Bolsena – Roma – 23.9.2016

Gestern – war es tatsächlich erst gestern gewesen? – verabschiedeten wir uns aus dem freundlichen Le Vigne in Bolsena. Seltsam, nach einer Woche zu packen, und nicht alle Tage, wie es bei uns sonst üblich ist. Schwer beladen liessen wir den See im schönsten Sonnenschein hinter uns und rollten an die Küste, um bei Civitaveccia in die Via Aurelia einzubiegen, die uns der Küste entlang bis zur ewigen Stadt führen würde.

Vatikan

Das ging alles sehr gut und auch der römische Vorortsverkehr schien uns gar nicht so heftig. Die Knacknuss kam auf den letzten Kilometern: mitten durch das Gewühl, auf der Suche nach dem Hotel beim Bahnhof Termini. Das Navi rauchte, Rosmarie schwitzte, Peter rollte die Augen, die Römer hupten. Endlich fanden wir das minimalistisch angeschriebene Hotel und ein freundlicher Valet-Einparker kümmerte sich ums Auto. Wir hätten keinen Meter mehr fahren wollen.

 

Doch es reichte eine kurze Zeit, um Frau Bernasconis Akku wieder voll zu laden und schon stand wieder unerschöpflich Energie bereit für neue Taten. Um 16:00 startete die BigBus Tour durch Rom, gerade richtig um einen ersten Eindruck der Stadt zu gewinnen. In zwei Stunden kreuz-und-quer, ohne selber fahren zu müssen, das war einfach zu verlockend. So sanken wir relaxed auf in die Sessel auf dem Upper-Deck und staunten ob den Highlights, die uns erwarteten: Die Via dei Fori Imperiali, das Colosseum, der Paltatino, die Gegend um den Trevibrunnen, die Engelsburg, der Vatikan, und ... «Da gehen wir morgen hin!», rief Frau Bernasconi enthusiastisch. Es war unglaublich ich konnte nicht genug bekommen. Ich war müde doch meine Augen sahen immer noch mehr - und irgendwann musste auch ich annehmen, dass wir in rund vier Tagen Rom  nict erkunden können. Rom ist ja auch nicht an einem Tag erschaffen worden.

 

Wie in Trance rückten wir nochmals aus, in einem wirklich sympathischen Restaurant – Alessio - genossen wir ein viel zu reichliches Nachtessen und ergaben uns bald einmal den verrückten Träumen nach diesem vielseitigen Tag.

Freitag, der rote Bus spedierte uns zügig zur Engelsburg, uns und unzählige andere Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Ein langer Weg brachte uns alle schliesslich zum Sankt Petersplatz, gab Zeit, uns einzustimmen auf diesen einzigartigen Ort. Mit der Zeit blendeten wir die unzähligen Händler aus, die uns Tickets wer-weiss-was andrehen wollten. Dazwischen freundliche freiwillige Helfer, die uns den richtigen Weg wiesen.

 

Der Petersplatz – sonst kannten wir nur aus dem Fernsehen – breitete sich weit vor uns aus, Arkaden im Halbrund säumen den Platz, bildeten den Zugang zum Petersdom, der den Platz beherrscht. Nach einem Security-Check wie am Flughafen, Rosmarie und ihre Hosenträger piepsten wie immer, schritten wir die letzten Meter durch die Bronzeflügel der Heiligen Pforte. Ein erhabener Moment. Ich glaube alle, welche diesen Eingang, der nur in Heiligen Jahren offensteht, benutzten waren ergriffen, als sie die riesige Basilika betraten.
Langsam schoben wir uns mit der Menschenmenge durch die Kirche und überliessen uns staunend der Pracht.

Nach dem Kirchenbesuch gab es tatsächlich eine kurze Pause auf den Treppenstufen der Arkaden. Müde schauten wir einem älteren Herrn zu der sein Märitwägeli abstellte und an die Ticketverkäufer auf dem Vorplatz begann, Mittagessen zu verkaufen. Er grinste uns zu.

 

Doch auf geht’s, die Vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle warteten. Es war uns unmöglich, irgendetwas von den unendlichen Kunstschätzen auf dem Weg zur Kapelle mehr als nur flüchtig zu würdigen. Gut 14 Kilometer lang soll ein umfassender Rundgang sein und wir sahen sicher nur einen Bruchteil davon. Gespannt landeten wir in der Sixtinischen Kapelle. Dort findet jeweils das Konklave, die Papstwahl statt. Entsprechend gross war das Interesse, entsprechend gut besucht war die Kapelle. Die Museumswärter schleusten den touristischen Menschenstrom wie Verkehrspolizisten durch die engen Gänge. Uns wurde es bald einmal zu viel. Wir irrten noch etwas herum, auf der ewigen Suche nach Toiletten, und liessen es dann gut sein. Die Strassenverkäufer verakufen am Morgen Selfiestangen und am Abend als wir zurück marschierten Pellerinen, denn es gab einen kurzen Platzregen. Feucht war es so oder so und wegen ein paar Regentropfen ging der Tag auch nicht unter.  Zurück zum Petersplatz, weiter zur Engelsburg und schon trug uns der BigBus durch den Abendverkehr zurück zum Termini.

Uns jetzt gehen wir noch einen Teller Spaghetti jagen!