Florida

Walton Beach Florida, 15.09.2011

Heute gab es Breakfast fast in bed. Im eleganten Bistrot „Teddy“ im Hotel erstand Peter feinen Kaffee to go und, man höre und staune, richtige Croissants und pain au chocolat, eine schöne Ergänzung zum Packstress, der wieder eingesetzt hat, denn die Reise geht weiter. Nach einem etwas harzigen Start aus dem quirligen New Orleans fanden wir uns bald einmal auf dem Intertsate 10 und fuhren weiter Richtung Florida. Es wurde immer heisser und trotz der Klimaanlage im Wagen waren die eiskalten Getränke bald einmal lauwarm. So erstanden wir an einem Tankstellenshop fünf Kilo Eiswürfeli und eine dazu passende Styoporbox – und nun haben wir jetzt für fünf Dollar einen Eisschrank im Auto … ab und zu lassen wir Wasser ab und füllen den Kühlschrank mit frischem Eis auf, das es an jedem Ecken zu kaufen gibt.
Wir wechselten uns beim Fahren ab, aber keiner konnte richtig schlafen, während der andere fuhr. Zu viele Eindrücke nahmen wir von New Orleans mit, zu viel war in so kurzer Zeit gelaufen. New Orleans ist eine Stadt, die die ganze Aufmerksamkeit fordert. Gerne wären wir noch zwei/drei Tage geblieben – aber eben …

Wenige Meilen, nach dem wir an der Küste auf dem „scienic highway 98“ das Schild „Welcome to Florida“ mit dem herzigen Sünneli passierten, begann es zu regnen, zuerst zaghaft, dann goss es wie aus Kübeln. Gut, sagten wir uns, ein Zeichen, dass wir es vielleicht etwas ruhiger angehen sollten und wir malten uns einen gemütlichen Abend aus, hinter einem Riesensteak mit  Meeresrauschen. Denn inzwischen sind wir im Sandestin Golf Resort am Meer angekommen. Damit wir das prästieren würden, stiegen wir in den Fitnessraum hinunter und aufs Laufband. Eins Stunde später schien die Sonne wieder und auch unsere Müdigkeit war verflogen.  Schon sassen wir wieder im Auto, denn Rosmarie hatte ganz in der Nähe einen Walmart erspäht – und der hat 24 Stunden offen. Aber morgen werden wir bestimmt ruhen und uns an den Strand legen. Obwohl, war da nicht noch ein Outletstore, ein paar Blocks weiter unten?

Walton Beach, Florida 16.09.2011

Nach dem Regenguss gestern strahlte heute Morgen die Sonne mit Rosmarie um die Wette. Endlich einmal hatten wir es geschafft, auszuschlafen, gemütlich zu frühstücken, ganz ohne Packstress und Auschecken und Strassenkartenlesen. Der Tag gehörte uns, der Strand lag weiss und verlockend zu unseren Füssen, das Meer glitzerte Smaragdgrün, wie im Prospekt beschrieben.
Deshalb stiegen wir gut gelaunt ins Auto und fuhren ein paar Meilen, denn da war doch noch dieses Outlet-Center ganz in der Nähe und da wollten wir mal einen unverbindlichen Blick reinwerfen.

Gemütlich spazieren wir durch die Arkaden vor den vielen Läden, Wedegwood, Bose, Haushaltartikel, Nike-Store, Lacoste es was es wolle, und dann geschah es: Kleiderläden, Kleiderläden, Kleiderläden. Um es meinen männlichen Kollegen einfacher zu machen: Stunden später standen wir schwer beladen wieder beim Auto und füllten jeden möglichen freien Raum mit unseren Einkäufen. Ich hoffe, es wird mir am Fegefeuer als strafmindernd angerechnet, so viele Stunden in Kleiderläden verbracht zu haben! Da muss ich mich doch verteidigen, nicht alle Kleider waren für mich, denn auch Männer müssen ab und zu etwas zum anziehen haben. Als wir im Levis Jeansladen an einen hervorragenden Verkäufer gerieten, war es auch um Peter geschehen, sodass wir dann schlussendlich mit mehr als einer Jeans aus dem Laden kamen. Schwer bepackt kamen wir drei Stunden später bei unserem Auto an. Wie wir all dieses Material nach Bern transportieren werden, dies steht noch in den Sternen. Sicherheitshalber habe ich noch einen zusätzlichen Bag mitgenommen …

