San FRancisco und heim

Szenenwechsel

In aller Frühe stiegen wir widerwillig aus dem Bett, um den Weiterflug nach San Francisco anzutreten. Irgendwie hätten wir die Show am liebsten gar nicht verlassen. Nun, die Ferien rufen und so schlängelten wir uns durch den Flughafen, vorbei an freundlichen und weniger freundlichen Zeitgenossen - wer die Flugroutine kennt, wird selber ein Liedlein davon singen können. Am Änd standen wir in San Francisco in der Hotellobby – nahe dem Pier 39. Es war eine Kutte kühler geworden und so sind wir froh, dass wir die warmen Kleider nicht zu unterst in den Koffer gelegt hatten.

Die Strassen von San Francisco - 29. September

Heute Morgen war bedeckt und recht frisch, ein heftiger Wind blies, gut haben wir beide nicht so das Frisurenproblem. Zuerst stritten wir uns noch ein bisschen über die Route zurück nach Los Angeles, rechneten Bills Tipps durch, haben aber die Diskussion zum Thema länger in San Francisco oder länger der Küste nach fahren diplomatisch in Schwebe gelassen. Morgen früh werden wir weiter orakeln.

Golden Gate Bridge San Francisco

Dann griffen wir zu einer Notlösung – alle Hardcore-Individualreisenden mögen es verziehen – und lösten ein Big-Bus Ticket, um auf dem Doppeldeckerbus einen Überblick zu gewinnen. Einmal rundherum und wir begriffen einigermassen die Topographie dieser Stadt: wir stehen immer unten. Der Weg geht immer hinauf. Sind wir oben angekommen, drückt ein Gnom auf einen Knopf, alles wechselt und wir stehen wieder unten. Egal, inzwischen waren wir mit dem Bus in der Nähe der Grant / Van Ness, hoppten off dem Bus  und suchten die Endstation der California Line. Und Michael wir haben diese Linie easy gefunden …

Cable Car San Francisco
Golden Gate Bridge San Francisco

Frau Bernasconi schmollte mit dem Schicksal, dass der Weg nach oben immer aufwärts führt. Da ich keine Krimis mag ist es mir tatsächlich entgangen, dass die Strassen hier in San Francisco immer wieder hinauf und dann hinunter gehen. Es ist natürlich spannend, nach oben oder nach unten zu schauen, doch wenn man dies ablaufen muss, ist es manchmal nicht ganz so lustig. Nachdem auch Frau Bernasconi das System begriffen hat, wanderte sie manchmal leichtfüssig den Hoger hinauf, um dann die Höhenmeter auch gleich wieder abzugeben. Inzwischen war es schon fast Mittag, höchste Zeit für ein kleines Frühstück! Kaffee, Croissant und Schoggibrötchen beschwichtigten die unterzuckerten Gemüter. Dann aber flugs in den Cable Car gestiegen und wieder runter in die Stadt gerattert. Eine freundliche Dame, die einst in Zermatt Ski lief, überhäufte uns mit Tipps – wovon sich der von China Town als goldrichtig erwies. Davon aber später. Denn heute Morgen hatte das Licht bei der Golden Gate nicht gestimmt, als hopp on den nächsten Bus und nochmal hin. Als wir schlotternd auf den Bus zurück warteten, traf die grüne Linie nach Sausalito ein. Also nichts wie rein und los.  Wir statten dem Dörfchen einen Höflichkeitsbesuch ab – es war etwa so wie Binz auf Rügen. Auf der Rückfahrt gings nochmals über die Brücke.

Pier San Francisco
Dann wieder auf die rote Linie und zurück in die Stadt. Über sieben Brücken zu gehen, haben wir nicht geschafft – aber in einem Tag sechsmal die Golden Gate zu queren ist ja auch nicht schlecht. Wir werden es sicher ein siebtes mal schaffen, denn die Golden Gate ist einfach genial und wir bewundern dieses Bauwerk.  Ganz einfach grossartig und die vielen Touristen waren wie wir hell begeistert. Jeder suchte den richtigen Platz, das richtige Licht oder was auch immer …

 

Beim Eingang zu Chinatown hoppten wir wieder off und bummelten gemütlich durch die bunten Gässchen und Strässchen, bewunderten die feine und edlen Sachen, schmunzelten über allerhand Kitsch und fühlten uns sofort wohl und vertraut.

