Lauterbrunnen, Mürren 10.7.2016

Lauterbrunnen-Tal, bei Stechelberg

Das Lauterbrunnental, der Weg im Tal Richtung Stechelberg, dann die Fahrt hoch nach Mürren und die Wanderung zurück über die Grütschalp gehört fest in unser Repertoire.

 

Nach der allzulangen Wanderpause wollten wir es langsam angehen. Wir rechneten viel Zeit ein und bogen entsprechend früh ins Parkhaus in Lauterbrunnen ein. Etwas Lampenfieber hatten wir schon vor der Abbfahrt, beim Rucksackpacken. Die Handgriffe, die wir vor zwei Jahren im Schlaf beherrschten schienen uns neu und sperrig. Positiv war, dass wir beide die Rucksackbändel kürzen konnten, waren doch einige Kilos verloren gegangen.

 

Doch genug an den Bändeln herumgespielt, die vertrauten Wege lockten und schon bald bummelten wir der Lütschine entlag, die schnell und hoch und hellgrau ins Tal rauschte. Die lustigen Steinmannli aus Flussteinen waren unter Wasser verschwunden.

 

Die Seilbahn spedierte uns und gefühlte und gerochene 2000 andere Passagiere hinauf auf die Bergterasse von Mürren. Ein Bummel durch das heimelige Dorf liess uns in 30 jährigen Erinnerungen schwelgen:, "Weisch no, damals mit dem Nippon im Sportheim?"

Auch Rosmaries weltberühmte Wandersandwiches hatten den Zeitsprung überlebt und "unser" Bänkli war gerade frei. So stärkten wir uns bei wundervoller Aussicht auf Eiger, Mönch und zwei Jungfrauen (eine ferne und eine nahe). Wir prüften, wo es überall zu drücken und zu ziehen begann und passten unsere Sieben Sachen auf Komfort an.

 

Trotz dem vielen Sonnenschein war es angenehme 23 Grad warm - wir zogen weiter durch die Panaromapostkarte Richtung Grütschalp. Unterwegs folgten wir der nächsten Tradition: Icecreme in der Winteregg, ein Unbedingt. Danach hat Frau Bernasconi die nahe Alpkäserei halb leer gekauft. Der Herr Maibach buckelte dann die Fracht hinter nach Bern.

Über die Grütschalp bummelten wir gemütlich zur Seibahnstation und schwebten bald einmal ins Tal hinunter, zu unserem Auto. Die kurze, flache Wanderung, etwa 12 Kilometer hat uns für's erste gereicht, wir waren beide recht müde. Und hatten nur noch den Wunsch, das Parkhaus schnellstens zu verlassen und nach Bern unter die Dusche zu rollen.

 

Doch wo, Pfridli, war jetzt das Parkticket hingekommen? Eben hatte ich es noch in der Hand - und jetzt - schwuppdiwupp unauffindbar. Grosse Autozerlegung, Rucksack und Hosensackleerete. Nichts. Kurz bevor Rosmarie ein Ersatzticket erstehen konnte, kam der Übeltäter hervor, das dünne Papier hatte sich in einem Ablagefach an die Seitenwand geklebt.

 

Erleichtert zogen wir los, genossen die Heimfahrt durch den Prachtstag - obwohl wir beide sehr schweigsam waren.

Bilder aus früheren Mürrenwanderungen