Orvieto, DOM und Gelati – 16.9.2016

Nach einer Gewitternacht – eindrücklich, hoch über dem See – wollte bei uns anfangs nicht so wirklich Ferienlaune aufkommen. Wir liessen uns Zeit beim Zmörgele, trödelten im Zimmer herum, schauten dem Regen zu. Bis uns das resolute Zimmermädchen aufscheuchte, schliesslich habe sie nicht den ganzen Morgen Zeit, Mamma mia!


Der Regen hatte inzwischen aufgehört und als wir Richtung Orvieto rollten, machten sich sogar erste Sonnenstrahlen bemerkbar. Wir hatten alles dabei – Regenzeug und Sonnenbrille, komme was da wolle.
Aus dem Parkhaus beim Campo della Fiera stiegen wir mit dem Lift bequem auf in die historische Altstadt Orvietos. Ungewohnt waren für uns die vielen Leute. Es scheint, wir haben uns bereits an das ruhige Landleben gewöhnt. Wir folgten dem Menschenstrom und standen bald einmal im prächtigen Dom, der die Altstadt dominiert. Weit und offen präsentierte sich das gotische Kirchenschiff, wir zogen von Station zu Station und liessen uns gerne von der Ruhe und dem Frieden des Gebäudes einfangen. Die Orgelstimmer führten ihre letzten Abstimmungen durch, Akkorde, ein paar Takte, Bruchstücke aus Werken hallten durch den Dom. Wir setzten uns hin, lauschten und dachten an das Orvieto von 1288, als der Bau begann.

Doch danach gaben wir uns wieder den weltlichen Fragen hin, dies in Form von zwei immensen Gelati, die unsere abgesackten Zuckerspiegel wieder hochtrieben. Gemütlich bummelten wir durch von kleinen Läden gesäumte Gassen, bunte Keramik, stylische Ledertaschen, elegante Kleider – alles und noch viel mehr gab es zu erstehen. Glücklicherweise nur bis 13:00 Uhr, dann war Mittagspause bis 15:00. Andernfalls hätte Frau Bernasconi bestimmt einen meterhohen Blumentopf mit nach Hause geschleppt. Ja genau, Frau Bernasconi hätte wohl die wunderschönen Keramiktöpfe mit nach Hause genommen und dann auf die Terrasse gestellt und mit Blumen bepflanzt ... Nun, ich habe die Gelegenheit verpasst ;-)

Sollten wir noch einen Abstecher nach Civita di Bagnoregio unter die Räder nehmen? Doch gegen wenig Widerstand siegte das faule Überich – die Ferien dauern ja noch ewig. Wir zottelten zurück in unser Nest über dem Bolsena – See. Gerade rechtzeitig erreichten wir mit den ersten Tropfen das schützende Dach. Seither toben neue Gewitter und Regenschauer um die Le Vigne – wir haben uns eingeigelt und warten auf ein trockeneres Morgen.