Wanderung Lüdernalp - Napf - 21.08.2011

Aussicht Napfgebiet

Die heutige Wanderung führte uns auf die Lüdernalp im Emmental. Wir trauten uns die Wanderung auf den Napf zu, auch wenn wir vermuteten, dass es ziemlich anstrengend würde. Aber wieder der Reihe nach.

Von Bern fuhren wir Richtung Langenau im Emmental, um dann mit dem Bus auf die Lüdernalp zu tuckern. Für unsere Verhältnisse fanden wir die erste Fahrt so gegen neun schon ziemlich spät, den wir wollten auf den Napf und dann Richtung Holzwäge weiter, wo wir gegen 17.00 mit dem Bus wieder Richtung Tal brausen würden. Aber erstens ...

Aussicht Napfgebiet

Und zweitens ... brauchten wir doch etwas länger als wir geplant hatten. Ins Tal kommt man immer, dachten wir und so genossen wir die wunderschöne, herrliche, fantastische, unglaubliche Aussicht. Manchmal staunten wir aber auch über Wandergruppen, so etwa die beiden Paare aus dem Welschland. Die Männer waren die Heros und stürzten sich die Hänge hinauf und die Frauen keuchten  hinten drein. Stöcke hatten sie dabei, trugen diese in den Händen, keinen Rucksack, das Schuhwerk war an der Grenze. Eine andere Gruppe  mit zehn Frauen: Die einen marschierten zügig den Hang hinauf, sportlich elegant und hatten noch genügend Luft, um zusammen zu reden. Andere der Gruppe betrachteten die Landschaft, das gab ihnen immer einen Moment Zeit, um zu verschnaufen. Das Geschnatter war wie von den Gänsen, die wir später trafen.

Wir marschierten in unserem Tempo und immer wieder hielten wir an, um zu trinken. Es war heiss und der Durst wurde immer grösser. Wir hatten auch das Ziel Holwäge vor Augen. Irgendwie wollten wir den Bus um 17.00 erreichen. Bis zum Mittagshalt waren wir schön in der Marschroute.

Peter gönnte sich ein Eis aus dem Selbstbedienungskühlschrank, der mit Eiscreme gefüllt war. Manch einer war froh, um eine Erfrischung und den Getränken, die bereit standen. Wir fanden dies eine Superidee, dass man sich bedienen konnte und auch das Vertrauen der Bauernleute, die damit rechnen, dass die Kasse nicht leer blieb.

Und dann gings weiter - rauf - runter - rauf - runter. Für einmal auch für uns wieder eine ganz neue Erfahrung. Der Weg war abwechslungsreich und anstrengend. Wir marschierten über Waldwege, die mit Wurzeln übersät waren oder aber wir kraxelten durch Geröllhalden hinauf. Eine Sissiwanderung war es jedenfalls nicht.

 

Und dann kam der grosse Aufstieg auf den Napf. Mittlerweile merkten wir, dass wir unser Ziel, Holzwäge, begraben mussten, denn wir brauchten länger als wir planten. Irgendwie würden wir schon ins Tal kommen und ein Gewitter war nicht in Sicht - so wanderten wir in der heissen Sommersonne auf den Napf. Der Aufstieg war happig und wenn Peter ins keuchen kommt, dann heisst das etwas - so entschieden wir uns für ein Mal, dass jeder in seinem eigenen Tempo hoch klettert. Wir keuchten. Wir stöhnten, der Schweiss lief uns von der Stirne - aber dann hatten wir es geschafft.

Tja und dann passten wir unsere Route an und nahmen den Abstieg Richtung Mettlenalp in Angriff. Wir liessen uns Zeit und so nahmen wir den längeren Weg. Kein Bus, kein Postauto - so standen uns noch vier km auf asphaltierten Strassen bevor. Kurz vor der Mettlenalp wechselte ich meine Schuhe.

Wegweiser Wanderwege -  Huttwil 5h

Und manchmal, manchmal fahren Engel auf der Strasse! Wir sahen, die junge, blonde Frau in ihren roten Opel einsteigen und beide dachten wir, wie schön es jetzt wäre, wenn sie uns mitnehmen würde. Und manchmal werden Wünsche wahr. Es dauerte kaum fünf Minuten, hielt die junge Frau an: "Kann ich Sie mitnehmen?"

Peter und ich strahlten um die Wette, warfen den Rucksack in den Kofferraum und schwangen uns auf den Rücksitz. Die Dame kam aus Basel und nahm uns bis Burgdorf mit. Es wurde eine kurzweilige Rückfahrt. Und schon waren wir in Burgdorf. Sie lud uns am Strassenrand aus und fuhr Richtung Autobahn weiter. Wir winkten ihr nach. Wir haben keine Ahnung wie die Dame hiess und so bedanken wir uns auf diese Weise bei ihr, denn nichts ist selbstverständlich.

Glücklich und zufrieden und voller Eindrücke durchquerten wir den Bahnhof Bern. Im Migros erstanden wir Landjäger und Essiggurken.

Und wie immer - Duschen  - Dulix einreiben und leckere Köstlichkeiten geniessen - es war ganz einfach toll. Diese Wanderung war ein weiteres Highlight.

 

Nachtrag 2016: Noch heute reden wir von der Tour, als wäre es gestern gewesen. Viel Zeit verging und wir beide haben viel erlebt - der Napf half uns dabei aus der Ferne.