In dieses oder jenes Restaurant warfen wir einen Blick, fanden schliesslich ein sympathisches Lokal, wo wir sehr freundlich bedient wurden und gut und günstig assen. Zum ersten Mal in Amerika riet uns ein Kellner von seltsamen oder zu grossen Bestellungen ab: „You wont like it.“ Oder: „It’s too much, you can‘t eat!“. Wie Recht er hatte, noch so blieb die Hälfte auf den Tellern liegen. Es war wirklich sehr tasty und wir waren überrascht wie günstig wie hier essen konnten.

Wir bummelten vollgefuttert die Stockton hinunter (der Gnom am Knopf hat uns wahrscheinlich übersehen) an die Beach Street und die Wharf, wo das Tageslicht noch ausreichte, um die Seelöwen auf Pier 39 zu knipsten. Dann aber hielt uns nichts mehr.

Seelöwen San Francisco

Ende Durchzug für heute, war das Motte und schon nach wenigen Schritten konnten wir das windstille Zimmer geniessen. Auch draussen war es ruhiger geworden. Der Kampfmaler, der bei lauter Bummbumm-Trommelmusik seltsame Gemälde schabt hat heute jedenfalls sein Strassenatelier nicht unter unserem Fenster aufgebaut. Wir sind todmüde und happy und freuen uns auf den morgigen Tag. Union Square, Nike Shop, Kapuzenpulli kaufen über die Golden Gate Bridge fahren ;-)))))) Jedenfalls ist San Francisco wirklich eine kuule Stadt Ich verstehe jetzt Michael, Roli, Katja, Res und Peter, aber auch Anita und Markus, die uns immer wieder von San Francisco vor geschwärmt haben.  Ah ja ganz vergessen – Cablecare fahren werden wir sicher auch nochmals …

San Francisco - 30. September 2015

Heute wollten wir – also eigentlich Frau Bernasconi – shoppen gehen. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte die Wetterprognosen: es regnete. So zupften wir auch noch die Regensachen aus dem Koffer – es ist jetzt beinahe wie zu Hause. Wenn Regen schön machen soll, dann sind es bestimmt nicht Ferientage. Der Bus brachte uns hoch zum Union Square und wir stolperten ziemlich lustlos durch die Läden – bewunderten den eleganten Nike Store. Immerhin wurden wir wieder trocken und fanden saubere Restrooms.

Doch die wahre Einkaufsstimmung kam nicht auf. Das mag auch an den wirklich zahlreichen Obdachlosen und Bettlern liegen, die auf der Strasse zu leben scheinen und bei Regen jede geschützte Ecke suchen.

Viele reden mit sich selbst und sind irgendwie völlig abwesend. Schatten und Licht gehören offenbar zu dieser Stadt, in der das Wohnen enorm teuer sein muss. Und ich finde, auch wenn San Francisco eine wunderbare Stadt ist, dass man das Elend tatsächlich nicht ausblenden darf. Wir haben Licht und Schatten selten so erlebt wie hier in dieser Stadt. Nein, nein wir wollen nicht den Schatten in den Vordergrund stellen, doch ist es uns wirklich aufgefallen wie viele Menschen tatsächlich verwahrlost sind oder unter der Brücke schlafen. Mitten in der Stadt herumschreien, Kehrichteimer auseinandernehmen und in aller Ruhe Parkuhren aufbrechen, während Menschen einfach zusehen.

Glücklicherweise klarte es gegen Nachmittag auf und eine zaghafte Sonne machte sich ans Auftrocknen der nassen Strassen. Wir entdeckten den Ferry Terminal mit seinen alternativen Läden – eine schöne Abwechslung zu den polierten Shops am Union. Original Greyerzer-Käse, Swiss Chocolate und Baguette erinnerten uns an die nächstens bevorstehende Rückreise. Wir schlenderten von Pier zu Pier bis hinauf zu unserem Hotel. Restaurants, Parkhäuser, ein Museum befinden sich in den ehemaligen Lagerhallen auf den Piers. Dann gingen wir den Hoodie suchen, den Frau Bernasconi neulich irgendwo gesehen hatte. Sie erinnerte sich genau an den Pulli und den Laden, aber leider nicht mehr, wo er stand. Egal irgendwann geriet ein typenähnliches Teil ins Netz und so ist unsere Jackensammlung um ein weiteres Stück angewachsen. Kapuzenjacken kann man nie genug haben, denn irgendwann wird es wieder Winter und der Wind pfeift um die Ohren …

Am Abend dann liessen wir uns ein letztes Mal vom Big Bus entführen und bretterten zwei Stunden lang kreuz und quer durch San Francisco – ein letztes Mal Golden Gate und dies bei herrlicher Sonnenuntergangsstimmung.