Da wir 17.9. unseren 20. Hochzeitstag feiern, war dies heute Abend genau die richtige Stimmung dazu. Von Ferne hörten wir Musik und sahen einer Strandtrauung zu. Das Licht der untergehenden Sonne muss für jeden Fotografen ein Glücksfall und für das Brautpaar sicher eine romantische Hochzeit sein.

Auf Konto „Ferien“ gehen immerhin ein paar Längen im Hotelpool und zudem wollen wir noch durch die weitläufige Hotelanlage und den Golfplatz bummeln, sobald dort keine Bälle mehr fliegen. Inzwischen studieren wir im Internet die Angebote von Charterfirmen für Frachtmaschinen Richtung Europa.
Der Bummel durch die herrliche Hotelanlage war mit einem schönen Sonnenuntergang verbunden. Die Golfanlage ist traumhaft und sehr schön angelegt. Ab und zu mussten wir einem Caddie-Wagen ausweichen. Ich dachte immer, Golfsport sei etwas für die Fitness, aber irgendwie scheint es mir, dass die Golfer eher bequeme Menschen sind.

Tallassee - 17.09.2011

Heute hatten wir einen gemütlichen Tag. Kurz vor acht war unser Auto wieder voll bepackt. Als wir  mit Sack und Pack im Hotellift standen, gesellte sich ein 2 Meter Hüne dazu. Betrachtete uns und fragte uns lakonisch, wie lange wir den hier in diesem Hotel gewesen seien. "Zwei Tage", gab Peter Auskunft. Der Hüne verliess kopfschüttelnd den Lift und wir schleppten unser Gepäck zum Auto. Tja, das musste eben auch mal sein - Koffer ganz auspacken und wieder neu packen und nachdem wir gestern die Outlet-Läden leer gekauft haben, musste das Gekaufte auch verstaut werden. Der Tag war trüb, als wir das Hotel Hilton in Destin verliessen und so fuhren wir gemütlich nach Tallasse, der Hauptstadt von Florida.

Vor dem Hotel trafen wir auf einen Markt, etwa so ähnlich wieder Handwerkermärit auf der Münsterplattform. Wir waren viel zu früh im Hotel und konnten noch nicht einchecken. Für einen kurzen Moment war Frau Bernasconi etwas ungehalten ganz so nett, aber irgendwie schafften wir es unser Gepäck und unser Auto zu verstauen,  so dass wir die Zeit bis zum einchecken für einen Kinofilm im iMax - einem 5 Stockwerke hohe Leinwand nutzten. Das Kino war mindestens minus 100 Grad - während draussen die Sonne schien. Der Film "Born to Be Wild" in 3 D von Morgan Freemann, war wirklich ein Genuss und schon bald vergassen wir die Eiskälte. Als wir halbverfroren aus dem Kino kamen, brauchten wir erst mal Wärme und so entschieden wir uns für eine Fitnessstunde. Mittlerweilen konnten wir auch einchecken.

Tallassee 1824 als Hauptstadt von Florida gebaut. Die beiden zu der Zeit grössten Städte des Territoriums, St. Augustine und Pensacola, hatten sich als Hauptstadt beworben. Da man sich nicht auf eine von beiden einigen konnte, wurde zwischen den beiden Städten eine neue Stadt gegründet. Die erste Territorialregierung residierte in Blockhütten. Der Bau eines Capitols wurde 1826 begonnen, aber nie fertiggestellt. Es wurde 1839 komplett abgerissen um für das heutige Gebäude Platz zu schaffen. Dieses wurde 1845 fertiggestellt, kurz bevor Florida als 27. Bundesstaat den Vereinigten Staaten beitrat. Seitdem wurden verschiedene Anbauten vorgenommen.
Und dann gings gemütlich durch die ausgestorbene Stadt Tallassee. Uns fielen die vielen Gedenkstätten auf - für Kriegsveteranen, für Kinder die auf der Strasse durch Unfälle gestorben sind, gefallene im Krieg usw.

