Durch den Forst nach Laupen - 28.8.2016

Forst zwischen Bern und Laupen

Es würde heiss werden an diesem Sonntag, für einmal waren die Prognosen eindeutig: Sonne den ganzen Tag und Temperaturen weit über dreissig Grad, einer der letzten richtigen Sommertage wahrscheinlich, in dieser Saison.
Wohin also in den Wanderschuhen? In die kühlen Berge? Der Aare entlang? Nach langem Hin-und-Her entschieden wir uns, durch den Forst zu wandern, von Niederwangen aus nach Laupen. Schon der «leichte Aufstieg» nach dem Bahnhöfli brachte uns zum Schwitzen und so schalteten wir auf dem ersten schattigen Bänkli eine Pause ein.
Das meiste Gewicht im Rucksack machten die Wasservorräte aus – eine kluge Entscheidung an diesem Tag. Am Schluss der Wanderung waren alle Wasserflaschen leer.
Doch zuerst führte uns der Weg durch den Forst. Es war angenehm kühl und nur die kurzen Passagen an der Sonne liessen erahnen, wie heiss es eigentlich wäre.

Wegen einem fehlenden Wegweiser machten wir eine kleine Extrarunde, doch das schadete der guten Laune nicht, solange der Weg nur im Schatten verlief. Wir legten ein paar Pausen mehr ein als üblich und genossen unseren Tag im Wald. Denn wir waren fast alleine unterwegs. Zuerst hatten wir noch befürchtet, unsere Route sei überlaufen. Doch nein, ab und zu wenige andere Wanderer, ein paar Velofahrer und Hündler, dann gehörte der Forst wieder uns. Zeit für lange Gespräche, Zeit zum abzuschalten.

Bramberg

Beim Denkmal auf dem Bramberg aber war die Waldidylle abrupt zu Ende. Eine paar Kilometer führt der Wanderweg über Felder, dann sogar über Asphalt. Inzwischen war es später Mittag geworden und wir hatten den Eindruck im Umluftbackofen über ein Kuchenblech zu marschieren.
Erstaunlich, wie wenige Brunnen es in Betrieb gab. Als Stadtberner sind wir verwöhnt, alle paar hundert Meter sprudelt frisches Trinkwasser. Aber auf dem Land – Fehlanzeige, keine Kühlung weit und breit. Wahrscheinlich ein Hinweis, dass die schmucken Häuser eher noble Wohnresidenzen sind als Bauernbetriebe. Einmal stiessen wir auf eine Tujahecke von den Ausmassen einer Stadtmauer, die um ein altes Bauernhaus gezogen war.  Sie wirkte ziemlich deplatziert neben den schönen Blumen- und Nutzgärten, die wir bewunderten.
Als uns der Wald wieder aufnahm, waren wir durchgeschwitzt. Dieser kurze Abschnitt hatte uns fast alle Energie gekostet. Glücklicherweise luden zwei Bänkli im Schatten zu einer ausgedehnten Rast.

Laupen

Einigermassen erholt machten wir uns auf das letzte Teilstück. Ein Schlenker brachte uns zum Schloss Laupen, wir genossen die schöne Aussicht und die Schlossanlage. Ein letzter steiler Abstieg führt uns durch die hübsche Laupener Altstadt.
Dann fokussierten wir auf weltliche Fragen: wann fährt der nächste Zug nach Bern? Wo sind die Toiletten, wo gibt es Eiscreme und Cola?

Laupen - Köniz - "Usse-umE - 22.5.2011

Fast die gleiche Route gingen wir - von Laupen zurück nach Bern -  vor 5 Jahren. Der Weg führte uns aber damals nicht quer durch den Forst sondern über Neuenegg und Thörishaus nach Köniz. Dort steigen wir noch so gern in den Bus in die Stadt - der war zwar nicht so schön wie der rosarote Roller, den wir kurz vor der Bushaltestelle antrafen  - aber viel bequemer.

Köniz