STockhorn 12. Juli 2013

vom Spital in die Berge ...

Stockhorn

Nachdem Peter im Inselspital endlich von seiner Leitung befreit wurde, nahm ich den Weg ins Spital ein weiters Mal unter die Räder.

Ein bisschen müde stand er mit Sack und Pack vor dem Portal. Die robusten Schuhe hatte ich vorsichtshalber zu Hause schon mal eingepackt - man weiss ja nie. Was nun? Nach Hause? Den ganzen Tag herumliegen? Über die ganze Geschichte sinnieren? Peter meinte nur: "Wir könnten in die Berge." Ich muss ihn wohl ziemlich verdutzt angeschaut haben. Wieso nicht, die Bakterien kommen überall mit.

So nahmen wir den Kurs Richtung Berner Oberland auf und fuhren gemütlich nach Erlenbach im Simmental. Die vielen Autos auf dem Parkplatz hielten uns nicht davon ab, mit der Seilbahn aufs Stockhorn zu gondeln. Eine lustige Rentnertruppe aus Zürich verkürzte uns mit ihren humorvollen Sprüchen die Fahrt nach oben. Nach einem feinen Essen wollten wir zur Mittelstation zurückgondeln, um gemütlich um den See zu wandern. Da wir aber relativ lange auf die nächste Gondel warten müssten, hielt sich unsere Geduld in Grenzen. "Wollen wir bis zur Mittelstation Chrindi marschieren?", meinte Peter. "Traust du dir das zu?", fragte ich besorgt. "Eifach süferli und nid stresse." Bei dieser herrlichen Luft, der prächtigen Aussicht und der Zeit, die wir zur Verfügung hatten, nahmen wir den Abstieg zur Mittelstation unter die Füsse. Mit einem Zwischenhalt in einer Alphütte und mit einer feinen Ovi im Bauch marschierten wir gemütlich über Stock und Stein bis nach Chrindi.  Der obligate letzte Aufstieg war aber schon streng. Keuchend warteten wir auf die restliche Talfahrt, die verbleibenden Bakterien mit im Gepäck.

Und nun nach einer einigermassen guten Nacht - ausgeschlafen - frisch geduscht - sind wir wieder im Ambulatorium - diesmal ganz normal zur wöchentlichen Kontrolle!