Unser Rundgang durch Tallassee war schnell beendet, denn die Museen hatten bereits zu und die Trottoirs wurden schon früh herein genommen! So entschlossen wir uns, uns ins Hotel zurück zu ziehen.

Und eigentlich freuten wir uns auf ein gemütliches Nachtessen bei Kerzenschein. Allerdings blieb es bei der Vorstellung von einem gemütlichen Essen, denn auch hier war es wieder hundert Grad Minus. Ich sags euch, diese Kimaanlagen machen uns noch fertig. Immerhin schaffen wir es im Zimmer diese teilweise auszuschalten aber in den öffentlichen Räumen ist das manchmal kaum auszuhalten.

Und morgen gehts weiter nach Orlando - wir freuen uns wie kleine Kinder auf den Goofy und das Magic Kindom. Bereits beginnt unsere letzte Reisewoche und nach den vielen Eindrücken der letzten Wochen wollen wir es ein bisschen gemütlicher angehen - dies ist immerhin ein Vorsatz, aber Frau Bernasconi wird sich sicher wieder einiges einfallen lassen, so dass es wohl beim Vorsatz bleiben wird.

Disneyworld 18.09.2011

Tallahassee verliessen wir ohne grosse Gewissensbisse, etwas versäumt zu haben, eine kleine, verschlafene Beamtenstadt am Wochenende, ein völlig unterkühltes Hotel, wir sassen in dicke Pullover gehüllt beim Frühstück, immerhin dem Number One Tallahassee Brekfeast Buffet, wie es beim Restauranteingang ein Plakat verkündete. Die weitere Rangliste hat uns nicht mehr gross wundergenommen, denn wir waren bereits im Auto und unterwegs auf der Interstate 10 Richtung Jacksonville. Bei einem Zwischenhalt füllten wir unsere Icebox mit fünf Kilo Eiswürfeli auf, um der Hitze zu trotzen. Etwas weiter auf der Route begann es allerdings prompt in Strömen zu regnen, wir werden wahrscheinlich noch froh um die Regenjacken sein, die tief unten im Koffer schlummern.
Bei der Vorbeifahrt bei Daytona und dem grossen Harley Laden dachten wir an Hueti, dem hätten wir gerne eine SMS von hier schicken wollen, mit einem Foto, aber da sind wir drei Jahre zu spät. Jedenfalls ist Hueti während der heutigen Fahrt sehr präsent gewesen, denn überall sahen wir Harleywerbung.
Langsam wurde der Verkehr dichter und als das Schild zur Abzweigung nach Kissimee auftauchte, dachten wir gemeinsam an den Beginn unserer letzten Amerikareise im 2003, als wir unsere Disneybesuche von dort aus starteten. Wie viel einfacher ist es geworden, dank Internet, Handy und Navigation. Damals sassen wir in einem kleinen Zimmer irgendwo in Kissimee und verzehrten irgendwelche Speisen aus dem Walmart, das wir in die Mikrowelle geschmissen haben. Heute wagen wir uns ab und in einem unterkühlten Restaurant an den Tisch zu sitzen, um gemütlich zu zusammen zu essen, wenn man da von Gemütlichkeit reden kann. Kaum sitzt man am Tisch geht es wie das Bisiwetter und ehe man es wahrnimmt, steht man nach kurzer Zeit mit gefülltem Magen, unterschriebener Hotelrechnung wieder vor der Türe in der Wärme.
Zielsicher führt uns die Steffie zum Hotel und wir sassen hinter einem Drink am Pool. Nicht zum relaxen, nenei. Die Hände voller Prospekte, Karten und Fahrpläne überlegten wir, wie wir die zwei Tage Orlando ausfüllen könnten.
Zu Übungszwecken liessen wir uns nach Downtown Disneyland shuttlen und promenierten in der Abendsonne, die sich wieder hervorgewagt hatte durch die bunte Mischung von Läden und Beizen und Amüsements. Jetzt knobeln wir, welchen Themenpark wir morgen ansehen wollen. Verlocken tut uns eine All-Park-Zweitagepass, und ich befürchte, dass wir alle Parks in zwei Tagen absolvieren werden … Es gibt noch vieles zu sehen und es ist ja auch schon eine Weile her, seit unserem letzten Besuch.
