Rom – Gässchen, Brunnen und die Treppe - 24.9.16

Unser heutiger ausgedehnter Innenstadtbummel startete beim Teatro Marcello. Die Prognosen verkündeten schönes Wetter und angenehme Temperaturen, Rom, wir kommen! Schon tauchten wir in die engen, schattigen Gässchen ein. An Wochenenden scheint das Zentrum verkehrsarm zu sein, manche Strassen waren mit einem temporären Fahrverbot belegt oder ganz zur Fussgängerzone erklärt. Sehr angenehm. Wir suchten uns eine Passage zum Campo de Fiori. Dort überraschte uns ein Samstagsmarkt, der neben Blumenständen Gemüse, Früchte, Gewürze anbot und natürlich tausend Krimskrams, ohne den das Leben keinen Spass macht. Rosmarie wurde leider mit einem Geschirrhändler nicht einig. Sie hatte ihre Lieblingstassen entdeckt, wollte sie aber nur ohne Untertasse, was aber definitiv nicht ging. Eine längere Geschichte. Ich war erstaunt, wie fliessend sich Frau Bernasconi und der Händler in Italienisch unterhielten, Händeler unter sich halt.

Den weiteren Weg zu finden war einfach: Immer den anderen Touristen nach, die Attraktion ist dort, wo das Militär und die Polizei steht steht. Allgegenwärtig stand Armee und Polizei bereit. Man nimmt es sehr ernst mit der Sicherheit. Und irgendwie ist es auch keine Schikane, denn die sie schauen gu zu den Touristen. Bei dieser Menschenmenge wohl von Vorteil.

Wir liessen uns zur nahen Piazza Navona treiben, traten hinaus in den hellen Sonnenschein und staunten ob dem harmonischen, langgezogenen Platz mit seinen Brunnen. Lästig wurden bloss die ewigen Selfie-Stick Verkäufer. Dazu hatten wir in Wien ja schon erste Erfahrungen gesammelt und nach Frau Bernasconis lebensgefährlichem Gefuchtel die damalige Anschaffung still und leise entsorgt. Die fliegenden Händler sind ausserordentlich flexibel. In Sekundenschnelle wechseln sie ihr Angebot nach der vermuteten Nachfrage: Selfie-Sticks bis mittags, Mineralwasser am Nachmittag und kaum zieht eine Wolke auf, gibt es günstig Regenschirme nd Pellerinen. Immerhin konnte ich dem Angebot der Selfiestange wiedersehen - und manchmal wäre es wohl kuul gewesen, wenn ich ein solches Ding dabei gehabt hätte.

Die Pellerine war  heute nicht notwendig, die Sonne schien immer heisser. An der Säule des Markus Aurelius vorbei zog es uns zum Trevi Brunnen. Peter schwärmte schon lange von Anita Ekberg uns schwelgte in unvergessenen Kino-Zeiten. Anita Ekberg trafen wir nicht an, aber eine fussballmatchartige Menschenmenge, welche die Brunnenanlage belagerte. Frau Bernasconi schwärmte alleine aus und ich suchte mir eine ruhige, mit Gelateria bestückte Ecke. Ich schaute einer resoluten Polizistin zu, die picknickende Brunnenbesucher zuerst mit Trillerpfeife, dann lautstark in allen ihr zur Verfügung stehenden Sprachen laut und deutlich darauf hinwies, das an «unserem Brunnen» nicht gegessen werden darf. Derweil wollte Frau Bernasconi zwei Kreditkarten in den Brunnen werfen, besann sich aber glücklicherweise eines Besseren und begnügte sich mit zwei Münzen. So ist für den nächsten Romaufenthalt bereits vorgesorgt, denn die zwei Münzen werden bewirken, dass wir zurückkehren. Nun, an uns soll es nicht liegen. Als ich von der Fotorunde zurückkehrte sah ich gerade noch wie Peter seine Claceverscmierten Hände wunsch. Ich hatte wohl länger gebraucht, um mich durch die Menschenmenge am Trevibrunnen "durchzuquetschen" - es war unglaublich und die Menschen blieben höflich, so dass jeder seinen Trevibrunnen fotgrafieren konnte. Ja Gabi - es waren wirklich viele Leute - und Isa für dich wäre es definitiv zuvie gewesen.

Ein kurzer Bummel und wir standen auf der Piazza Spagna und bewunderten die Treppe numero uno Roms, um die sich Träume und Legenden ranken. Erst gestern war die spanische Treppe nach einer Renovation wieder geöffnet worden. Nun erstrahlt sie in majestätischem Weiss. Wir stiegen hoch zur Trinita dei Monti. Eine prächtige, weite Sicht über die Stadt bis hin zum Vatikan liessen uns die Grösse der Stadt erahnen.

Ziemlich müde sanken wir nach einem kurzen Bummel durch die Anlagen der Villa Borghese auf ein Bänklein und schauten dem samstäglichen Treiben im schönen Park zu. Eigentlich mochten wir kaum mehr aufstehen. Trotzdem, auf zum Barberini. Von dort brachte uns der Bus zurück ins Hotel, wo wir uns für den Abend rüsten.

Rom ist ganz einfach eine faszinierende Stadt und wir haben noch nicht so viel gesehen - aber wir gesagt, wir kommen wieder - und das Kolosseum überlassen wir bei diesem Besuch mal den andern Touristen -  es gibt noch soviel zu erleben - wir sind gespannt in welchem Kleid Rom sich morgen zeigen wird.