Golden Gate Bridge San Francisco
San Francisco

Nein wir sind nicht ein siebtes Mal über die Brücke gefahren … Zum Abschluss genossen wir von Treasure Island aus den nächtlichen Ausblick auf die Skyline. Es war ein wirkliches Highlight und eine tolle Fahrt – und ich war froh eine Kapuzenjacke angezogen zu haben, denn der Wind blies uns um die Ohren. Es war ganz einfach toll, wenn auch ein bisschen kalt und windig – aber das gehört bei einer Bustour dazu ;-)

Morgen geht es weiter – wir brauchen wieder Strasse unter den Rädern. Irgendwie etwas mit Outlet muss am Weg liegen, so geht das Gerücht um – und Herr Maibach hofft, dass die Swiss-Flieger Gepäckanhänger haben. Also so schlimm ist es denn auch wieder nicht. Dafür habe ich dieses Mal nicht so viele Tassen eingekauft, wenn auch viele schöne Exemplare in den Gestellen standen.
Und Aline, danke für deinen Tipp, betreffend italienischem Restaurant. Wir haben es heute nach der Bustour vorgezogen feines frisches Brot mit Salat und Suppe gleich hier um die Ecke bei Boudin zu geniessen. 

Wieder Unterwegs - Carmel - 1. Oktober 2015

Nach der Entdeckung des „Boudin“ gestern, war es heute Morgen klar, wo wir frühstücken würden. Husch über die Strasse und schon schwelgten wir bei feinem Kaffee und wirklich leckeren Croissants (und Nutella, behaltet es bitte für euch!). Dermassen gestärkt standen wir recht gelassen in der Alamo-Schlange an, um einen knallroten Toyota Corolla zugewiesen zu erhalten. Nach dem modernen Ford jetzt ein wenig Nostalgie-Charme. Lustig ist, dass der kleinere Wagen grösser ist als der grössere kleinere – oder so. Aber Frau Bernasconi wird das noch genauer erklären. Der nette ältere Herr am Alamo-Schalter wollte mir ganz charmant ein grösseres Auto vermieten. Ich sah mir diese Autos an und sagte ganz einfach „no, no … i will the smaller Chare.“

Ha, ha, smaller  der ist noch grösser als mein Ford Focus. Egal, ich kurvte mit dem knallroten Dampfschiff durch San Francisco und ich muss ehrlich sagen, ich vermisse den Ford Focus ;-) nun Frau passt sich an ;-).  Immerhin ist das Navigationsgerät dasselbe geblieben und irgendwie fanden wir den Weg an die richtigen Orte … Jedenfalls fuhr sie uns zielgenau in ein Outlet, das am Weg Richtung Süden liegt. Nach dem quirligen San Francisco war uns die ruhige Einkaufs-Atmosphäre der diversen Läden willkommen.

So stockten wir unsere Jeansvorräte auf und die Nike T-Shirts sind jetzt auch wieder aufgefüllt. Bei den Nike-Schuhen konnte ich mich gerade noch zurückhalten, denn hier sind es wirklich die Modelle vom letzten Jahr und da kann ich die neuen dann auch in der Schweiz kaufen ;-) - (ist wegen dem Platz im  Koffer). Im Weiteren blieben wir aber zurückhaltend, auch hoodie-mässig, was sicher mit dem beschränkten Platz im Koffer zu tun hat. Frau Bernasconi will selbst packen und ich überlege, davon Video zu fabrizieren, wohl besser ohne Ton. Und ich werde Herr Maibach zu einem Cafébesuch schicken, damit ich seine Kommentare nicht hören muss …

Carmel USA

Dann folgen wir haarklein den Reise-Tipps von Bill, dem ehemaligen Travelmanager aus Leidenschaft, der seinerzeit eine junge Schweizerin beeindruckte – doch das ist eine andere Geschichte – gell Barbara.   Wir jedenfalls folgten der 101, Anfangs die belebte Van Ness in San Francisco, Richtung Süden, überquerten bei Interlaken (kein Witz!) den Bergzug, der uns vom Meer trennte auf der 152, um dann bald in die Route 1 einzuschwenken, die uns nach Monterey und dann nach Carmel führte. Danke Bill, der Tipp war ein Volltreffer: zuerst die Fahrt durch die Berge und durch schattige Wälder, dann der lichterfüllte Ausblick über die Küste – es war Erholung pur nach den regnerischen, kühlen Tagen in San Francisco.  Das Licht war einmalig und die Bilder der Küste sind tatsächlich traumhaft.  Merci auch Silvana, dass du uns von Carmel erzählt hast. Es ist wirklich ein charmantes und schönes Städtchen. Und apropos „Hoodies“  es hat so viele schöne Farben und so gute Qualität – mal schauen ob ich ohne aus diesem reizenden Städtchen davonkomme.