Wir erinnern uns gerne an die Zeit, die wir damals hier verbracht haben. Vielleicht ist es ein Teil heiler Welt, der wir hier begegnen. Und sobald wir dann wieder im Hotel sind, sind wir wieder in der Wirklichkeit angelangt, nämlich dank Klimaanlage bei gefühlten minus 100 Grad.
Welche Parks wir ansehen werden – sicher das Epcot, weisst du noch Roli, damals hatte es so geregnet, dass wir unter unserer Mickymouse-Pellerine fast nichts gesehen haben, deshalb versuchen wir es nun bei hoffentlich trockenem Wetter
Übrigens Röfe, heute haben wir auch auch dich gedacht. Die Riesenwohnmobile erinnern uns an deine Erzählungen, wie du mit solchen Vehikels durch Kanada gereist bist. Für uns wäre es definitiv nichts und die Blechschäden wären vorprogrammiert.
Und dank Sergio müssen wir nicht in einem Besenkämmerli schlafen, sondern haben ein feudales Zimmer mit Sicht auf den schönen Park bekommen. Nun also – werden wir es ein bisschen ruhiger nehmen – wenn dies überhaupt gehen wird. Jedenfalls freuen wir uns, für einmal etwas auszuschlafen und nicht schon wieder irgendwann mitten in der Nacht aus zu checken, um mit unserem herzigen Knox weiterzufahren.
Übrigens Steffie ist sehr zuverlässig, sodass wir meist beim ersten Anlauf ans Ziel kommen, ausser dann wenn es Frau Bernasconi aushängt und sie die Ausfahrt verpasst, aber da kann Steffie nicht viel dafür.
Nun haben wir also noch eine Woche vor uns, bevor wir dann am Samstag wieder in die Heimat zurückfliegen, und ehrlich auf was wir uns am meisten freuen ist, auf unsere nicht durchhängende Matratze zu Hause und selbstverständlich werden wir uns bei unserer Ankunft auf Brot und Käse stürzen –

Epcot, Magic Kindom 19.09.2011

Tja und da sind wir wieder - nach wie vor fasziniert uns das Disney-World in Florida. Und nach wie vor sind wir begeistert von dieser eigenen Welt, fernab der Realität. Nachdem wir einigermassen ausgeschlafen haben, packte uns das Disneyfieber und so verliessen wir das Hotel ohne Frühstück damit wir  rechtzeitig mit dem Shuttlebus ins Epcot fahren konnten. Irgendwie hatten wir noch eine Pendenz offen, denn letztes Mal als wir das Epcot besuchten, regnete es wie aus Kübeln. Heute hiess uns das Epcot bei strahlendem Wetter herzlich willkommen.
Das Epcot ist eine Disneywelt für sich. Ein Teil ist auf Zukunft, Technik, Energie und Kommunikation ausgerichtet. Führende Firmen, darunter auch Siemens, präsentieren ihren Blick in die kommenden Jahrzehnte. Der beschaulichere Teil von Epcot ist eine Mini-Weltausstellung, die rund um einen künstlichen See aufgebaut ist.
Zuerst hat es uns zur Technik gezogen, natürlich zu Kommunikation. Eine Bahn führt die Besucher durch das Wahrzeichen von Epcot, einer riesigen Metallkugel. Auf eindringlichen Wunsch von Rosmarie habe ich mich vorher genau erkundigt, was da abgeht. Slow moving! Ausgezeichnet riefen unsere noch von gestern angeschlagenen Knochen. Wirklich eine einmalige Zeitreise. Eine Mischung aus historischen Szenen und eine Fahrt durch ein Glasfaserkabel zeigten die Visionen der Firma AT&T im Bereich der zwischenmenschlichen, elektronischen Kommunikation. Zuoberst in der Kugel, im Planetarium war Rosmarie in ihrem Element – den Sternen.

