Biel - La Neuveville 13.06.2011

Biel

Heute begann unsere Route in Biel. Nachdem ich gestern Abend tot ins Bett gefallen bin, schlief ich lange und den Wetterprognosen zu glauben, hätte es heute einer regnerischen Tag geben sollen. Doch dem war nicht so - so entschlossen wir uns den andern Teil des Bielersees zu erwandern. Nichts mit faulenzen und die müden Knochen auf den Tisch zu legen.

Die Wanderung begann mit einem steilen Aufstieg. Eine Umleitung führte uns in die Höhe so kamen wir erst später wieder auf unseren ursprünglichen Weg zurück. Keuchend und dampfend standen wir am Aussichtspunkt und zogen uns das erste Mal um. Das trockene Sweatshirt aus dem Rucksack und das nasse T-Shirt an den Rucksack - so marschierten wir eine ganze Weile im Wald entlang bis Peter auf seinem iPhone einen Weg gefunden hatte, der uns wieder auf den Rebweg zurück brachte. Als wir in Twann oberhalb dem legendären Hotel Bären unser Mittagessen einnahmen, schwelgten wir in Erinnerungen und beide hatten ihre ganz persönlichen Geschichten zum Hotel Bären in Twann. Für einmal gab es keine Eglifilets, kein Hecht, kein Glas Weisswein, keine Kartoffeln mit feiner Tartarsauce, sondern aus dem Rucksack feine Roastbeefsandwiches und ein kleines Briebrot mit getrockener Tomate und dazu gabs einen grossen Schluck Isostar aus der Siggflasche.

Nachdem wir unser Mittagessen hinter uns gebracht und Frau Bernasconi ihre Füsse verpflegt hatte, marschierten wir über den Rebenweg nach Ligerz weiter. Bei der herrlichen Kirche von Ligerz verweilten wir einen Moment.

Wir stellten uns die vielen Brautpaare vor, die in dieser Kirche getraut wurden und noch getraut werden. Wie viele haben hier ihr Glück besiegelt? Und wie viele konnten ihr Glück halten? Die Kirche von Ligerz liegt an einem traumhaften Ort und die Aussicht - Eine Sissihochzeit hier in dieser Kirche, die muss wunderschön sein. A propos Sissi - heute können wir nicht von einer Sissiwanderung sprechen, denn es gab viel Abwechslung. Kaum war der Aufstieg geschafft, gings schon wieder talwärts.

Und immer wieder spazierten wir an Weingütern vorbei - Rebenstöcke wohin das Auge reicht. Man kann nur ahnen wie viel Wein es jedes Jahr geben wird. Und wir ahnten wie viel getrunken wird, als wir bereits Richtung La Neuveville unterwegs waren.

Und endlich waren wir an unserem Etappenziel angelangt. Wir marschierten mit letzter Kraft durch die La Neuveville bevor wir am Bahnhof unser obligates Coci erstanden und die Fahrkarte nach Bern lösten. In Ligerz wurde es laut, als eine ganze Horde junger Menschen in den Zug stiegen und aus dem Pfingstlager Richtung Biel fuhren. Lachend, fröhlich und laut ging es zu und her. Und wir kamen aus der Stille wieder voll ins Leben zurück.

La Neuveville