Carmel  USA

In einem freundlichen kleinen Motel / Hotel (Best Western)  sind wir angekommen. Das Städtchen ist herzig klein und lebt hauptsächlich von Restaurants und Kunstgalerien. Eine Tankstelle hat es auch und eine Post. Alles ist in „walking distance“, so auch das Meer. Wie eine frisch geschlüpfte Schildkröte zog es Frau Bernasconi hinunter an den Strand, wo wir, die Schuhe voller Sand, vor einem prächtigen Sonnenuntergang standen, Nr. 10 287 in der lebenslänglichen Bilanz romantischer Sonnenuntergänge und knipsten bis die Batterie der Kamera leer war. Das war glücklicherweise bald einmal der Fall – und so bleiben euch 200 weitere Sonnenuntergangsfotos erspart.

 Immerhin hat es mit dem IPhone noch einige Bilder gegeben, während die grosse Kamera im Hotel geblieben ist … Durch die dunklen Strassen Carmels schlichen wir – nach einem spicy Fischcurry - zurück in unser Zimmer und planen munter die letzten 350 Meilen unserer Ferien. In der besagten Tankstelle haben wir sicherheitshalber etliche Flaschen Löschwasser besorgt.

on the road nach Santa Barbara - 2. Oktober 2015

Das freundliche Carmel verliessen wir – nach einem flüchtigen Blick auf das Plastikfrühstückbuffet – zügig auf der Route 1. Unterwegs, bei Big Sour fanden wir ein nettes Lokal an der Strasse, welches ein ausgezeichnetes Morgenessen anbot. Daneben, im General Store gab es wirklich alles, was man in der Wildnis brauchen kann plus noch etliches mehr; wir beschränkten uns auf Wasser.

Ripplewood Resort Store

Die Route 1 wurde immer malerischer. Üppige Wälder wechselten mit karger Küstenlandschaft ab, eine Aussicht und Stimmungen wie in den Myst-Sequels verzauberten uns. Nicht nur uns, unzählige andere Schaulustige hatten sich diese Strasse als Weg in den Süden ausgesucht. So war öfters an den Turnouts, den Ausweichstellen, und den Vista-Points ein ziemliches Gedränge.

Route 1 California
Gebannt von der Bergstrasse und dem Meer rollten wir gemächlich einher. Bis uns an einer Baustelle am Rotlicht ein freundlicher Automobilist aus der Kolonne persönlich aufsuchte und sehr freundlich und höflich fragte, ob wir nicht bitte bei der nächsten Ausweichstelle Platz machen könnten? Wir sein halt schon „real slow“. Bitte mitschreiben: Frau Bernasconi ist negativ aufgefallen, weil sie zu langsam fuhr! Ich hoffe nur, jemand von der Berner Polizei liest mit und notiert sich das à Konto nächste Busse wegen Geschwindigkeitsübertretung. Also da muss ich doch eingreifen, denn wenn ich die jeweiligen Geschwindigkeitsbeschränkungen eingehalten habe, war ich tatsächlich zu langsam – aber in der USA eine Busse einzufangen ist sogar mir zu teuer. Jedenfalls haben mir dann einige der Automobilsten gehupt und merci gesagt. Höflich sind sie die amerikanischen Autofahrer ;-).

Dann entdeckten wir die Seelöwen - oder sind es Seebären? Oder -hunde oder –elefanten?  Es gab kein Halten mehr, die Viecher wären aber auch all zu liebenswert. Darüber zog gemächlich eine Staffel Pelikane, immer am Spähen um eine schnelle Beute. Die Kamera glühte.

Route 1 California

Die Strasse wurde breiter und die 1 ging in die 101 über, plötzlich zogen die Meilen schneller vorüber. Nach der hakeligen Bergstrasse genoss unser knallrotes Feuerwehrauto den Auslauf und Frau Bernasconi die entspannte Fahrweise auf der breiten Strasse, die uns bald durch die Berge, bald der Küste entlang nach Santa Barbara brachte. An dieser Stelle geht natürlich ein besonderer Gruss nach Las Vegas, an Barbara. Auch hier wieder ein grosses Merci an Bill, Barbara, Roli, Aline und Ines für die guten Tipps. Und Aline, als wir bei Pismo Beach vorbei gefahren sind, haben wir fest an dich gedacht und einen Gruss hinüber geschickt.