Und dann gings weiter mit einem Highlight - einem Flug in einem Space-Shuttle. Da standen wir plötzlich zum einsteigen bereit. Eigentlich wollten wir aussteigen, aber irgendwie war die Neugier dann doch grösser als unsere Platzangst. Die fünf Minuten vergingen wie im Fluge, da hatte man gar keine Zeit, sich um seine Ängste zu kümmern. Es war einfach toll.

Nach dieser aufregenden Reise zogen wir den gemütlichen Teil vor und betrachteten die unterschiedlichen Länder, die sich hier präsentieren.

Nachdem wir USA und Kanada schon beim erstem Mal ausgiebig angeschaut haben. konnten wir uns nun noch den restlichen Länder widmen. Es waren allesamt wirklich spannend. Und da wir mal noch die Hurtigruten bereisen möchten, nahm uns die Schifffahrt durch Norwegen wunder. Es war eine beigeisternde Fahrt durch Norwegen, die grossen Eisbären waren zum greifen nahe. Zum Glück waren die nicht echt.

Und dann - eigentlich wollten wir ins Hotel zurück, um etwas auszuruhen. "Komm wir fahren noch ins Magic Kingdom", meinte Peter. Nur keine Müdigkeit vortäuschen, nein, nein - wir können uns dann zu Hause wieder erholen. So fuhren wir mit der Monorail ins Magic Kindom. Kaum trafen wir dort ein fand auch schon wie jeden Tag, seit Monaten und Jahren die "Celebration Birthday Party" statt. Um Punkt drei zeigten sich uns Micky Mouse, Mary Poppins, Cinderella, die Schöne und das Biest und allle andern auf ihren prächtigen Wagen. Das Publikum klatscht begeistert und die Figuren grüssen lächelnd, winkend und freundlich zurück. Es ist ganz einfach himmlisch, man vergisst Zeit und Raum und gibt sich gerne dieser Fantasiewelt hin.

Kleine und Grosse geniessen es hier in diesem Park zu sein, in der Wirklichkeit und Traum zusammen fliesst. Die vielen kleinen Prinzessinnen faszinierten mich. Sie tanzen und lachen und irgendwann sind sie dann wieder ganz normale Mädchen, die sich an Mami klammern und selig schlummern.

Wir zogen uns für einen kurzen Moment ins Hotel zurück, um sich wieder ganz der realen Welt hinzugeben. Einkaufen, Nachtessen ... und dann packte es uns nochmal und wir fuhren mit dem Auto  zum Magic Kingdom, denn um 20.00 findet jeweils die Lichtparade mit anschliessendem Feuerwerk statt.

Und wir staunten wie kleine Kinder. Die Lichter, die Gebilde, die Farben und Formen und vor allem tausende von Menschen verfolgten wie wir dieses Lichtermeer und das anschliessende Feuerwerk. Wir standen einfach da wie viele andere Leute auch und uns blieb vor Staunen den Mund offen. Es war ganz einfach traumhaft und die heile Welt perfekt.

