Noiraigue - Neuchâtel 26. Juni 2011

Noiraigue

Und schon haben wir wieder eine wunderschöne Wanderung hinter uns. Nachdem nun die Wanderkarte auf dem iPhone von Peter geladen ist, hat er die Route zusammengestellt. Ein herrlicher Tag erwartete uns und so standen wir wieder früh auf den Beinen. Das Picknick habe ich am Vorabend bereitgestellt. Es gab Reissalat mit Poulet und Ananas an einer feinen Jogurth-Zitronensauce. Doch es dauerte eine ganze Weile bis zum Mittagessen.

 

Wir waren nicht die Einzigen, die den schönen Tag zu einem Wandertag erklärten. Der Zug von Neuchatel nach Noiraigue war sehr gut besetzt. Während die eine Wandergruppe sich in Stimmung brachten, hörten wir in einem anderen Abteil einer jungen, lebendigen Frau zu, die von ihrer Abschlussprüfung berichtete. Wir konnten die Gespräche nicht überhören und so hörten wir eben mit.

Gorges de l'Areuse

In Noiraigue angekommen verteilte sich das Wandervolk und die fitten Wanderer stoben in unterschiedliche Richtung. Die Wandergruppe machte bereits im Restaurant am Bahnhof die erste Rast, während andere den steilen Aufstieg zum Jurahöhenweg unter ihre Füsse nahmen. Peter und ich nahmen es vorerst gemütlilch und so marschierten wir durch die wunderschöne Gegend und wir wurden mit Eindrücken belohnt und so musste ich immer wieder meine Kamera zücken. Das Licht, die Farben, die Gerüche, die Stille.

Gorges de l'Areuse

Wir waren alleine auf weiter Flur. Ab und zu begegnete uns ein Wanderer oder ein einsamer Fischer. Über Stock und Stein führte uns der Weg nach Champ-du Moulin.

 

Es war einfach nur noch schön durch die Schlucht Gorges de l'Areuse zu spazieren. Wir blieben immer wieder stehen und staunten.

Irgendwo mitten im Wald assen wir unseren Reissalat, um wieder fit zu werden für die weitere Strecke. Es war keine Sissiwanderung, definitiv nicht. Nach Rochefort keuchten wir durch den Wald und für einmal dampfte ich und spürte meine Leistungsgrenze. Steil bergauf, nichts für mich, denn meine Füsse taten mir weh. Der Schweiss und die Sonnencreme rannen mir von der Stirn. Als wir oben ankamen - war es einfach wieder nur noch herrlich. Ich hatte keine Zeit zu "wäffele" - keine Zeit mich aufzuregen, obwohl ich atemlos oben ankam. Ich staunte nur noch. Und endlich, als ich mit letzter Kraft am Friedhof vorbei schlurfte, durfte ich im nahen Wald endlich meine Schuhe wechseln. Das leidige Thema auf unseren Wanderungen ... Ein Apfel, ein bisschen Isostar andere Schuhe und schon wanderten wir zügig nach Corcelles weiter.

Durch ein Geräusch aufgeschreckt blieben wir im Wald stehen und sahen einem Frosch zu, der sich tot gestellt hatte und so konnte ich ihn ungehindert fotografieren. Immer wieder bin ich überrascht wie viele Lebewesen sich in einem Wald verbergen.

Und als wir Corcelles ankamen war es heiss, die Sonne brannte auf unsere Häupter und wie immer kam kurz vor Schluss selbstverständlich noch ein Aufstieg, der uns den Schweiss aus den Poren trieb. Nun hatten wir die Wahl nach Corcelles hinunter zu laufen oder weiter gemütlich durch den Wald nach Peseux zu marschieren. So entschlossen wir uns, unsere Kraftreserven zu mobilisieren und nach Peseux weiter zu schlendern. Und dann war die Wanderung definitv fertig - noch eine halbe Stunde wäre es bis nach Neuchâtel gewesen, aber der Asphaltweg haben wir uns erspart und so sind wir nach Peseux zur nächsten Bushaltestelle marschiert und mit dem Bus bequem die letzten beiden Kilometer bis zum Bahnhof Neuchâtel gefahren. Erschöpft fanden wir uns im Bahnhof ein, mit letzter Kraft schleppten wir uns zum Kiosk, um unser obligates Coci zu kaufen. Erschöpft und glücklich warteten wir auf den Zug der uns dann bequem und sicher nach Bern führte.

 

Eine erlebnisreiche, vielseitige, anstrengende und herrliche Wanderung ist beendet und schon sind wir wieder am planen wohin es am nächsten Sonntag gehen wird. Wir sind gespannt.

Übrigens genoss ich mein Fussbad sehr und nun werde ich mich auf endlich die Suche nach Einlagen für meine Schuhe machen ... irgendwann werde ich wohl mein "Schuh-Fussproblem" in Griff bekommen.