Route 1 California

Innerhalb weniger Minuten verwandelten wir ein nettes Hotelzimmer am Hafen in ein wüstes Chaos um unser Gepäck flugbereit zu packen. Die handliche Kofferwaage leistet gute Dienste – wie hätten wir uns ein solches Tinggelääri auf früheren Reisen gewünscht! Jetzt sieht alles wieder recht manierlich aus und wir sind bereit für den letzten Ferientag, denn Morgen ist dolce far niente angesagt (Stand 2.10.2015 / 21:20 local time).

Route 1 California

Lassen wir uns überraschen. Herr Maibach meint den Ersten … der Arme hatte mit seinem Navigationsgerät aber auch Stress und so kam er den schon nicht so oft zur Ruhe  - aber ob der letzte Ferientag auch der Erste sein wird – das steht tatsächlich in den Sternen. A propos Sterne – der rückläufige Merkur war immer mal wieder anwesend … aber irgendwie haben wir uns dieses Mal nicht wirklich aus der Ruhe bringen lassen …

The Last day - Santa Barbara 3. Oktober 2015

Mein erster Wal und unser letzter Ferientag: Eigentlich hätte es ja heute ein Ruhetag werden sollen. Doch um 09:00 scheuchte mich Herr Maibach aus dem Hotelzimmer – gestern Abend hatte er uns kurz vor dem Einschlafen zwei Plätze für „Whale Watching“ gebucht, obwohl er einen Ferientag einschalten wollte. Wir haben gespottet, dass wahrscheinlich ein Plastikwal um den Katamaran gezogen würde. Jedoch weit gefehlt: schon nach 45 Minuten sichteten wir die ersten Wale vor der Küste Santa Barbaras, im Channel. Grosse Wale, kleine Wale, Delfine zogen unbeirrt ihre Bahnen, begleitet von Küstenvögeln auf der Jagd nach Beute. Ruhig und sorgfältig steuerte der Kapitän sein Boot, und zwei Wale näherten sich als „friendly approach“ bis auf wenige Meter.
Whale Watching Santa Barbara

Unverhofft sprang ein Riesenwal mehrere Meter aus dem Wasser und klatschte mit einer eindrücklichen Fontäne zurück ins Meer. Das ging so schnell, dass wir einfach nur staunen konnten und der Wal verschwand so schnell wie er in der Luft gedreht hatte. Ein unglaubliches Erlebnis.

Whale Watching Santa Barbara
Wenn wir nicht mitten im Meer gewesen wären, hätten wir an eine einstudierte Nummer aus dem Seaworld in San Diego gedacht …  Zum Glück war es nicht so, sondern live pur.  Er verschwand in den Tiefen – die anderen Wale taten es ihm gleich und uns blieb eine geruhsame Rückfahrt an die Küste. Die vierstündige Tour verging rasend schnell – und wir schwankten benommen auf den Pier, voller einmaliger Eindrücke. Es war auch wirklich kuul mit dem Katamaran übers Meer zu gleiten, auch wenn die Wellen hochgingen, war es sehr angenehm.
Wir erinnerten uns an unsere Kanadareise, vor Jahren, als ich denselben Plan hatte. Doch leider hatten wir die Saison damals knapp verpasst und waren beide ziemlich enttäuscht. So konnten wir heute diese alte Pendenz endlich erledigen … Es war ein einmaliges Erlebnis und die Ruhe auf dem Katamaran, die Behutsamkeit des Kapitäns und die das beobachten der Tiere war einfach toll.
Doch Frau Bernasconi hatte noch nicht genug, so hängten wir einen Bummel durch Downtown Santa Barbara an – 1000 Läden und Beizen, alles schaute sehr mexikanisch aus. Eigentlich war es zu viel des guten. Immerhin spendierte Madame  es „Isgy“ auf dem nahen Pier, womit das Pendel der ausgewogenen Ernährung von Salznüssli zu Glace hin ausschlug. Und einen weiteren Hoodie habe ich tatsächlich nicht gekauft, denn die Koffer sind prall gefüllt.
Wir bummelten der Westküste entlang, denn der Hafen ist einfach unser Zuhause. Schiffchen, Luxusboote, Fischerkutter, alles schön im Abendlicht. In einem Standcafé assen wir eine Kleinigkeit. Und wenn diese grünen Dinger Broccoli waren, dann hatte ich heute sogar Gemüse.
Jachthafen Santa Barbara

Zurück im Hotel ging es nach einer kurzen Rast von etwa 15 Sekunden weiter mit Reisebürokratie: die Einkaufsliste für der den Zoll ist parat, die Boardingpässe ausgedruckt, das Navi durchgeladen. Die Koffer stehen stramm und schwer bei der Zimmertüre. Morgen ist Rückreisetag und kaum können wir es glauben, dass unser USA-Monat schon bald zu Ende sein soll.