Disney zum zweiten 20.09.2011

Ahh, endlich ausschlafen. Für unsere Verhältnisse spät standen wir erst um zehn Uhr in Disney’s Hollywood Studios, unserem heimlichen Favoriten der Themenparks. Die heile Mickey-Maus Welt ist zu Besuch im Glamourglitzer des Films und neu der elektronischen Bildbearbeitung in Trickfilmen. Das Gelände ist einer Kinostadt in den 50zigern nachempfunden, mit Art-Deco Häusern, Filmkulissen und Scheinwelten. Doch zuerst liessen wir uns auf eine Fahrt durch die Kinogeschichte entführen: ein Bähnli führte und durch liebe- und fantasievoll zusammengestellten Filmszenen aus grossen Filmen. Von Casablanca bis Tarzan, ein einziges witziges Potpourri.

Danach eilten wir zu Rosmaries All-Zeit-Lieblingshow: „Die Schöne und das Biest“ (hat nichts mit unserer 20 jährigen Ehe zu tun, glaube ich wenigstens). Eine mitreissende Show, dem gleichnamigen Trickfilm nachempfunden, mit tollen Ballettnummern und prächtigen Kostümen. Da kann ich nicht wiederstehen auch wenn ich dies schon „hundertmal“ gesehen habe. Selbstverständlich würde ich sie noch „hundertundeinmal“ schauen – wenn ich denn nur könnte!

Inzwischen war es heiss geworden und feucht, alles klebte und wir liefen fast aus. Zahlreiche eiskalte Cocis und Sprites brachten wenig Erfrischung. Etwas ausgepowert bummelten wir durch Kulissen und Shops. Eigentlich wollten wir noch die Pixar Studios ansehen, doch eine einstündige Wartezeit schreckte uns ab.
So liessen wir uns per Shuttle und Bus noch ein Mal ins Magic Kingdom fahren, um mit dem Isebähnli einmal rund um den Park zu rattern. Dann war es schon wieder Zeit für die Nachmittagsparade. Ein Regenguss verwandelte den Park in ein Dampfbad, bald schien die Sonne wieder und die Main Street America dampfte, genauso wie wir. Eigentlich wollten wir die Celebrations Party gar nicht schauen, aber dieser kann sich wohl niemand entziehen, der im Park anwesend ist – so haben wir sie bei gleissendem Sonnenlicht genossen. Der Schweiss rann weiter …
Auf der Busfahrt zurück ins Hotel blieb Zeit, um sich mit dem Phänomen Disney auseinander zu setzen. Stars der Disneywelt sind bestimmt die Kinder, und die Begeisterung spürbar, wenn sie „ihre„ Minnie oder „ihren“ Goofy sehen, die ihnen zuwinken und für Fotos posieren. Und auch heute haben uns die vielen kleinen Prinzessinnen und Piraten fasziniert. Vieles spricht für auch die eigenen Kindheitserinnerungen an, als die Welt noch heil war, als die Guten gewannen und die Bösen verloren. An diese Zeit im Leben erinnert zu werden, darin einzutauchen, das macht für uns den Wert dieser Besuche aus. Wir könnten wohl noch stundenlang durch diese Welt marschieren, doch die Realität rückt näher …
Und weil Frau Bernasconi es wieder ein Mal geschafft hat ihre Souveniers nicht dann zu kaufen, wenn sie diese sieht, sondern zu warten, dann ist es selbstverständlich so, dass wir am Schluss diesen wieder nachrennen. So sind wir den nochmals in Downtown Disney in den grossen Disney-Store gefahren - nun aber haben wir alle Souveniers eingekauft und diese sind auch bereits reisefertig verpackt.
Nun, morgen werden wir diese heile Welt nur noch im Rückspiegel sehen und ohne Zauberstab und Feenstaub zurecht kommen müssen.

Naples 21.09.2011

Nach den drei letzten, flippigen Tagen in der Disneywelt, haben wir uns heute Morgen von Orlando verabschiedet, auch wenn wir gerne noch etwas in dieser heilen Welt geblieben wären. Und da es nun langsam dem Ende unserer Reise entgegen geht, entschlossen wir uns noch etwas weiter in den Süden zu driven.

