Schwarzenburg - Fribourg, 10. Juli 2011

Schwarzenburg

Und wieder waren wir auf Wanderschaft. Seit April 2011 ist dies nun bereits die 16. Wanderung und immer noch haben wir grossen Spass daran. Nach der letzwöchigen eher anstrengenden Wanderung haben wir uns eine bequeme und einfachere Reise ausgesucht. Eine Sissiwanderung war es dennoch nicht. Nach den heftigen Gewitter von Samstagnacht wussten wir nicht ob wir überhaupt gehen würden. Es war wie immer früh am morgen, der Himmel verhangen, die Strassen nass. Einen kurzen Moment kamen wir in Versuchung uns umzudrehen und im warmen Bett liegen zu bleiben. Dieser Moment war nur kurz und schon stand ich in der Küche und bereitete uns wieder einmal feine Sandwiches mit frischem Roggenbrot und leckerer "Hamme" vom Märit zu. Unsere Siggflaschen standen mit Isostar bereit.


Um 7.36 standen tuckerten wir mit dem Zug nach Schwarzenburg. Für einmal waren wir alleine im Wagen und Peter und ich hingen beide unseren Gedanken nach. Die Sonnenstrahlen zeigten sich zaghaft. Durch die Gewitternacht blieb die Luft feucht und die Sonne sog das Wasser auf.

Wir nahmen einen Teil vom Jakobweg unter die Füsse. Teilweise war es glitschig und wir mussten ziemlich aufpassen, dass wir nicht ausrutschten. Unsere Gedanken gingen aber zu den Menschen, die den ganzen Pilgerweg marschieren - unvorstellbar für uns!

Überall trafen wir auf kleine Altare und religiöse Symbole. Pilger trafen wir wenige, denn ich denke, dass bei diesem unsichern Wetter viele ein gemütliches zu Hause vorzogen.

Römerstrasse

Die alten Römerwege faszinierten uns und gemächlich marschierten wir durch die unterschiedlichen Wälder und Weiden. Die Aufstiege waren human und die Abstiege konnten wir gut bewältigen.

Gemüsegarten

Gewitterwolken zogen auf und irgendwie wussten wir, dass wir für einmal nicht den ganzen Weg im Trocknen marschieren konnten. Es wurde kühler und kühler, der Himmel dunkel und die ersten Tropfen vielen und meine Füssen begannen zu schmerzen. Zeit fürs Mittagessen und Zeit für den Schuhwechsel und wir mussten bei den schönsten Plätzen vorbei marschieren, denn der Regen wurde immer heftiger. Kurz vor Tafers fanden wir eine alte Bushaltestelle und so verdrückten wir unsere Sandwiches mit einem Dach über den Kopf und ich wechselte meine Schuhe. Der Regen wurde nicht weniger. Peter zog seine Regenjacke an und ich meine Schlumpfpelerine und wasserdicht verpackt schritten wir zügig durch den Regen.

 

In Tafers fand ein Grümpelturnier statt. Die Leute standen mit den grossen Sonnenschirmen am Spielfeldrand und spornten ihre Mannschaft an. Keiner blieb trocken auch wir nicht. Der Regen prasselte auf uns nieder. Von weit her hörten wir Donnergrollen, aber ein zurück gab es nicht, wir musste vorwärts. Glücklicherweise war der Weg nach Fribourg nicht mehr so weit.

Bei einem Bauernhaus blieben wir für einen kurzen Moment stehen, denn nun goss es wie aus Kübeln. Hinter uns sah es nach wie vor dunkel aus und vor uns wurde es immer heller. So marschierten wir zügig der Sonne entgegen. Die Stimmung war speziell und einzigartig und das Donnergrollen war zwischenzeitlich in weite Ferne gerückt.

Immerhin blieben unsere Füsse trocken. Kaum in Fribourg angekommen schien die Sonne und unsere Kleider waren feucht aber nicht mehr nass - nach wie vor war die Luft sehr feucht und so krochen wir mit letzter Kraft, schwitzend von der Altstadt zum Bahnhof hinauf.

Fribourg

Es war eine entspannende, angenehme und schöne Wanderung. Ich mag Fribourg. In dieser Stadt lebte ich vor mehr als 40 Jahren und absolvierte damals mein Haushaltlehrjahr.

Müde kamen wir in Bern an - doch für einmal nicht so müde, so dass wir noch der Aare entlang in die Matte spazieren konnten. Und was wir am nächsten Sonntag unternehmen - wir werden sehen!