Sonnenuntergang Santa Barbara
Nun gilt es auch für uns Abschied zu nehmen und uns langsam auf unsere Rückreise vorzubereiten. Es war eine tolle Zeit mit vielen Eindrücken und Erlebnissen.  Es war auch ganz toll, dass viele mit uns gereist sind, mit uns mitgefiebert haben. Wir sind sehr dankbar, dass wir diese Reise unternehmen konnten. Nichts ist selbstverständlich.
Herzlichen Dank an Silvana, die mich als Freundin und Reiseberaterin unterstützt hat. Natürlich an Roli, der uns immer wieder mit grosser Begeisterung und viel Herzblut sein Amerika mitgegeben hat. Danke auch an Li, die uns für Santa Monica einige wertvolle Tipps auch rund um das Essen gegeben hat.  Merci aber auch an Ueli und Claudia, die uns Lake Havasu empfohlen haben. Christina und Dani, merci vielmal für den unvergesslichen Tag mit euch und eurem Wirbelwind Michèle und der kleinen Laura in San Diego. Anita, Markus und Svenja auch euch merci vielmal für eure Begeisterung für dieses Land. Leider kamen wir nicht bis Salt Lake City, werden wir beim nächsten Mal nachholen.  Michael, dank dir haben wir bei den Cablecar in San Francisco nicht lange anstehen müssen und haben die California Line gewählt. Wir denken gerne an das unvergessliche Las Vegas, das dank Barbara, Bill und Regina zu einem etwas anderen Las Vegas geworden ist.
Merci an Andy, Alain, Jenny, Edith, Brigitta, Isa (Ladenhüterin ;-), Leslie, Aline, Roger, Ines und alle die mit uns mitgereist sind – es war ganz einfach toll zu wissen, dass wir eure aller Unterstützung spüren durften. Und zu guter Letzt freuen wir uns auch wieder auf unser zu Hause. Auf Brot, Käse und feinen Kaffee, aber auch auf Gemüse und Salat und auf unser eigenes Bett ;-).
Wir lesen uns in Bern wieder … see you … Ach und was ich vergessen habe - wir freuen uns riesig auf eine anständige und schnelle Internetleitung ;-)))))))))))))))))))))))))))))))))

Tag oder Nacht - 6. Oktober 2015

Nun, wir sind wieder zu Hause in Bern angekommen und geniessen es auch wieder hier zu sein. Nach rund 22 Stunden Dauerschlaf bin ich nach wie vor zwischen Tag und Traum. Die Wäsche ist gewaschen, der Kleinkram schon fast erledigt und dennoch wird es sicher noch einige Tage dauern, bis wir wieder im Alltag abgekommen sind. Es war eine schöne Reise und eine gute Zeit. Und wie immer:  „Am schönsten ist es zu Hause“.
Als wir gestern Abend gegen 16.00 Ortszeit aus dem Flieger schauten und das viele Grün sahen wurde es uns warm ums Herz. Es ist immer wieder schön wegzugehen aber auch schön wieder nach Hause zu kommen.
Like
Uns hat gefallen: Das driven in den USA – nicht aber in den Städten. Die vorsichtige Fahrweise der Amerikaner.  Die Weite, die Berge, aber auch die Wüste.  Uns hat gefallen wie die Amerikaner ihre Nationalparks pflegen und hegen.
Nicht so like
Uns hat nicht gefallen: Die langsamen Internetleitungen, die Plastikfrühstücke, die vielen Ausgegrenzten. Auch wie teilweise mit der Umwelt umgegangen wird. Uns hat auch nicht gefallen, dass es in vielen auch guten Hotels „schmuddelige" Teppiche hatte. Und manchmal habe ich den Eindruck, dass die Welt in der USA stehen geblieben ist …
Und alles in allem war es eine kuule Reise, die uns persönlich sehr viel gebracht hat.
Peter und Rosmarie