Naples faszinierte uns schon bei unserem ersten Besuch. Wir waren gespannt wie sich Naples entwickelt hatte und wie es heute aussieht. Die Fahrt von Orlando her führte uns durch das Landesinnere und so nahmen wir es für einmal gemütlich. Die Fahrt war abwechslungsreich und vieles kam uns schon bekannt vor. Schon früh checkten wir im Hotel ein und das Zimmer ist der Hammer, so dass wir all unsere Plasticsäcke, Koffern und Taschen ausbreiten konnten. Ja Roli, auch dieses Mal ist es nicht anders als vor acht Jahren, wir haben ein Riesenpuff und werden nun in den nächsten zwei Tagen versuchen, dies alles in drei Gepäckstücke zu verstauen.

Naples erwartete uns nicht gerade freundlich. Kaum haben wir eingecheckt, goss es wie aus Kübeln und so entschlossen wir uns für einen Besuch im Fitnessstudio. Die letzten Tage waren ernährungsmässig nicht gerade das was man sich unter gesunder Ernährung vorstellen kann. Im Soge von Disney und der Bruthitze war man geneigt alle gelernten Regeln über gesunde Ernährung über Bord zu werfen. Nach gut einer Stunde auf dem Laufband hörte auch der Regen auf, so dass wir nach dem Abendessen doch noch einige Schritte durch Naples marschieren konnten.

Die Frau an der Reception sagte uns, das Zentrum sei gleich um die Ecke. Tja - USA ist nicht Bern und schon gar nicht zu Fuss. Wenn es gleich um die Ecke ist, dann sind das rund 3 Meilen mit dem Auto - also für Fussgänger nicht geeignet. So zogen wir es denn vor nach einigen Schritten wieder ins Hotel zurück zu kehren, so werden wir denn miorgen den ersten Besuch in der Innenstadt absolvieren - wir werden sehen.

Naples 22. und 23.9.2011

Tja meine Lieben, nun also - die Koffern sind fast schon gepackt und unsere Reise geht langsam zu Ende. Eine spannende Reise, bei der wir viel gesehen und bei der wir viel erlebt haben. Die letzten beiden Tage waren für uns so etwas wie Erholung - nicht ganz, denn die Hitze und die Feuchtigkeit machte uns zu schaffen. Allerdings wurden wir mit herrlichen Sonnenuntergängen entschädigt.

Heute schafften wir es noch einen grösseren Koffer einzukaufen, so dass wir problemlos reisen können. Ansonsten blieben wir vorallem in unserer eisgekühlten Suite, den draussen war es eindeutig zu heiss.

Der Spaziergang kurz vor Sonnenuntergang waren unsere Highlights diese Tage, die wir auch sehr genossen. Nun aber ist unsere Reise zu Ende und wir freuen uns auch wieder nach Bern zu kommen. Und ehrlich am meisten freuen wir uns auf unser eigenes Bett (hart aber fair) denn die Betten hier in USA sind oft so weich, dass man man am Abend meist hoch ins Bett gestiegen ist, um am andern Morgen fast am Boden wieder aufgestanden ist.

Mit diesen herrlichen Bildern verabschieden wir uns und melden uns mit einem Schlussbericht aus Bern wieder. Am Samstag fahren wir von Naples durch die Everglades nach Miami und hoffen dem einen oder andern Alligatoren zu begegnen, natürlich aus Distanz, denn gerne kommen wir wieder gesund und munter in die Schweiz  zurück.

Die Reise im Rückblick

Insgesamt waren wir 4200 km mit dem Auto unterwegs. Den Löwenanteil der Stecke fuhr souverän Rosmarie, unterstützt hat uns die gute Steffie, das Navigationsgerät von Garmin, und Google Maps.

 

Von Bern sind wir mit Swiss nach New York geflogen und dann von New York nach Atlanta mit Delta. Die Rückreise erfolgte dann wieder mit Swiss ab Miami .

 

Unser Dank geht an Sergio Vaglio, Reisebüro Bern und Interlaken, die uns ausgezeichnet beraten und unterstützt haben.