Weissenstein - Balsthal 03.07.2011

Weissenstein

Die gestrige Wanderung war ziemlich happig und doch haben wir sie geschafft. Für einmal begann unsere Tour auf dem Weissenstein. Wieder waren wir früh unterwegs, um das erste Postauto von Oberdorf nach Weissenstein zu erreichen. Im Zug von Bern nach Solothurn lernten wir einiges über das Gleitschirmfliegen, den zwei junge Männer nahmen im Abteil nebenan mit ihrem Riesengpäck Platz. Die Wolken, die Luft, das Klima, der Gleitschirm, die Haltung - alles muss stimmen. Das Gleitschirmfliegen ist eine Wissenschaft für sich. Und zum Schluss meinte der eine noch: "Das schlimmste ist ein fetter Klapper." Es war kurzweilig den beiden zuzuhören. In Weissenstein trennten sich unsere Wege. Beim Planetenweg begann unsere anstrengende Wanderung.

Passhöhe Weissenstein 1279 müM

Immerhin haben wir den Weissenstein leicht und easy erreicht und so waren wir frisch und munter und begannen unsere Wanderung ein Mal ganz anders. Im kleinen Restaurant auf der Passhöhe bestellten wir eine heisse Ovomaltine und verzehrten einen Nussgipfel. Den Zucker würden wir auf jeden Fall wieder verbrennen.

Der erste Teil war ziemlich anstrengend, den ein fehlender Wegweiser führte uns auf die falsche Fährte. Dank der Wanderkarte auf dem Iphone brachte uns Peter mit einem kleinen Umweg sicher auf den richtigen Weg zurück. Zeitlich waren wir etwas in Verzug aber wir hatten alle Zeit, die wir brauchten. Auf dem Balmberg blieben wir einen kurzen Moment im Seilpark stehen und schauten den kleinen und grossen Abenteurern zu. Zügig marschierten wir über Wiesen und Weiden weiter.

Viele Kühe begleiteten uns auf unserem Weg. Soll mir noch einmal jemand sagen "du blöde Kuh" - dann ist das eine Beleidigung für die Kühe - ich finde das Kühe sehr spannende Lebewesen sind. Gatter auf, Gatter zu, Gatter auf, Gatter zu ... Überall wo wir hinschauten sahen wir die unterschiedlichsten Kühe - und vor allem habe ich glaube ich noch nie eione so grosse Herde gesehen. Die werden sicher mit einem Roboter gemolken, denn ich glaube kaum, dass dies noch von Hand geschieht!

Und wir wanderten und wanderten und so wurden unsere Schatten immer grösser. Nach einem gewaltigen Aufstieg auf die Schwängimatt waren wir so ziemlich "uf dr Schnurre". Die Oberschenkel haben wohl durch die vielen Stufen gelitten. Der Muskelkater ist vorprogrammiert. Auf der Schwängimatt blieben wir einen Moment stehen und sahen den vielen Gleitschirmen zu. Ob unsere beiden Gleitschirmpiloten auch da oben herum flogen wussten wir nicht.

Und dann kam der Abstieg nach Balsthal. Wenn ich oben gewusst hätte wie steil der ist, dann hätte ich wohl besser Autostopp gemacht. Aber ... nein wir haben den Abstieg geschafft. Wenn auch mit Müh und Not und mit viel Bremsen. Glücklicherweise hatte ich meinen obligaten Schuhwechsel schon hinter mir und kurz vor dem Abstieg haben wir uns noch mit Studentenfutter und Isostar verpflegt so dass wir mit angezogener Handbremse nach unten füsselten. Mehr als ein Fuss vor den andern zu setzen lag nicht drin, denn hätten wir nicht gebremst wären wir wohl ganz einfach den Hang hinunter gekugelt.

Und endlich, endlich sahen wir die Burg und wussten, dass wir es geschafft hatten. In Thalbrücke angekommen sahen wir den Wegweiser - 20 Min. nach Balsthal und nochmals einen kurzen Aufstieg. Und das haben wir uns geschenkt. Stattdessen stiegen wir Thalbrücke in den Zug und tuckerten gemütlich via Oensingen nach Solothurn, weiter nach Biel und dann mit dem Schnellzug nach Bern.


Zu Hause das gleiche Ritual - Schuhe in eine Ecke schmeissen - Kleider vom Leib reissen - Fussbad - Dusche - Dulix einreiben und fast schon rituell ein "Cafe complet" geniessen. Eigentlich wollte ich noch den Wanderbericht schreiben, aber die Müdigkeit war stärker. Es war eine Herausforderung, die wir geschafft haben und am nächsten Sonntag werden wir wohl mal wieder eine "Sissiwanderung" unter unsere Füsse nehmen.

Balsthal