Hügelzüge. Der Park ist wirklich eine paradiesische Anlage. Gepflegt aber nicht herausgeputzt wirkten die Olivenhaine, Beerenhecken, Kastanien und Eichenbäume auf gekonnte Weise ein wenig chaotisch und sich selbst überlassen. Schmale Wege oder kaum erkennbare Trampelpfade liessen erahnen wo die Figuren standen.

 

Der grösste Teil der Skulpturen stammt von Daniel Spoerry. Zahlreiche Gastfiguren ergänzen das Gesamtbild, etwa alle astrologischen Skulpturen von Eva Aeppli oder die 60 Gänse von Oliver Estoppey. De astrologischen Figuren von Eva Aeppli waren ganz einfach toll und ich denke, dass sie tatsächlich einiges von Astrologie verstanden hat. Immer wieder bin ich stehen gebieben habe die einzelnen Figuren angeschaut und bin zum Schluss gekommen, dass jede Figur zum jeweiligen Sternzeichen passt. Auch die Planeten sind passend gestaltet worden. Und als ich dann am Schluss, fast hätte ich es übersehen. auch noch Figuren mit den astrologischen Aspekten fand, war und bin ich restlos begeistert von Eva Aeppli aber auch von diesem Garten. Die vielen Figuren liessen mich fast schwindlig werden.

 

Und wenn ich nun die drei unterschiedlichen Pärke betrachte bin ich nach wie vor überzeugt, dass Astrologie eine Struktur vermittelt. Ich bin in allen drei Pärken der Astrologie, der Mystik aber auch der Vielfalt begegnet - nichts mit Abgehobensein, sondern mit handfesten Figuren, die mich im Herz berührt haben.

 

Gut vier Stunden wanderten wir über Wiesen, kletterten Treppen hoch, stiegen hinunter bis zu den untersten Terrassen. Dann hatten wir einen leichten Kulturschaden und liessen den Besuch bei Lemonsoda und Espresso ausklingen – im vollen Bewusstsein, viel zu kurz hier gewesen zu sein.


Rückfahrt. Einmal sassen wir schweigsam im Auto, sogar das Navi schwieg. Zu viele Eindrücke gab es zu verarbeiten. Nach den kniffligen Bergstrecken gelangten wir wieder auf die SS 2 zurück und unser Auto fand den Weg zurück zur Le Vigne fast von selbst. Eigentlich wollten wir vor dem Abendessen noch etwa ausruhen – doch die Bilder im Kopf liessen keine Ruhe zu – und so sitzen wir schon wieder am Kompi und lassen den Tag nochmals an uns vorbeiziehen.

 

www.danielspoerri.org